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Persönliche Erfahrungen mit dem Grundsteinspruch

Bericht von Gudrun D. Gundersen, 70-jährige Eurythmistin.

 

Aus dem Herzen eurythmisch sprechen    

Dieser Spruch wurde am 25. Dezember 1923 in die Herzen der Menschen gesenkt, die ein unverwüstliches inneres Goetheanum sich erbauen wollen – nach dem Brand des Ersten Goetheanum, Sylvester 1922/23. Es ist hier in erster Linie also mein persönliches Herz angesprochen, in dem meine Geist-Seele ihren Ankerplatz hat.

Das in den Umkreis Aus-Strömende und das kosmisch Ein-Fließende ins Herz sind bei diesem Spruch für mich die Quelle, denn zur täglichen, sakral-eurythmischen Arbeit füge ich mich diesem Strome ein – und bekomme von dort meine Kraft.

 

Integration der kosmischen Gebärden

Der 10. Vortrag des Lauteurythmie-Kurses[1], der uns Eurythmisten die kosmischen Bewegungen der Planeten und die kosmischen Gesten des Tierkreises schenkte, fand erst am 7.7.1924 stattfand. Eine erste Aufführung des Grundsteinspruches gab es bereits im April, zu Ostern 1924, d.h., Rudolf Steiner konnte den Eurythmisten zu diesem Zeitpunkt für den Spruch noch keine kosmischen Angaben geben. Mir aber, als heutiger Eurythmistin, steht ja bereits die Gesamtheit von Rudolf Steiners Angaben für die Eurythmie zur Verfügung, deshalb habe ich selbstverständlich die Erkenntnisse der kosmischen Angaben integriert und mein Herz befragt, was ich selber als wesentlich und wichtig erlebte, als ich die eurythmische Bearbeitung und Form für mich und meine Laienkurse schaffte. Ich mache z.B. die „Saturnbewegung“, um „Geist-Erinnern“ auszudrücken – denn es war zur Zeit des ALTEN SATURN, dass die Grundlage zu unserer heutigen Erde gelegt wurde. Der heutige Planet Saturn steht für die Kräfte des Erinnerns alles dessen, was die Erde und die Menschheit durchgemacht hat.

 

Sakrale Eurythmie

Als sakrale Eurythmie bezeichne ich dieses eurythmische Tun, das den Text mit   zusammenfassenden übergreifenden kosmisch-geistigen Gebärden begleitet. So entstehen oft für ganze Zeilen nur wenige, ausgewählte Bewegungen und einfache Formen, denn es soll meine GEIST-SEELE sich in dem Moment mit diesen Gebärden voll vereinen können und gleichzeitig sich der kosmischen Begebenheiten und der Wesen erinnern können, die durch die Worte des aktuellen Spruches sich kundtun und durch mich erneut zu Bewusstsein erweckt werden.

 

Die Michaelschule als Quelle für kosmisch-eurythmisches Tun

Vor fast 100 Jahren entstand direkt nach der Weihnachtstagung die neue esoterische Schulung der aktiven Mitglieder in der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft, der von Michael selbst geleiteten Michaelschule. Damals wurden die Eurythmisten von Rudolf Steiner im Besonderen dazu eingeladen, denn hier bekamen sie die esoterische Grundlage für Denken – Fühlen – Wollen und für deren Verwandlung durch diese schrittweise Darstellung des inneren Weges über die Schwelle. Diese esoterische Schulung ist notwendig, um auch von jenseits der Schwelle künstlerisch auf der Bühne und in Kursen berichten zu können. Die Meditationen der Klassenstunden der Michaelschule[2]sind also heute unsere not-wendige Grundlage, um überhaupt in irgendeiner adäquaten Weise solche tiefen Texte wie den Grundsteinspruch bearbeiten zu können. Sie sind die Entfaltung des Grundsteinspruches in 19 Bereichen. 7 Schritte führen zur PFORTE der Schwelle und weitere 12 Schritte zum Eins-Sein mit den höchsten Wesen der Hierarchien. Erst die Mantren der 12. und 13. Klassenstunden machen eine klare Differenzierung der hierarchischen Engelwesen möglich und bilden die esoterische Vertiefung unseres eurythmischen Verstehens der 7 Planetenbewegungen und der 12 Tierkreisgebärden. Die eigenständige vertiefte Arbeit mit ihnen sollte heute der Ausgangspunkt sein, um zu erlebbaren und hilfreichen eurythmischen Gebärden zu kommen für den Grundsteinspruch. Das wusste Rudolf Steiner und hatte deshalb ja alle Eurythmisten ganz besonders aufgefordert, bei jeder Klassenstunde dabei zu sein. Er konnte nur so in den wenigen ihm noch verbleibenden Monaten des Schaffens der Eurythmie den Anstoß geben, der sie erst zu dem machte, was sie heute erst andeutungsweise verwirklicht hat. Die kosmisch-geistige Eurythmie braucht das selbstständige Arbeiten eines jeden Eurythmisten mit den Erkenntnissen der Michaelschule als esoterischer Grundlage.

 

Die Trinität in drei Grundformen

In eine große, sehr differenzierte Dreiheit gliedert sich das Erleben im Grundsteinspruch:

Das Vater-Göttliche offenbart sich mir in einem Dreieck, das von der oberen, hinter mir liegenden Spitze aus nach vorne unten rechts in die „Glieder“ mit „I“ sich erstreckt. Es wird in den „Raumesweiten“ in die mittlere Zone gehoben mit „R“. Im Zurückschreiten nach hinten im Dreieck fühle ich mich unmittelbar „In das Geistes-Meeres-Wesen“ hineingetragen mit der großen, nach hinten sich weitenden „Liebe-E-Gebärde“, die meinen eigenen Geistraum im Rücken ganz öffnet. Die Frage: „Wie komme ich aus der Sinneswelt in dieses Geistes-Meeres-Wesen?“ half mir, zu dieser Art der Gestaltung des Dreiecks zu kommen.

Der Christus-Wille im Umkreis“ hingegen schwingt ganz im mittleren Herzens-Lungen-Schlag auf einer liegenden Lemniskate zwischen rechts und links. Bei dem „Seelen-Wesens-Fühlen“ bin ich bereits wieder im Mittelpunkt und forme dieses eigene Fühlen als aufrechte Lemniskate vor meiner Gestalt mit den Händen durch zweimaliges „S“ - „E“ und ende im fühlenden „Ü“ nach oben.

Das „ruhende Haupt“ fordert eindeutig die obere Zone um meinen Kopf in Kreisform, so, wie die Heiligenscheine auch früher erlebt und gemalt wurden. Somit habe ich drei grundsätzlich unterschiedliche Strukturen den jeweiligen Strophen zuordnen können in meinem Erleben.

 

Dreifaches Üben - mit kosmischen Gebärden

Diedrei Üb-Aufgaben:

Übe Geist-Erinnern“: Die kosmische Bewegung der Saturngebärde entstand in mir, groß und durchatmet, denn der Alte-Saturn-Zustand war so groß, dass er den „endlosen Raum erfüllte“. „Wo in waltendem Weltenschöpfer-Sein („L“) / Das eigene Ich / Im Gottes-Ich erweset“. Dieses umfassende schöpferische Tätigsein in den Tiefen kann mit einem umfassenden „L“, durch das man wie hinein-/ hinunterschaut in die Weltschöpfung, erlebt werden, und daraus erhebt sich das „I-ch“ in der eigenen Gestalt und „Erweset“ sich (mit „S“ von oben herunter) aus dem Gottes-Ich. Das Erleben, aus dem Göttlichen oben zu stammen und hinunter auf die Erde als Ich zu kommen, stellt sich dabei ein.

Und du wirst wahrhaft leben“ – gedenkend der feurigen Willensergüsse der Throne damals während des Alten-Saturn-Zustandes der Erde, mache ich die „Mars“-Gebärde. Das „Im Menschen-Welten-Wesen“ erlebe ich in der Stellung „Ich rede[3], das mein Mars-Chakra aktiviert. Von Gott dem Schöpfer wurde es meinem Astralleib gegeben und soll Wesen-schaffend sprechen lernen – was ich durch das Eurythmisieren des Grundsteinspruches bestätige und tun lerne durch diese kosmischen Anknüpfungen.

Übe Geist-Besinnen“ will aus der II. Hierarchie heraus gestaltet sein mit der kosmisch-eurythmischen „Sonnenbewegung“. Das „Seelengleichgewicht“ schaffe ich mir mit dem atmenden Auf und Ab der „Wassermann“-Bewegung“ und ende in der Ruhestellung der „Waage“[4] vor mir – im Schweigen, um dann die „wogenden Welten-Werde-Taten“ wie eine aufbrausende Lemniskate in den Armen mit „W“ um meine rechte und linke Seite erstehen zu lassen. Dann: „Das eigene Ich“ im „I“ rechts oben/ links unten, das sich anschließend gleichzeitig rechts senkt und links hebt in die strenge Waagerechte hinein bei: das „Welten-Ich / Vereinen“. Im Welten-Kreuz stehe ich nun da, mein Ich haltend in der Aufrechten, und gliedere mich ganz dem Menschheitswohle ein mit den ausgebreiteten Armen. Das „wahrhaft Fühlen“ ist CHRISTUS-Sonnengleich und das „Menschen-Seelen-Wirken“ kann als öffnende „Liebegebärde“ ins große „E“ hinein als die wichtigste aller menschlichen Seelenregungen erlebt werden.

Die Aufforderung der dritten Strophe – „Übe Geist-Erschauen“ – kann eigentlich nur mit der wunderbaren großen „Jupiter“-Bewegung erfasst werden, die sehr wirksam tatsächlich das dritte Auge zum Schauen anregt, da die Aufforderung dazu vom Herzen aufsteigt. (Um z.B. das wahre Wesen der atmenden Jupiter-Bewegung zu erfassen, braucht man die 13. Klassenstunde, 2. Strophe.) Die „Gedanken-Ruhe“ im Grundsteinspruch wird in der „Steinbock-Gebärde“ sehr erlebbar, die alle äußere Unruhe abhält und ein Verdichten in der Denk-Zone anzeigt. Die folgenden Zeilen sind die flehende Aufforderung der III. Hierarchie an die Menschen, doch die Gabe des Denkens der Weltgedanken, die ihr Licht um die ganze Erde bilden und in uns Menschen senden, aus freiem Willen zu gebrauchen. Wenn aus dem „Freien Wollen“ mit „L“ unten dann die Merkur-Bewegung oben rechts erscheint, kann das Verständnis aus den Klassenstunden sichtbar werden, wo  beschrieben wird, wie der Wille aufsteigen und zu schöpferischen Weltgedanken werden kann (4. und 8. Stunde der Michaelschule). Es ist dies der Bereich der III. Hierarchie, die als „Heiliger Geist“ wirksam werden kann – weshalb ich die Merkur-Gebärde wählte. Und die „Menschen-Geistes-Gründe“ finde ich wieder in der Stellung: „Ich suche mich im Geiste[5].

Diese einfache und doch sehr tiefgründige Form der Gestaltung habe ich für meine Laien entwickelt, als Hilfe, um jedes Mal tiefer und tiefer sich mit diesem Spruch zu verbinden. Anregung hierzu fand ich in Robert Powells „Gebets-Eurythmie“[6], die ich in selbstständiger Weise weiterentwickle.

 

Anrufung der Hierarchien mit kosmischen Gebärden

Bewusst habe ich die vollständige Ur-Fassung des Grundsteinspruches gewählt, die die Anrufungen der Hierarchien mit Namen beinhaltet; außerdem erklingen die Rosenkreuzer-Worte auf Latein und die Elementargeister werden genannt. Diese drei Besonderheiten erfahren durch die Michaelschule ihr wahres Verständnis und ihre wahre Bedeutung. Den Zusammenhang der Seraphim mit der Saturn-Sphäre, der Cherubim mit der Jupiter-Sphäre und der Throne mit der Mars-Sphäre kennen wir von Rudolf Steiner.[7] 

 Auch ist bekannt, dass die Sonnen-Hierarchie dreifältig ist mit: Kyriotetes, Dynamis und Exusiai. Das stellte mich vor die Frage: Wie kann ich die eurythmische „Sonnen-Bewegung“ dreifach differenzieren? Die Sonne ist unser Stern, der selbst leuchtend ist, und von ihm stammen alle Planeten und die Wesen der Erde ab. – Bei den Bienen fand ich eine Antwort: Sie sind auch Sonnenwesen und tanzen auf dem Flugbrett die Richtungen vor, um zur nächsten Blüten-Quelle kommen zu können. Sie tanzen entweder geradeaus, oder einen Bogen nach rechts oder einen Bogen nach links – und diese Form wählte ich nun als Bodenform. Dann betrachtete ich die Doppel-Flügel der Bienen und kam auf die Idee, dass wir doch auch unsere Arme mal vorne oben und mal hinten unten drehen könnten – so wie wir es von den „Merkur“- und „Venus-Bewegungen“ kennen. Es entwickelte sich dann so weiter, dass ich für die „Kyriotetes“ die uns bekannte „Sonnen-Bewegung“ mit rechts oben und links unten mit dem Bogen nach rechts mache; für die „Dynamis“ die Sonnenbewegung mit links oben und rechts unten auf dem Bogen nach links mache; und für die „Exusiai“, die Geister der Form, erst beide Arme vorne oben  und anschließend beide Arme hinten kreisen lasse bei einem einfachen Gerade-Nach-Vorne-Gehen und wieder zurück. Ungewohnt ist es zuerst – aber ist es erst einmal eingeübt, so erfährt man dabei die Weite und das atmende kosmisch-fühlende Umkreis-Erleben, das unsere Sonnen-Hierarchien charakterisiert.

Der Zusammenhang der Angeloi mit der Monden-Sphäre des Himmels, der Archangeloi mit der Merkur-Sphäre, sowie der Archai mit der Venus-Sphäre ist uns durch Rudolf Steiner auch bekannt, und entsprechend setze ich die jeweiligen Planeten- Bewegungen beim Erklingen ihrer Namen ein.

 

Rosenkreuzer-Siegel-Gebärden:

Da alle Angaben und Texte im Internet frei zugänglich sind, sehe ich es als eine NOT-Wendigkeit an, auf diese Gesten im eurythmischen Grundsteinspruch besonders einzugehen.

EX DEO NASCIMUR:

Die drei zu der Menschenseele gesprochenen Sätze der Hierarchien in Verbindung mit den Rosenkreuzer-Worten verdienen noch besondere Aufmerksamkeit, denn sie gehören zusammen. Ich erlebe sie bereits Jahrzehnte lang als Schutz, den jeder Anthroposoph selber tätig sich aus Erkenntnis geben kann und den ich mit meinen Kursteilnehmern natürlich einübe und ihnen ans Herz lege.

Bei dem vorbereitenden „Dieses spricht“ hebe ich die Arme zum „A“ oben, denn von dort strömt das „A“ nun nieder bei den Worten „Aus dem Göttlichen weset die Menschheit“ und führt bis in die Geste von „EX DEO NASCIMUR“ (E.D.N.) , in der die streng gerade gehaltenen Unterarme und Hände ein Dreieck mit Spitze nach unten vor dem unteren Bauch bilden.

Diese Verbindung von Grundsteinspruch und Rosenkreuzer-Worten wird einem besonders einleuchtend, wenn man die Klassenstunden studiert. Dort werden die Gebärden ab der 8. Stunde gebraucht und „Michael-Siegel“ genannt. Man versiegelt sich damit gegenüber den Angriffen von unten (Ahriman) und von oben (Luzifer) und ist beschützt. Auf Deutsch bedeuten diese ersten Worte: „Aus Gott sind wir geboren“. Die grammatikalische „Wir-Form“ des Lateinischen wird im Grundsteinspruch verwandelt in eine alle Menschen ansprechende Form.

IN CHRISTO MORIMUR:

Diese Worte: „Denn es waltet der Christus-Wille im Umkreis/ In den Weltenrhythmen Seelen-begnadend“ beschäftigten mich sehr lange insofern, als hier der „Christus-Wille“ benannt wird. Dann stieß ich auf Rudolf Steiners Bericht über die „Geister der Umlaufzeiten“, die dem Christus dienen. Sie bewirken die Luft- und Meeresströmungen über die ganze Erde hin und schaffen uns das Wetter und die Jahreszeiten. Sie bewirken auch die Drehung der Erde. Sein Wille durchweht uns buchstäblich, deswegen gestaltete ich diesen Christus-Willen als großen Bogen vor mir von rechts nach links in der mittleren Zone, worauf das „W“ wellt, die begnadende Wirkung dieser Kräfte mit bewusst machend.

 „Lasset vom Osten befeuern, /Was durch den Westen sich formet“ – hier bin ich folgenden Angaben Rudolf Steiners nachgegangen: Der eigene innere Osten ist die linke Seite, die dem feurigen Luziferischen auch gegenüber offen ist. Hingegen ist die rechte untere Seite des Menschen dem abtötenden Ahrimanischen zugänglich[8]. Ich wende mich also richtig seitlich nach links mit dem „O“-„F“ bei „Osten befeuern“, und entsprechend drehe ich mich ganz nach rechts mit dem „E“-„O“ bei „durch den Westen sich formet“, um danach dann ganz bewusst die Mitte durch CHRISTUS zu gestalten. Vorbereitend breite ich nun beide Arme ganz weit nach rechts und links aus, während ich selbst ganz geradeaus gerichtet stehe bei den Worten: „Dieses spricht“ und führe langsam und bewusst diese gegensätzlichen Tendenzen auf Herzenshöhe zusammen bis hin zum verehrenden „E“ vor der Brust, für die Wirkensweise der Worte: „In dem Christus wird Leben der Tod“. Auch die folgende Geste zu den Rosenkreuzer-Worten „IN CHRISTO MORIMUR“ (I.C.M.) beinhaltet diese Endstellung der gekreuzten Arme und Hände vor der Brust wie im „Verehrungs-E“ und bildet somit eine zusammenhängende Einheit, ein Einprägen von Wort und Geste in unsere Herzregion. Durch das bewusste Zusammenfügen von den erkannten und beherrschten luziferischen Kräften der linken Seite mit den erkannten und beherrschten ahrimanischen Kräften von rechts bildet sich ein neues Mittleres, der „Christus in mir“, eine Kreuzung der sonst freien Arme, um das Geistige im daraus entstehenden Ich-Punkt zu erleben.

PER SPIRITUSM SANCTUM REVIVISCIMUS:

Die III. Hierarchie, die Wesen des „Heiligen Geistes“ um und in uns, sie erflehen von uns Menschen - Licht, Geisteslicht in unserem Menschendenken. Indem wir Weltgedanken denken, wie z.B. diesem Grundstein-Spruche folgen, so bringen wir Licht in uns selber und in den Erdenumkreis – und somit auch zu allen Menschen und zur Erde hinein. Eine einzige große, umfassende „L“- Bewegung passt dazu, endend in der Seelengeste des Bittens.

Bei „Dieses spricht“ der dritten Strophe wird wieder die Vorbereitung zur umfassenden Gebärde gemacht, indem ein „A“ nun als Kraftstrom vom unteren Dreiecks-Punkt nach oben – sich dabei weitend – aufsteigt bei: „In des Geistes Weltgedanken“. Und dann kann man das Heranwehen des Geistes spüren oben im „CH“ von „erwachet“, das die gerade gestreckten Unterarme und Hände in eine Dreiecksform oben über dem Haupt bringt, welches gleichzeitig die Geste des dritten Rosenkreuzer-Wortes ist: „PER SPIRITUM SANCTUM REVIVISCIMUS“ (P.S.S.R.). Zu Deutsch: „Durch den Heiligen Geist werden wir auferstehen.“ Während die Worte noch erklingen, bleibt man ruhig in dieser dritten Stellung stehen, wobei die obere Spitze leicht geöffnet bleibt, um den Heiligen Geist auch einströmen zu lassen, trotzdem man das rein Luziferische abweisen kann, wohingegen die erste Rosenkreuzer-Gebärde  ganz geschlossen ist gegenüber den unteren Kräften des Ahriman.

 

Neuausrichtung der Himmelsrichtungen nach dem Ätherreich

Rudolf Steiners Form beim dreimaligen Anrufen der Himmelsrichtungen der Elementargeister bringt noch eine weitere wichtige Mitteilung an alle Anthroposophen – nach dem Brand des Ersten Goetheanum. Diese Richtungen entsprechen nicht mehr dem physischen Raum, sondern der Elementarwelt, in der auch der auferstandene Tempelbau des Ersten Goetheanum seit dem Brand zu finden ist.[9] Im Ätherreich kann keine Macht der Welt ihn mehr zerstören. – Dieser eurythmisch gemachte Grundsteinspruch führt uns direkt dorthin und wir bauen jedesmal weiter an der Ausstrahlung seines Wirkens für das Jupiter-Dasein als Zukunft der Erde und der Menschheit.

            Man sollte dabei noch beachten, dass auf der Bühne jede Form umgedreht gemacht wird, damit der Zuschauer das richtige Erleben im einfachen unmittelbaren Aufnehmen hat. D.h. für mich und die Laien mache ich also: „O“ für Ost – nach links, „E“ für West – nach rechts, „O“ für Nord – nach hinten und „Ü“ für Süd – nach vorne. Und „Menschen mögen es hören“ als Aufruf an die Menschen mit „M, M, Ö“ mit kraftvoll auftretendem Fuß dazu.

 

Abschließend wird ein großes „C“ wie Rauch aufsteigend[10] gemacht, das den eurythmischen Grundsteinspruch als Nahrung den Hierarchien darbietet. Davon zurücktretend, komme ich gesund zurück in meinen Leib mit dem „Verehrungs-E“.

 

Sind weiter genauere Einzelheiten erwünscht zu wissen, kann man sich wenden an: gudrun.gundersen@gmx.net  oder: Kapellenweg 2, D-88696-Owingen.

Und weitere Artikel unter: www.gudrun-gundersen.de

 

 

 

 

 

[1] Rudolf Steiner: „Eurythmie als sichtbare Sprache“, GA 279

[2] „Der Meditationsweg der Michaelschule“ Band 1 und 2 von Rudolf Steiner, Perseus Verlag Basel

 

[3] Aus der eurythmischen Übung: „Ich denke die Rede“, zweite Stellung.

[4] Tierkreisbild: Waage

[5] Aus der Übung: „Ich denke die Rede“.

[6] Robert Powell, Eurythmist, Astronom und Autor, hat für die Eurythmie den „Kosmischen Tanz der Planeten“ und den „Kosmischen Tanz des Tierkreis“, sowie „Innere Strahlkraft und der Auferstehungsleib“ geschrieben – und vieles mehr.

[7] Rudolf Steiner, „Okkulte Untersuchungen über das Leben zwischen Tod und neuer Geburt“, GA 140

[8] Siehe der „Menschheits-Repräsentant[en] zwischen Luzifer und Ahriman das Gleichgewicht haltend“

[9] Mehr Aspekte dazu im Artikel „Studie zu den inneren und äußeren Raumesrichtungen“ von Gudrun D. Gundersen im Rundbrief Ostern 2016

[10] Wie ich es von Werner Barfod, meinem Eurythmielehrer und Dozenten, habe lernen dürfen.