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Erdenmutter, Menschenwille, Geistestriebe und Selbstgefühl

 

Natur, Dein mütterliches Sein

Ich trage es in meinem Willens-Wesen

Und meines Willens Feuermacht,

Sie stählet meines Geistes Triebe,

Dass sie gebären Selbstgefühl,

Zu tragen mich in mir.

Michaeli-Wochenspruch von Rudolf Steiner

 

Möge dieser Spruch wie ein Thema unsere diesjährige Feier durchziehen.

Der Natur, unserer Erdenmutter wollen wir Dankbarkeit erweisen, sie im Bewusstsein tragen und durch dieses Bewusstsein erkennen, dass unser unbewusstes Willensleben stark unter ihrem Einfluss steht. Die Mutter Natur lebt in unserem Willen und gibt uns Lebenskräfte. Sie durchfeuert uns mit Blutes Wärme in allen Tätigkeiten des Leibes. Diese Feuerkraft kann aber auch gebraucht werden, um die Geistes Triebe zu stählen. In Stahl verwandelt sich das Eisen, wenn es durch wechselnde Prozesse des Erglühens durch Feuer und des Abkühlens durch Wasser und kräftig geschmiedet, gehämmert, bearbeitet und verändert wird.

            So verwandelt kann diese Feuerkraft des Willens zum Stählen der Geistes Triebe verwendet werden, kann das geronnene Licht, was unser Denken ist,  beleben und so kräftig werden lassen, dass es als Selbstgefühl bis in unser Herz einziehen kann. Aus diesem befeuertem Willen und den durchlichteten Gedanken gebiert sich ein Gefühl des Selbst. Und dieses Gefühl vom eigenen Selbst wird durch wiederholtes willenshafte Eintauchen und wiederholtes durchlichtendes Denken gestärkt. Dieses Gefühl kann sich so sehr verstärken, dass sogar unser alltägliches Ich sich als getragen fühlt von seinem höheren ewigen Wesenskern.

            Und dieser ewige Wesenskern von uns Menschen erfreut sich, dass endlich aus der Erdentiefe dies Menschenwesen sich erinnert seines eigenen ewigen Wesens aus dem Geiste. Spricht die Menschenseele voller Inbrunst diese Michael-Zeilen des Wochenspruches, so lebt in diesem Menschenwesen seine Erdenaufgabe auf: die Verbindung wieder herzustellen zwischen dem Ewigen Selbst, dem Geiste und dem noch auf Erden inkarnierten Menschen und seiner Willens-Verbindung zur Erdenmutter. Der Mensch wird nun zum Vermittler zwischen Erdenmutter und Himmelsvater weil er ein durchfeuertes und durchlichtetes Gefühl entwickelt hat, das ihn voll Freude diese Gottes-Kind-Aufgabe übernehmen lässt, sich Eins-zu-Fühlen mit Welt und Kosmos.

            Ein wahrhaft neuer Mensch ist so entstanden, der neue Moralität lebt, weil er sich eins fühlt und daraus die umfassende Verantwortung entsteht zum rechten Handeln gegenüber Erde und Himmel.

                                                                       Betrachtung von Gudrun Gundersen, 2017

Hier nochmals der Michaeli-Wochenspruch:

Natur, Dein mütterliches Sein

Ich trage es in meinem Willens-Wesen

Und meines Willens Feuermacht,

Sie stählet meines Geistes Triebe,

Dass sie gebären Selbstgefühl,

Zu tragen mich in mir.

 

***

Die Vierte Dimension

Welche Aspekte der Eurythmie werden durch die Dimensionen greifbar?

Gudrun Gundersen

 

In vielen heutigen esoterischen Büchern ist von den verschiedenen Dimensionen die Rede. Auffallend ist, dass die vierte Dimension oftmals nur als eine Art Übergang von der dritten zur fünften Dimension angesehen wird und eigentlich überhaupt nicht  genauer beschrieben wird. Im Folgenden habe ich zusammen gesammelt, was mir an Charakteristika für die verschiedenen Dimensionen bekannt ist, wobei der Schwerpunkt auf der vierten Dimension liegt.

 

Die dritte Dimension:

Unser normales, heutiges Verstehen der Welt, die in Raum und Zeit existiert, wird durch Maß und Zahl definiert. Dieses bewirkt das Gefühl des Getrenntseins von der Umgebung, denn man lebt noch ganz in der dualen Vorstellung von: ich bin in mir -und da draußen ist die Welt, die ich untersuche, die fest ist.

Meine Gedanken stoßen überall an physische Grenzen der physischen Welt und bilden sich so einen festen Raum, den man „materialistisches Weltbild“ benennt.

Die Architektur als Raumkunst auf der Erde wird hier erlebt.

In der dritten Dimension taucht man voll in die physische Materie ein, geht in der MAJA auf.

 

Die vierte Dimension:

In diesen Bereich kommt man nur durch erhöhte Aufmerksamkeit und Ruhe.

Man verlässt das ganz fest zu scheinende materialistische Weltbild und begibt sich auf eine innere Forschungsreise. Dem Atem lauscht man, erlebt sein Ein- und Ausströmen, vernimmt vielleicht auch seinen Herzschlag, das Pulsieren des Blutes im Leibe. Man wird dabei bewegt wie eine Welle, kommt in ein harmonisches Auf – und Ab; man pendelt innerlich in der Zeit zwischen Vergangenheit und Zukunft und nähert sich dem Mittleren Zustand, dem Jetzt.

Das Strömende, Belebende, das auch genannt wird: das Eintauchen in die Ätherströme, das kommt zum Erlebnis. Ein immer wiederholendes Lebensprinzip offenbart sich.

Beim Eintauchen in die Elemente der Erde mit seinen Wasserströmen und den Luftströmen erlebt man die Korrespondenz mit den eigenen belebenden Strömen des Leibes.

Das Prinzip des Lebens offenbart sich so, ein Wachsen, Blühen, Fruchten und Vergehen in einem immer wiederkehrenden Zyklus – pflanzengleich, ein energetischer Bereich.

 

Die bewegte Plastik, die das Konkave und das Konvexe lebendig bearbeitet und gestaltet arbeitet in diesem Bereich. Dieses Grundprinzip des Lebendigen kann in allen Kunstformen – angeregt durch Rudolf Steiner- heute zu finden sein. Er hat die Kunst aus dem Nachmachenden des Physischen herausgeholt und mit neuen Leben schaffenden Impulsen begabt.

Die bewusste Unterscheidung des Physischen – vom Ätherischen Leibes ist hierdurch möglich und hat weitreichend Konsequenzen für neue Formen der medizinischen Behandlung und der Pädagogik.

 

In Rudolf Steiners Christologie ist das Christus-Prinzip in die inkarnierte Menschheit als Ich-Prinzip eingeflossen. Das bewusste Erfassen dieser Kraft gibt die Möglichkeit, die „Wiederkunft Christi im Ätherreich“ einmal erleben zu können. Das Siegel  des 2. Mysteriendrama von Rudolf Steiner weist darauf hin. Die neue Aufgabe des Ich-begabten Menschen ist sich diesen Lebenskräften der vierten Dimension liebevoll hinzuwenden.

 

Die fünfte Dimension:

Der innere Fokus kann sich nun ganz auf den Augenblick konzentrieren. Die Seele ist wie ein Neugeborenes und erstaunt in jedem Moment über das, was sich ihm bietet. Keine gedankliche Vorstellung stellt sich zwischen dem kindlich offenen ungetrübten Blick und lässt so zu, dass sich Wesenhaftes offenbaren kann in solchen Augenblicken. Ein dankbares Herz, ein froher Sinn, ein offenes Gemüt, sie sind die seelische Basis für dies gänzliche Gottvertrauen in die Welt, die als Spielplatz für Themen- Bearbeitungen und Erfahrungen-Ausleben, als gut und  einen liebend erlebt werden kann. Wir werden erinnert an Christi Hinweis, so zu werden wie die Kindlein, um ins Reich Gottes zu kommen.

Die Seele wird in neuer Weise geboren und erwacht. Wendet der bewusste Mensch diesen un-voreingenommenen Blick auf vermeintlich Bekanntes, kann ihm sich dieses in neuer Weise offenbaren.

Die Malerei mit ihrem Farbenfluss, der seelisch-astrales offenbart, fußt auf dieser Bandbreite von vierter und fünfter Dimension. Diese astrale Ebene hat sich befreit von ANGST und FURCHT, denn durch das Gebettet-Sein im Vertrauen, ist all die alte Angst aus den vielen Inkarnationen von einem gewichen. Man weiß um seine ewige Entelechie und fürchtet keinen Tod. Im Siegel des 3. Mysteriendrama von Rudolf Steiner wird diese Sonne in einem lebendig und zum kreisenden Sonnenkreuz, umgeben von all den Kräften des Umkreises, heilend.

 

Die sechste Dimension:

Hier ist bereits die bewusste Intuition des Ich, die tätig wird. Es ist das höhere Ich dasjenige, das einen nun führt. Eine bewusste Überschau und Differenzierung der geistigen Aspekte werden möglich.

Man wird Schaffender von dem, was benötigt wird und leidet unter keinem Mangel. Gelöst von der Materialität hat auch Hunger und Durst, Kälte und Wärme keinen Einfluss mehr auf die Geist-Seele. Eine bereits mentale Dimension, sichtbar im Siegel des 4. Mysteriendrama.

Die musikalische Kunst, bei der das Ich eintaucht in den Astralleib und ihn so harmonisiert und durchklingt, kann einen mit den entsprechend geformten  Klängen in diesen Bereich tragen.

 

Die siebte Dimension:

In der durchatmeten, durchgeistigten Sprache offenbart sich ein noch höheres geistiges Prinzip. All die voraus gegangenen Stufen sind Grundlage für diese Möglichkeit.

Dem schöpferische Wort-Prinzip und lichtvollen Ein-Sichten der geistigen Welt nähert man sich hier. Dichtung ist hier Ver-Dichtung aus geistigen Mitteilungen, so wie z.B. der Grundsteinspruch oder die Mantren der Klassenstunden von Rudolf Steiner.

 

Die achte Dimension:

Eine Ahnung kann das Bemühen der Eurythmischen Kunst davon geben.

Sie lebt ganz davon, aus dem Kosmos heraus entstanden zu sein.

Und dass der Ausführende all die angeführten Stufen durcharbeitet und sie in sich lebendig zu machen bemüht.

Ausgeführt vom physischen Leib, der die Ätherströme pulsierend erlebt, seelisch farbig geworden und vom Ich getragen, können die Hände das Singen und Klingen des menschlichen Herzens offenbaren und der Füße Wort antwortet mit Sinn-voller Form und Kraft, die aus den Sternbereichen das Wort erahnend offenbaren und sprechen lassen.

Der kosmische Ursprung der Eurythmie mit ihren Planetenbewegungen und den Tierkreisgesten, die Rudolf Steiner dieser jungen Tanzkunst aus dem geistigen Schauen vermittelte,  bringen ganz neue Tiefen in die Vermittlung dessen, von was erzählt werden kann und wie es einen inniglich berühren möglich macht. Von Geistbereichen und Hierarchischem Wirken kann so Mitteilung gemacht werden und Ein-Sichten können so in der Seele unmittelbar entstehen.

 

Eurythmie lebt als Quell im Kosmos,

der Mensch kann sie aus dem Umkreis ergreifen,

sie erscheint durch den Menschen in Dreiheiten,

als synästhetische KUNST![1]“     (Werner Barfod)

 

Die Eurythmie ist nicht nur eine alle Kunstarten umfassende, eine synästhetische Kunst, sondern – aus dem Herzen gesprochen – kann sie durchaus als kosmisch-sakrale Kunst benannt werden, denn wahrhaft in all den vielen Dimensionen ist jeweils ein Teilaspekten von ihr zu finden und weist doch dadurch den Weg in übersinnliche Bereiche unter Einbeziehung von den Elementen aller Kunstarten und der Geisteswissenschaft.

 Die geistige Welt selber hat eine ähnliche bewegte Gestensprache – für den Schauenden und eine Beschäftigung mit dieser „Sprache, in der das Weltenall durch die menschliche Bewegung spricht“[2], mit dieser Eurythmie, entwickelt den heute noch so fest verdichteten Menschen zu einem mehr durch-Sichtigen in vieler Hinsicht. Gerade auch die kontinuierliche Arbeit mit Laien kann diesen in der Entwicklung Impulse geben und Öffnungen schaffen, die sonst ungenutzt an diesen vorbei gingen, da diese Kunstform den ganzen Menschen ergreift vom physischen Leib bis hinauf zu den zukünftigen geistigen Wesensgliedern.

 

Es ist eigentlich unverständlich, warum so viele Eurythmisten, so wenig um Erwachsenen-Eurythmie-Unterricht gefragt werden, so dass sie in andere Berufe ausweichen müssen, um überleben zu können. Ein spirituell sich entwickeln wollender Mensch könnte als Wachstumshilfe diesen eurythmischen Einfluss gut gebrauchen, um selber ins bewegte Fließen zu kommen, um sich aus der dritten Dimension in weitere Dimensionen einleben zu können mit Hilfe dieser Kosmisch-Sakralen Eurythmie, die gerade auch  die vierte Dimension in ihren ätherischen Bewegungen und Strömungen zum Erlebnis bringen kann.

 

Ich sehe vor mir in der Zukunft den Platz der Eurythmie nicht auf dem allgemeinen Kunstmarkt, sondern die Eurythmie-Ausbildungen als Einweihungsschulen. Und ich sehe die Eurythmisten selbstverständlich mit den Inhalten der Michaelschule[3] umgehen, sich erinnernd an ihre vorgeburtlichen Entschlüsse, den spirituellen Weg durch die Kosmisch-Sakrale Kunst der Eurythmie zu gehen und auf lebendige Weise Helfer den suchenden Menschenseelen zu werden.

 

 

Owingen, Michaeli 2017.

 

[1] Aus Beitrag von Werner Barfod in: „Rundbrief der Sektion für Eurythmie“ Nr. 67, Michaeli 2017

[2] Rudolf Steiner am 22. Januar 1922 in Mannheim. GA 277.

[3] Rudolf Steiner, „Der Meditationsweg der Michaelschule“, Perseus Verlag Basel

***

NEUE ZENTRALE EIN-SICHTEN zu:

Das eurythmische „I“ links

Der Menschheitsrepräsentant und das „I“ links

Die Michael-Schule

Das Michael-Zeichen und die Holzplastik

Die Rosenkreuzer Siegelgesten

 

 

Das eurythmische „I“ links

Bei den Laut-Eurythmie-Figuren geben die Füße gerade den Hinweis, ob man eine Gestalt von vorne, von der einen oder anderen Seite – oder gar von hinten sieht, wodurch die wesentlichen Elemente des jeweiligen Lautes besonders farblich als Bewegung, Gefühl und Charakter dargestellt worden sind.

Durch diesen einfachen Hinweis kann man die farbige Figur des „I“ nochmals selber anschauen und wird überrascht sein, dass durch die Fußstellung hier die Gestalt auch als VON HINTEN gezeigt aufgefasst werden kann und wir wollen hier im Besonderen die Möglichkeit des von hinten in sie Hineinschlüpfen betrachten: Sie ist im Schritt stehend, eine Ferse charaktervoll erhoben und mit dem erhobenen LINKEN ARM das „I“ gestaltend! - Urbildhaft ist das „I“ eigentlich in der einfachen Geraden des aufgerichteten Leibes. Wenn wir sie unter dem neuen Aspekt des links erhobenen Arm ansehen, erleben wir, dass deren Intention es ist, besonders die gereinigten Herzenskräfte mit Bewusstsein und durchlichtet in die Welt ausströmen zu lassen – ohne sich dabei zu verlieren.

Jetzt endlich stimmt alles überein – die Angabe, dass die linke Seite mehr gefühlsmäßig und vom Luziferischen beeinflusst wird mit dem linken orangenen Schleier; und die rechte Seite mehr aktiv und vom Ahrimanischen beeinflusst wird, was man hier im eurythmischen „I“ durch den violett-blauen Charakter, der den ganzen oberen Rücken und den rechten Arm in starker Anspannung sich halten lässt, bemerkt – während mitten darinnen die gelbe Bewegung direkt aus dem Herzen kommt und auch noch über den roten Schleier hinaus in die Höhe reicht, so dass die Gegenmächte in ihren Schranken gehalten werden können aus der Kraft der Mitte heraus. Man steht in einem Gegensätzlichen - dazu aktiv im Schritt – es ist das wirklich eine Gratwanderung, die ganze Zeit, diese Art von „I“ zu gestalten und zu halten.

So, von hinten gesehen, entspricht der Vokal „I“ tatsächlich der Geste des Menschheitsrepräsentanten, der die zentrale Gestalt ist in der neun Meter hohen Holz-Skulptur Rudolf Steiners. Vergleicht man die Eurythmie- Figur des „I“ mit der Skulptur, so unterscheiden sie sich nur dadurch, dass der Schwerpunkt des Schrittes unterschiedlich ist, aber man kann durchaus sehen, dass beide den rechten Fuß vorne haben und den linken hinten – entgegengesetzt zu den Armen, wobei der linke Arm die Führung nach oben hat und der rechte hinten unten die Stärke und Verankerung ist, wodurch eine extra Schrägspannung im ganzen Leib entsteht – wie ja auch der „Schleier“ und der „Charakter“ deutlich zeigen!

 Die Aussagekraft aber des links gestalteten „I“ ist nicht mehr eine sich selbst behauptende, sondern eine aus dem Herzen verstehende und aus der Bewusstseinsseele gegriffene, eine ganz neu definierte Aufgabe. Am Menschheitsrepräsentanten ist dies zu sehen als aus dem Herzen wellende Ströme, bekräftigt durch den orangefarbenen Schleier bei der „I“-Figur. Wir alle, die ein „wahrhaftes I“ zu gestalten versuchen, können es nur tun aus der Gnade Christi heraus, durch Seine Hilfe dürfen wir eine neue Ich-hafte Herzenskraft in die Welt strömen.            Unsere rechte Seite, die frühere Schwert-Seite, hat im Laufe der Inkarnationen viel Unrecht getan, welches wir nun mit der neuen Linken aus dem „Herzens-I“ heraus, ausgleichen dürfen – in Christi Namen.

 

Im Folgenden werden noch weitere Bereiche aufgezeigt, in denen die Wirksamkeit des vom Herzen aus gestalteten „I“ von zentraler Bedeutung ist.

 

Der Menschheits-Repräsentant und das „I“ links

 Stellt man sich neben den Menscheits-Repräsentanten und fühlt nach, wie seine Gebärde gestaltet ist, so erlebt man, wie nun die Angaben zur Eurythmiefigur des „I“ sehr identisch sind mit der Haltung und Geste der zentralen mittleren Gestalt der Holz-Plastik. Mit charaktervoller Muskelspannung ist der rechte nach unten gewendete Arm, die Hand ein wenig abgeknickt; aus dem Herzen strömt in Wellen eine Kraft hinauf in den linken Arm, der durch die linke Hand etwas intensiv zu halten scheint. Diese Gestalt steht in einem Spannungsfeld von Kräften und beruhigt die eine Kraft mit dem rechten Arm unten und hält etwas Entfliehendes fest mit links.

Urbildlich sind hier die Gegenmächte von Ahriman und Luzifer dargestellt – in gleich zweifacher Ausführung. Nur eine reine Herzenskraft kann so machtvoll sein, dass sie sich nicht einfangen lässt in ein kriegerisches Kämpfen gegen die Gegenmächte. Sie kann aus einem Sich-Verbunden-Wissen mit dem göttlichen Ursprung sich als gerade so viel stärker erweisen, dass sie durch Liebe verwandeln und siegen kann. Und dieser Ausdruck kann durch das links gestaltete „I“ links zum Ausdruck kommen.

 

Die Michaelschule

Die Statue des „Menschheitsrepräsentant“  von Rudolf Steiner ist somit  DAS Vor-Bild für uns alle geworden in Seiner Gestaltung des „I“ als Wegweiser für eine zukunftsfähige „ICH“ -Gestalt.

Ebenso ist der „Grundsteinspruch“ Quellpunkt in unserem Herzen und schafft von dort eine Neu-Ordnung in den Seelenkräften. Er ist das TOR zur Michaelschule. Eine genauere und sehr tiefgehende Weise der Einführung dieses Weges in diese Schule, die von Erzengel Michael durch Rudolf Steiner gegeben wurde, und in der man lernt, wie man seine Seele reinigt und vorbereitet, damit sie den Geist empfangen und durch sich sprechen lassen kann, finden wir in den 19 esoterischen Stunden der Michaelschule mit ihren Mantren.[1]

Als Eurythmisten haben wir uns eine ganz besondere Fähigkeit erobert, solche esoterischen Texte mit dem Herzen erforschen zu können – und diese Fähigkeit hilft uns dabei auch diese für unsere Zeit so NOT-wendigen Inhalte zu neuem Leben zu erwecken. Diese Texte der Michaelschule sind von Rudolf Steiner ausdrücklich als: „zu veröffentlichen wie alle meine anderen Vorträge“ anzusehen, in dem Falle, „Wenn die Klassenstunden zu Cliquenwesen und Machtansprüchen führen[2]. Das kann man als AUFFORDERUNG verstehen, SELBER sich diese Texte zu erobern – fern von Dogmen und Tradierungen. Und gerade wir Eurythmisten bekommen immer neue EIN-Sichten und größere Offenbarungen, wenn wir uns entweder für uns selbst auf diesen Abenteuerweg begeben – oder gar uns so sehr einarbeiten, dass wir anderen den Zugang zu den Klassenstunden vorbereiten. Doch einzig und allein durch das intensive HERZSUCHEN kann man dahin gelangen, denn Verstandesdenken hilft hier nur zur Orientierung aber nicht zum Erleben. So, wie ein neues Gedicht, muss man sich jede neue Klassen-Stunde von Stufe zu Stufe  vollständig erobern und durchdringen, dann kann sie erst ihre Wirksamkeit voll entfalten.

 

Das Michael-Zeichen und die Holzplastik

Indem man Gewohntes neu hinterfragt und untersucht und man dann tatsächlich dabei Neues entdeckt, so erregt man nicht nur die Aufmerksamkeit der regulären Geist Wesen, die die Menschheit begleiten, sondern man erregt auch die Aufmerksamkeit der Gegenmächte. Also aufgepasst! Lasst uns aus dem „Herzens-I“ handeln, wenn wir mit diesen Bereichen umgehen. Das linksgeführte „I“  bringt uns ins Gleichgewicht und die Angriffe der Gegenmächte können damit pariert werden. Wir können aufrecht und durchlichtet stehen, weil wir wie der Menschheits-Repräsentant bereits in der bewusst erlebten Charakter-Spannung des rechten Armes stehen und unser Herz im göttlichen Feuer lodernd die linke Hand erheben können.

            Nimmt man es wirklich ernst, dass diese Plastik den LINKEN Arm erhoben hat, so kann man sicher sein, dass Rudolf Steiner, der ja bis zum Schluss daran gearbeitet hat, ganz besonders auf diese Haltung hat hinweisen wollen. Er hat ja mit allen Mitteln, in Vorträgen, Malerei, Plastik, Mantren darauf hingewiesen, WAS DAS ESSENZIELLE DES CHRISTENTUMS IST. Und dass wir diese Essenz auch in MICHAELS  ZEICHEN benötigen, muss uns so recht klar werden.

            Das „MICHAEL – ZEICHEN“ hat Rudolf Steiner, wie im Nachwort des oben genannten 2. Bandes beschrieben, erst NACH Angriffen von Gegenmächten ab der ersten Wiederholungsstunde der Klassenstunden in Dornach am 6. September 1924 getätigt. Er malte es groß und mit roter Kreide über die ganze Tafel auf der die Sprüche der ersten Klassenstunde standen. Am Ende der jeweiligen kommenden Wiederholungsstunden wurde es gemacht. Er stand während der esoterischen Stunde vorne hinter dem Rednerpult und trat dann hervor das „MICHAEL –ZEICHEN“ sichtbar für alle Teilnehmer auszuführen.

Wir können uns heute dieses Zeichen wie herausgelesen aus der Holzplastik vorstellen – oder – es zeichnerisch mal vergrößern und es neben ein Foto der Holzplastik halten. Dann kann man dieser – nicht geometrischen Form plötzlich folgen, denn nun wird sichtbar durch die Holzplastik eine Art der Interpretation warum das Zeichen so geformt sein könnte, wie es ist. Man kann es wie folgt gestalten:

auf der LINKEN Seite der Mitte der eigenen Gestalt beginnt der linke Arm einen ersten Bewusstseinsstrahl von oben hinunter in Richtung zu dem Ahriman unten rechts in der Höhle zu lenken und schnellt dann wieder nach oben zu der Stellung, die in der Skulptur festgehalten ist und in der der stürzende Luzifer aufgefangen und gehalten wird. In einem weiteren Bewusstseinsmoment wird nun auch der rechts-seitlich sich befindende Ahriman und der Kopf des links im Fallen sich befindende Luzifer von Michaels Lichtstrahl erfasst. Man endet links seitlich vorne mit dem linken Arm.

 

MICHAELS Licht hilft uns Erkenntnislicht in vermeintlich Bekanntes hinein zu senden, in jedem Moment wach zu sein – und NICHTS mehr nur aus VOR-Stellungen oder verkrusteten Über-Lieferungen zu gestalten, sondern immer alles NEU und BEWUSST zu hinterfragen  - und erst dann aus gewonnener EIN-SICHT zu gestalten.  – Alles mit unserer neuen LINKEN Seite vollzogen und mit dem Herzen begleitet hilft das außen stattfindende Chaos zur Neu- Ordnung zu bringen. Errungen hat Christus diese Kräfte für uns Menschen, als ER Karsamstag in die Erdentiefen abstieg und das Geheimnis sich vollzog, das IHM ermöglichte Ostersonntag als Auferstandener und Heilsbringer den Menschen wieder zu erscheinen und heute in unserem Inneren als Herzenskraft wirken kann.

 

Nimmt man all diese Bereiche, die Rudolf Steiner gegeben hat, zusammen: das eurythmische „I“, den Menschheits-Repräsentant, den Grundsteinspruch und das „Michael-Zeichen“, so kann es einem zu Bewusstsein kommen, dass unser eurythmisches „I“ mitten aus der Bewegung des „Michael-Zeichens“ heraus entstanden ist und dass es selbstverständlich von Herzen kommend gemacht wird. In der Fortführung aber kann man auch sich vorstellen, dass der Menschheitsrepräsentant in Bewegung ist, d.h., dass er einen weiteren Schritt macht und die Michael-Lichtes-Kräfte auch durch die neue Rechte gesandt werden können. Und dann kann man auch sagen, dass das Michael-Zeichen aus dem wahren „I“, der Mitte des Menschlichen Herzens entstanden ist! Jetzt bekommen wir die Bestätigung, dass das eine mit dem anderen zusammenhängt. Und wir können nun in rechter Weise und als zielsicher Handelnde gegenüber den Gegenmächten wirken.  Sicherheit kann einziehen in die Seele, dass auch hier die LINKE Herzensseite die Hauptgestaltung übernimmt, gestützt und gehalten von der rechten, die durch ihren „Charakter“ den Kräften von unten etwas entgegen zu setzen hat, wenn es aus dem „I“ gestaltet wird.

Die Frage nach dem Warum und dem Wie sollte man sich selber GANZ KLAR MACHEN. Denn ein Spiel mit Esoterik ist hier NICHT sinnvoll. Man kann sich fragen ob  es das Wirken der neuen Zeit ist, dass die Seelen jetzt erwachen und auch dieses vermeintlich bekannte eurythmische „I“ neu anzuschauen gelernt werden will.

 

Abgerungen hat Rudolf Steiner das Wissen und diese Form den Gegenmächten  - und bekräftigen und bezeugen soll das Michael-Zeichen die Herrschaft Michaels über sie!

Viele fragten sich, warum die Eurythmie keinen Durchbruch in der Welt erfahren hat. Könnte es sein, dass wir durch zu enge Tradierung uns selber gehindert haben?

 

Wenn man zu dem Erlebnis kommt, dass dies eine sehr wichtige Neu-Entdeckung von grundsätzlicher Art ist, bitte ich nun alle Kollegen, diese Nachricht weiter an alle diejenigen Eurythmie-Kollegen weiter zu leiten, die ein jeder selber kennt, denn so ein „Dschungel-Telegraph“ wirkt weitaus intensiver als ein gedruckter Bericht in einem Jahr.

Und natürlich sollten auch alle Klassenleser und Klassenmitglieder und Anthroposophen überhaupt das richtige „I“ lernen. Bietet Kurse an und lehrt sie von neuem die Eurythmie so zu schätzen, wie es damals von Rudolf Steiner gefordert wurde als er sie Geistwesen abgelesen und für uns entwickelt hat. Kein kleiner elitärer Kreis darf dieses Wissen für sich allein in Anspruch nehmen! Bringt es in die Welt, denn der große neue Kampf gegen die Herzenskräfte steht bevor – und wir können die Menschen stärken und sie an Ihre geistige Heimat erinnern und anschließen. Das Seelengebäude, das auf dem GRUND-STEIN –Spruch gebaut ist, trägt uns durch alle Wirrnisse und kann den Menschen Sicherheit geben.

            Das Anschauen der Statue und das dann daneben auf die Tafel gemalte Zeichen können auch die rechten Empfindungen und Gedanken bei den Zuschauern und Zuhörern entstehen lassen – als eine Vorstufe zum Selber-Machen.

            Was hingegen selber gemacht werden sollte von einem jeden ist dies:

Die drei Rosenkreuzer-Siegel-Gesten

Die drei Siegelgesten, die Rudolf Steiner von den Rosenkreuzern übernommen hat, sollten von jedem Eurythmisten und jedem Anthroposophen nicht nur gekannt, sondern jeden Tag ausgeführt werden, um sich zu versiegeln und zu schützen vor all den Angriffen, die heute auf uns ausgeübt werden.

Die drei Sätze der Hierarchien zu uns Menschenseelen, die am Ende der drei Strophen im „Grundsteinspruch“ stehen, sie bilden unter anderem einen Übergang vom Grundsteinspruch zur Klassenstunde. Sie geben die Richtungen an, aus denen eine jede Siegel-Geste entsteht. Sie wollen einen „versiegeln“ gegen die Angriffe der Gegenmächte. Eine extra Sicherheit für unsere Zeit wird uns hier übermittelt. Dieses aufzugreifen und sich einzuverleiben empfehle ich jedem, der sich dem Christus und Seinem Wirken verbunden fühlt.

 

Als extra Kraftwort fügen sich die entsprechenden ICH-WORTE aus den Wiederholungsstunden der Michaelsschule dazu ein:

1.) „Aus dem Göttlichen weset die Menschheit – dieser Wirkens-Strom der I. Hierarchie von oben nach unten ließ uns Menschen entstehen und endet deshalb in dem spitzen Winkel, den die beiden Unterarme und Hände vor dem unteren Bauch des Menschen bilden.  „Ex Deo Nascimur“ (aus Gott sind wir geboren – ist die genaue Übersetzung aus dem Lateinischen) und aus dem ICH hinzugefügt und selbst gesprochen entspricht es dem: „ICH bewundere den VATER“.

2.) „In dem Christus wird Leben der Tod“ – dieser Sonnengetragene webende Strom kommt aus dem Umkreis, von Ost und West und wird  aus der Weite der geöffneten Arme zur Herzens- Mitte geführt, wo sich die Unterarme vor dem Herzen kreuzen. „In Christo Morimur“ (In Christus sterben wir) und aus dem ICH gesprochen entspricht es: „Ich liebe den SOHN“.

3.) „In des Geistes Weltgedanken, erwachet die Seele“ – dieser Erkenntnis-Strom steigt auf mit der Fülle aller bewusst erfassten Weltgedanken der dritten Hierarchie und wird im A nach oben getragen, das sich in ein aufweckendes „CH“ zum Haupte hin uns erwachen lässt - und „die Seele“ ist das Kreuzpunkt –Erleben über der Mitte des Hauptes. Der etwas offen bleibende Winkel für die dritte Zeile, wie in den Tafelzeichnungen sichtbar, gibt einerseits den Schutz – und stellt andererseits die Verbindung mit dem Geiste her: „Per Spiritum Sanctum Reviviscimus (durch den Heiligen Geist werden wir wiederbelebt), aus dem ICH gesprochen entspricht es dem: „Ich verbinde mich dem Geiste“.

In unserer Arbeits- Gruppe stehen wir alle auf und sprechen zusammen gleichzeitig jeweils alle drei Sätze zu der jeweilig dazugehörenden Siegel-Geste, die wir in der Eurythmiestunde bei der Arbeit mit der Vertiefung des Grundsteinspruches geübt haben, so dass in der Klassenstunde nun ein gemeinsamer Rhythmus bereits da ist. 

 

In der Hoffnung, dass dies eine Stütze und starke Rüstung sein kann in den kommenden wohl schwierigen Zeiten sende ich dieses zu allen meinen lieben Schwestern und Brüder der Eurythmie.

 

Mögen die Göttlichen Heilenden Kräfte in einem jeden von Euch wirken!

 

Gudrun Gundersen, Owingen, 31.Juli – 5. August, 2017

Gudrun.gundersen@gmx.net Tel: 07551 9495293

P.S. Wer einen weiteren Artikel über „Die große ICH-Übung“ und „Die kosmischen Bewegungen aus den Klassenstunden erstehend“ erhalten möchte, kann mir eine kleine Nachricht mit seiner E-mail Adresse zusenden.

Dieser Text darf gerne veröffentlicht und per Mail versandt werden in alle Welt, wo es Eurythmisten und Anthroposophen gibt.

 

 

[1] „Der Meditationsweg der Michaelschule in 19 Stufen“, Rudolf Steiners esoterisches Vermächtnis aus dem Jahr 1924, herausgegeben von Thomas Meyer im Perseus Verlag Basel, 2011.

[2] 2. Band „Der Meditationsweg der Michaelschule“ (siehe 1), Seite 250; Zitat durch Anna Samweber, was Marie Steiner übermittelt hat an letzten Worten Rudolf Steiners bezüglich der Klassentexte.

 

***

Der 18. Juni und der 18. Dezember, welche Geheimnisse stecken dahinter?

 

Wir leben in der Zeit der Wiederkunft Christi, von der wir erfahren haben, dass sie im Ätherreich stattfindet. Wie kann ich mich als heutiger Mensch dahinein leben? Welche Gedanken begründen mir eine Notwendigkeit, so einen Tag besonders zu gestalten? Wie gebe ich diesem Neuen einen Ausdruck in meinem Fühlen? Und was kann ich willentlich tun?

 

 

 

Von Rudolf Steiner wird in der zweiten Strophe des Grundsteinspruchs auf den „Christuswillen“ hingewiesen:

 

“Denn es waltet der Christuswille im Umkreis,

 

In den Weltenrhythmen Seelen begnadend.“

 

Im Umkreis der Erde, in den Strömungen von Meeren und Lüften, in dem Wirken der „Geister der Umlaufzeiten“, die auch die Erdumdrehungen bewirken, in all dem entstehen Rhythmen, in denen der Christuswille WALTET. Und Sein rhythmisches Walten wirkt immer wieder erneut begnadend auf die Seelen der Menschen, sobald sie sich dieses Waltens Seines Willens bewusst werden. Und die Feiern zu den zwei genannten Terminen dienen zu dieser Bewusstmachung von dem HEUTIGEN WIRKEN des CHRISTUS IM ÄTHERREICH. Es sind das keine Erinnerungsfeste, sondern Gestaltungen, um selber aktiv ein neues Geschehen und ein neues Handeln der Menschen in den Kosmos hinaus tönen zu lassen – was aber im bewussten harmonischen Zusammenklang mit den kosmischen Willensströmungen des Christuswillens steht, d.h. mit einer bestimmten Konstellation zu tun hat.

 

 

 

Erst in unserer Zeit konnte man das Galaktische Zentrum(GZ) physikalisch –photographisch finden. In alten Zeiten wurde aber auch davon gewusst durch die hellsehende Schau von Eingeweihten. So nannte z.B. Platon das GZ „die Zentrale Sonne“ und meinte damit ein GÖTTLICH-GEISTIGES-ZENTRUM. Wir sprechen am 18. Juni von einer OPPOSITION der Sonne mit dem GZ, das bedeutet die Aufreihung von Sonne, Erde und GZ, d.h. von der Erde aus gesehen befindet sich die Sonne auf der gegenüber liegenden Seite der Erde als wie das GZ dann gerade ist. Zum Höhepunkt der Opposition, am Sonntag-Nachmittag um 16.30 Uhr, steht die Sonne hier hoch am Himmel im Süd- Südwest und  die kleine Erdkugel befindet sich dann zwischen ihr und dem GZ, das ganz unten im Nord- Nordost, da wo „Schütze“  auffindbar ist und in sehr sehr weiten Fernen die Zentrale Sonne sich auf der „Milchstraße“ befindet. Die Einwirkungen von dort, die webenden Wellen von dort, die intergalaktischen Blitze von dort, treffen ungehindert auf unsere Erde und strömen weiter zur Sonne, die wir hoch oben im Rücken von uns dann mit bloßem Auge sehen können.

 

            Für die geistigen Einströmungen spielt Materie keine Rolle, sie ist MAJA, die uns Ahriman vorgaukelt, d.h. immer neue Einströmungen aus dem Kosmos auf unsere Erde und uns Menschen finden statt bei einer solchen Opposition. Und es ist dieser Termin und Zeitpunkt ein Bewusstseins-Haltepunkt in dem ewig Kreisenden des Kosmos – damit wir Menschen uns überhaupt dessen bewusst werden können.

 

 

 

Bei diesen zwei Zeilen des Grundsteinspruchs

 

“Denn es waltet der Christuswille im Umkreis,

 

In den Weltenrhythmen Seelen begnadend.“

 

schaut man zum einen hinaus in den Umkreis, die Weiten, in denen die Weltenrhythmen sich offenbaren und formen, die dann als Seelen begnadend auf das Seeleninnere wirken. Die Entsprechungen von Makrokosmos und Mikrokosmos sind hier zu erforschen, um mehr über dieses Neue – aber eigentlich schon früher gekannte, für unsere Zeit erneut zu erobern. Zum anderen geht unser Blick in das Seeleninnere, um uns in der rechten Weise wahrhaft zu erkennen. Da finden wir Hilfe in den Mantren Rudolf Steiners, die er in den Klassenstunden gegeben hat. Besonders die Mantren der Vierten Klassenstunde scheinen mir sinnvoll hier dies Geschehen begleiten zu können.

 

 

 

Diese beiden Richtungen, hinaus in die weitesten kosmischen Weiten und ganz in das tief Innere der Seele verbinden wir mit unserem Fühlen, das hin – und her – webt und dabei in Lemniskatenformen sich bewegt. Die Lemniskate ist wie eine URFORM für die menschliche Seele. Sie zeigt uns auch das Verhältnis zum anderen Menschen an, wenn wir ihn mit Liebe einhüllen – und von ihm ein warmer Strom zu uns zurück fließt, wir somit auch immer wieder zu uns selbst zurückkommen, um erneut ausströmen zu können. Das Ausströmen und das Empfangen wechseln sich rhythmisch ab. Die kosmischen Spiralen gehören auch als formendes Element in dieses Gebiet des ätherischen Webens. Und aus unserer Kosmischen Spirale ist entstanden das Siegel des 3. Mysterien-Drama von Rudolf Steiner. Dieses Siegel ist wie der UMSTÜLPUNGSPUNKT! Ihn wollen wir näher kennenlernen und bewegen – zum Wohle der ganzen Menschheit! -

 

 

 

So wechselt auch das kosmische Einstrahlen im Sommer bei der Opposition am 18. Juni mit dem, was wir im Seelen-Inneren erarbeitet haben und dann von der Erde hinaussenden am 18. Dezember, wenn die Konjunktion zwischen Sonne und GZ stattfindet. Da sind beide Kräfte von der Erde aus gesehen an einem Punkt, da ist ihr intensives Zusammenwirken.

 

 

 

Zu Christi Zeit auf Erden, als Er als Mensch hier wirkte, nach Seiner Himmelfahrt, als der Heilige Geist die Maria durchströmte und sich auf alle Apostel senkte wie eine Flamme, da stand gerade die Sonne in Opposition zum GZ, so wie wir es heutzutage am 18. Juni haben werden. Durch die Erforschung der Sternkonstellationen zu den einzelnen Schritten des Christus damals auf Erden, die Robert Powell  in seinem umfangreichen Werk: „CHRONIK DES LEBENDIGEN CHRISTUS“ niedergeschrieben hat, können wir heute uns dieses Ereignis, dieser Konstellation als einer ganz besonderen bewusst werden, als einer, in der der Geist unmittelbar auf die Erde einströmt – direkt vom „VATER“, der Zentralen Sonne hin zur Erde – zu uns Menschen.

 

 

 

Und schauen wir in das Seeleninnere, so lebt dort die „Christussonne“, die unser Herz erwärmt, unser Haupt erleuchtet,

 

Dass gut werde,

 

Was wir aus Herzen gründen

 

Was wir aus Häuptern

 

Zielvoll führen wollen.“

 

Herz, Haupt und Wille werden angesprochen in Liebe und Weisheit zusammen zu wirken.

 

Das möge die Aufgabe sein für diesen Tag und die Feier, die wir gestalten möchten.

 

 

 

Und wieder möchte ich einen Aufruf zur Teilnahme hiermit machen. Wer möchte kommen zur großen Feier, die wir im großen Musiksaal der Waldorfschule in Überlingen gemeinsam gestalten werden? Wir werden uns erarbeiten

 

* ICH-stärkende willenshafte Eurythmie,

 

* Kosmischen Tanz, der unser Fühlen in Einklang bringt mit dem Kosmos

 

* und durch Lesen und Hören von Worten und Texten von Rudolf Steiner und anderen über weitere Aspekte zu Christi Wirken heute.

 

 

 

Diejenigen, die mit Hilfe einer Eurythmistin vor Ort, auch an anderen Orten außer Überlingen solche Feiern gestalten wollen, können gerne mit mir den Kontakt aufnehmen und die Texte erhalten. Es braucht hier wirklich die geschulte exakte Phantasie und den geschulten eurythmischen Ätherleib, damit die Übertragungen, die Vervielfältigungen der Schwingungen durch die Eurythmie stattfinden können. Die Eurythmisten sollte man wirklich viel mehr gebrauchen, denn sie haben ihr ganzes Leben dieser Arbeit im Ätherreich gewidmet – und ein jeder von ihnen hat seine eigenen reichen Schätze erarbeitet – und teilt sie sicherlich gerne mit anderen – wenn nur endlich danach gefragt werden würde!!! Nicht umsonst forderte Rudolf Steiner die Mitglieder auf, vor seinen Vorträgen zur Eurythmiestunde zu gehen, damit sie als Zuhörer überhaupt die neuen Inhalte aufnehmen könnten.

 

Von Robert Powell bekam ich folgende Informationen bezüglich des Termins der Kulmination der Opposition: „(1) die Aufreihung Galaktisches Zentrum—Erde—Sonne findet am Sonntag, den 18. Juni 2017 um 03:57 Uhr statt...aufgerundet: um 4 Uhr in der Früh (Sommerzeit in Deutschland). Zu diesem Zeitpunkt steht die Sonne bei 2º Zwillinge. Das Galaktische Zentrum steht (immer) bei 2º Schütze—oder genau: 2º06' Schutze. Meine Berechnung arbeitet mit der genauen Länge von 2º06' Schütze (gegenüber der Sonne bei 2º06' Zwillinge).

 

(2) beim historischen Pfingstereignis am 24. Mai im Jahre 33 n.Chr. stand die Sonne bei 2 1/2º Zwillinge (genau: 2º36' Zwillinge). Am Sonntag, den 18. Juni 2017 wird die Sonne genau an der gleichen Stelle (2º36' Zwillinge) um 16:35 Uhr stehen...abgerundet: um 4:30 Uhr am Sonntagnachmittag (Sommerzeit in Deutschland). Dies wäre eine gute Zeit, das kosmische Pfingstereignis des Jahres 2017 zu feiern bzw. als Kulmination der Feier des kosmischen Pfingstereignis zu betrachten.“

 

 

 

Am Sonntag, den 18. Juni 2017 werde ich das dritte Siegel, die für die Feier zu gebrauchenden Eurythmieübungen und den kosmischen Tanz von 15 Uhr  bis 16 Uhr einüben mit denen, die dann da sind. Anschließend wird der Raum für die Feier hergerichtet und es können noch Gäste hinzukommen, die dem Ganzen sitzend beiwohnen möchten.

 

Um 16.30 Uhr werden wir die „Feier des KOSMISCHEN PFINGST-EREIGNISSES“ beginnen mit Texten, Musiken, Gongklängen, Wasser, Lichtern, Blumen und Steinen, mit Sprache und Eurythmie.

 

Ich bitte um Anmeldung für beide Teile des Geschehens und bitte auch um finanziellen Beitrag, um Saalmiete und Musiker bezahlen zu können.

 

Anmeldungen und Infos bei: Gudrun Gundersen, gudrun.gundersen@gmx.net ;

 

Telefonisch: 07551 9495293; Kapellenweg 2, 88696-Owingen.

 

Für Eurythmisten werde ich am Samstag, den 10. Juni von 14 – 17 Uhr Zeit haben, meine Erfahrungen bezüglich der Gestaltung solcher Feiern mit „sakraler Eurythmie“ weiter zu geben. Auch hierzu bitte ich um vorherige Anmeldung.

 

 

 

PS. Im Internet habe ich folgende wichtigen Infos gefunden über die kommenden Jahre und den 23.9.2017. „Wer Ohren hat zu hören, der höre!“ http://www.wakenews.tv/watch.php?vid=ccc8db147 

 

https://geistblog.org/2017/04/08/antje-sophia-lachenmayr-23-9-2017/   was da passiert am 23.9.2017 in Deutschland.

 

***

Die kosmische Eurythmie, der kosmische Tanz der Planeten und des Tierkreises – warum ist das heute so wichtig für den Menschen?
–Bericht über den CHOREOCOSMOS; von Gudrun D. Gundersen
Immer wieder vergessen wir unseren Ursprung, unsere wahre Heimat, die in geistigen Bereichen durch geistige Wesen bewirkt worden ist und ständig noch von dort gehalten wird. Das Bewusstsein von der vielfachen Wesenheit des Menschen, der aus dem Göttlichen stammt, tragen wir Eurythmisten in jede Eurythmie-Stunde und geben unsere ganze Kraft dahinein. Nichts Zufälliges darf diese kostbaren Minuten rauben, sondern Verantwortung tragen wir, dass etwas von diesem ewige Wesen von uns immer wieder durchscheine – sei es in seinen seelischen Vokaläußerungen oder in den leibschaffenden konsonantischen Wirkungen, in seinen musikalischen Harmonien und Rhythmen oder sinnvollen Formen. Und so, wie in der wahren Meditation sich hinter dem meditierten Inhalt, wenn man es auslöscht, man als nächstes die Eigen-Aktivität anschaut, die man leistete, so erreicht man durch nochmaliges Auslöschen den wahren Ursprung, die geistigen Wesen, die uns denken und gleichzeitig dadurch schaffen, die durch all unser eurythmisches Tun durch uns hindurch wirken.
Das bewusste Mitwirken-Lassen dieser Wesen in unserem täglichen eurythmischen Schaffen gibt unserem Bemühen die Tiefe, die Rudolf Steiner in der Eurythmie sah. Im Laut-Eurythmie-Kurs GA 279, Seite 153 heißt es: „Damit haben wir die Möglichkeit, uns vorzustellen, dass wir in der Eurythmie dasjenige erneuern, was in den uralten Mysterien Tempeltanz war: die Nachahmung des Sternenreigens, die Nachahmung desjenigen, was durch Götter vom Himmel herunter zum Menschen gesprochen wurde… Und in den Konstellationen, die durch die Planeten entstehen, spricht der Himmel… und was da gesprochen wird, ist eigentlich Wesenheit des Menschen. Daher kein Wunder, dass durch menschliche Gesten und Bewegungsmöglichkeiten gerade ein Kosmisches ausgedrückt wird.“
Die Sophia-Weisheit über den Menschen, die Anthropos-Sophia, zeigt uns den Weg zu unserer ewigen Quelle. Nicht unbewusst hat Rudolf Steiner den Eurythmie-Kurs gleichzeitig gehalten zu den Klassenstunden der neu gegründeten Hochschule sondern gerade als die kosmischen Inhalte und die geistigen Wesenheiten selber zu Worte kommen. Nicht umsonst hat er ganz
besonders auch dazu die Eurythmistinnen eingeladen, die noch nicht Mitglieder dieser Hochschule waren, denn als Eurythmist ist man tätig in diesen ewigen Regionen. Alle diese „Schwestern und Brüder“, wie er sie - und somit auch UNS! - nannte, sollten die Sophia-Weisheit erfahren dürfen, die eben gerade in verdichteter Form in den Klassen-Stunden gegeben werden. Diese esoterischen Stunden mit den verdichteten Mantren, sind gerade für uns Eurythmisten besonders aufschlussreich und ermöglichen eine wahre Vertiefung in und durch die Eurythmie. Ein jeder Eurythmist sollte selber diese Klassentexte1 zu Hause intensiv studieren, damit ein wirkliches Verständnis entstehen kann über die drei großen Bereiche im Menschen: das wahre Denken, das wahre Fühlen und das wahre Wollen, hinter dem genau bezeichnete unterschiedliche Wesen webend wirken. Der Eurythmie-Kurs mit den Klassenstundentexten zusammen gibt erst die ganze Weisheit über das Wesen des Menschen wie es in der Eurythmie sich offenbaren kann.
Dieses Vor-WORT war NOT-wendig, um den Ernst und die Tiefe zu verstehen, um die es geht, wenn wir täglich in dem Kampf um die Wahrheit über den Menschen uns einsetzen. Denn lebendiges Denken verändert abstraktes Philosophieren und nährt das Ewige im Menschen bis weit über den Tod hinaus. Jede, der Flachheit unseres normalen Lebens, abgerungenen Stunde, in der wir Eurythmie geben, darf als Tempeldienst am Wesen des Menschen erlebt werden und wahre, unvergängliche Nahrung ermöglicht man den Teilnehmern solcher Stunden.
Arbeitet man mit Jugendlichen in der Waldorfschule oder mit erwachsenen Laien, so gibt es eine Choreographie von Sternentänzen, CHOREOCOSMOS genannt, die Robert Powell entwickelt hat und die als eine Möglichkeit von vielen anderen, besonders den kosmischen Aspekt des Menschen in musikalischer Form nahebringt. Robert Powell beschreibt es so: „Eine universelle kosmische Sprache entsteht durch die CHOREOCOSMOS Eurythmie. Hier werden göttlich inspirierte klassische Musiken, die Harmonien der Sphären vermitteln und irdische Sprache durchwehen, in einer schönen und kraftvollen Weise, die Teilnehmer der verschiedenen Völker mit einander verbinden zu einer universellen menschlichen Gemeinschaft, während sie an den kosmischen Tänzen des CHOREOCOSMOS teilnehmen.“2


Woraus besteht dieser CHOREOCOSMOS? Rudolf Steiners Angaben für die eurythmisch-kosmischen Bewegungen und Gebärden mit den entsprechenden Lauten werden zusammen gebracht mit dem Wissen über die Sterne, auch der Entstehung der Glyphen (Kurzzeichen für Planeten und Tierkreisbilder aus hellsichtiger Schau alter Zeit), und bilden Grundlage für die Entstehung von Formen, die wie aus den Sternbildern selber erlebt werden können. Farbige Skizzen3 sind entstanden aus dieser Arbeit worin man die konkreten Sterne des Sternzeichens sieht, durch die die Glyphe wie ein Strom fließt und wo man die CHOREOCOSMOS-Form den Laien zeigen kann, eingebettet in die konkreten Sternen des Sternbildes am Himmel. Und wie der Himmel sich rund um die Erde wölbt, so werden auch alle Tänze im Kreis gemeinsam gestaltet, der Kreis als Symbol für die neue Gemeinschaft der Zukunft.
Die „Zwölf Stimmungen“ von Rudolf Steiner sind hier das Urbild für die Arbeit Robert Powells. Zwölfmal ertönt die Siebenheit der Planeten, jeweils in anderer Farbe und Tonart. Entsprechend hat Robert Powell aus der Fülle der klassischen Musik einen Strauß von 12x7 Musiken gefunden, die diesen Themen entsprechen und so zu 84 eurythmisch-kosmischen Tänzen geworden sind. Vier CDs mit einem englischen Vorwort von Robert Powell selber ist gerade heraugekommen.4 Eine Seele und Geist anregende Möglichkeit ist hier entstanden – für Eurythmisten leicht zu erlernen zum Unterrichten; und von Laien immer wieder voller Hingabe und Dankbarkeit eurythmisiert – bis ins hohe Alter. Damit die Laien in Ruhe in eine Gebärde eintauchen können, sind die eurythmischen Formen jeweils kurz und werden – der musikalischen Einheit entsprechend – immer wiederholt das ganze Musikstück über, was eben im Tanz auch der Fall ist. Dieses Wiederholen der Bildung der Arm-Bewegung auf der Glyphen-Form, in der rechten Stimmung und Tonart des Musikstückes, das auf eine Konstellation hinweist, z.B. Sonne im Widder, lässt ungeahnte Kräfte im Laien erwachen und verwebt ihn wieder mit seiner Urheimat, dem Kosmos. „Durch den CHOREOCOSMOS werden Samen für die Zukunft der Erde und der Menschheit gesät… Die choreographischen Formen und die eurythmischen Gebärden bilden dem Ätherleib der Erde Keime ein, die in Harmonie stehen mit dem Prozess der Transformation der Erde in die Neue Erde der Zukunft.5“


Diese Arbeit Robert Powells liegt in Buchform mit Zeichnungen und genauen Anweisungen vor: „Kosmischer Tanz der Planeten6“ und „Kosmischer Tanz des Tierkreises7“. CDs mit den ersten ausgesuchten klassischen Musikstücken gibt es auch dazu, in die man sich als Eurythmist zu Anfang mit Vorteil einarbeitet, bevor man an die nächste Stufe des CHOREOCOSMOS mit den 84 Kosmischen Tänzen herangeht. 8
An dieser Stelle möchte ist Robert Powell offiziell für seinen unermüdlichen Einsatz danken, die er in vielen Kursen und Tagungen in Europa, Amerika und Australien gegeben hat. Zur Rundung seines 70. Lebensjahres möchte ich ihm hier im Namen von Eurythmisten danken für seine Bereicherung, die er durch seine Arbeit der Eurythmie und für die Arbeit mit Laien gegeben hat. Auf eine Fülle von Forschungsergebnissen in Form von Büchern darf er zurückschauen. Sein neuer Fokus in der Eurythmie verbunden mit der Astrosophie ist auf Christus im Ätherreich gerichtet, die Forschung über das Leben des Christus im Zusammenhang mit den Sternen9, einer neuen „Astrosophie“10 den Zusammenhang der Sterne mit den Erdchakren11, und die wunderbare Weisheit über Sophia12, welches in Zusammenarbeit mit Estelle Isaacson herausgegeben worden ist – und vieles mehr!
So, wie der Arzt sein ganzes Wissen und Können für seine Patienten einbringt, so ist diese eurythmische Arbeit mit der Weisheit des kosmischen Ursprungs des Wesens des Menschen das Wichtige, woran wir einander immer wieder auf solchen Symposien erinnern sollten, wie es zum 8. Male – diesmal in Berlin – stattfand. Dank möchte ich an dieser Stelle an Andrea Heidekorn aussprechen, die mit viel Engagement alles abwechslungsreich und sicher durchgeführt hat. Sie spielte auch sehr einfühlsam auf dem Flügel den wunderschönen langsamen Satz der Mondscheinsonate, zu dem wir den kosmischen Tanz des Mondes gemeinsam gestalteten, bei dem wir uns besonders der Engelhierarchie verbunden wissen dürfen. Abgeschlossen habe ich die kleine

Kostprobe des CHOREOCOSMOS, mit dem Spruch von Rudolf Steiner, dem Gebet an den eigenen Engel. Die planetarische Sphäre des Mondes, die von der Erde bis zur Umlaufbahn des Mondes um die ganze Erde wie eine Hülle bildet, ist der Bereich, in dem unser Engel uns hinunter zur Erde geleitet und dort das Leben über begleitet und uns dann auch wieder hinaufführt.
Gebet an den Engel oder Genius
„Du, mein himmlischer Freund, mein Engel,
Der Du mich zur Erde geleitet hast
Und mich geleiten wirst durch die Todespforte
In die Geistesheimat der Menschenseele,
Du, der Du die Wege kennst seit Jahrtausenden,
Lasse nicht ab, mich zu erhellen,
Mich zu durchkraften, mir zu raten,
Dass ich aus dem webenden Schicksalsfeuer
Als ein stärkeres Schicksalsgefäß hervorgehe
Und mich immer mehr erfüllen lerne
Mit dem Sinn der göttlichen Weltenziele.“
Rudolf Steiner
Mit nur wenigen Gebärden und einfachen Formen gestalte ich solche Gebete für die Laien als Kosmische Eurythmie. Z.B. auf die ganze Zeile „Der Du mich zur Erde geleitet hast“ macht man die „Mondgebärde“ und ¼ Lemniskate nach vorne. Bei der nächsten Zeile „EI“ für das „Geleiten“ und dann „Saturn“ Bewegung, dem „Tor des Todes“, auf dem zweitem ¼ der Lemniskate nach hinten, um den Todesprozess nach oben hinaus über den Kopf erlebbar zu machen im Gegensatz zu dem Geborenwerden unten vorne durch das „Tor des Lebens“ des Mondes. Dann weitet man sich in die „Löwe-Gebärde“ in den hinteren geistigen Bereich oben bei den Worten „In die Geistheimat der Menschenseele“ und vollendet die Lemniskate über hinten. Es wird das Wesentliche ergriffen und auch erklärt, was im kosmischen Sinne hinter den einzelnen Worten übergeordnet liegt, dann können sich die Laien in Ruhe vertieft einleben in die wenigen kosmischen und anderen Gebärden und so auch bewusst in den Inhalt einsteigen und bekommen somit kostbare Schätze mit auf den Weg in ihre Geistheimat durch jede Eurythmie-Stunde.
Owingen, 12.6.2016

1 "Der meditationsweg der Michaelschule", Rudolf Steiners esoterisches Vermächtnis, Perseus Verlag, Basel                                              2 Brief an die Freunde - auf Englisch von Robert Powell, Ostern 2016, www.sophiafoundation.org                                                                 3 Farbige Skizzen (12+7) von Gudrun Gundersen zu den CHOREOCOSMOS-Tänzen der Eurythmie zu beziehen bei: gudrun.gundersen@gmx.net ......                                                                                                                                                                       4 Introduktion und 4 CDs zu den 84 (12x7) Tänzen des CHOREOCOSMOS, am Flügel: Marcia Burchard:                                http://sophiafoundation.org/choreocosmos/cd-set-harminies-of-the-starry-spheres                                                                                          5 aus dem gleichen Brief von Robert Powell, Ostern 2016.                                                                                                                               6 "Kosmischer Tanz der Planeten" Robert Powell - www.astronova.de                                                                                                             7 "Kosmischer Tanz des Tierkreises" Robert Powell, Institut für Astrosophie, 2005                                                                                          8 "Musik für die Planeten" und "Tierkreis Kosmischer Tanz" 2 CDs am Flügel Ludmila Lohbrunner-Gricenko, herausgegeben von www.gricenko.de                                                                                                                                                                                                9 "Chronik des lebendigen Christus", Verlag Urachhaus, Stuttgart 1998 - neue erweiterete Aufgage von IL-Verlag Basel.                             10 Hermetische Astrologie 1 und 2", Robert Powell, Urachhaus 2001 und "Die astrologische Revolution" www.astronova.de                        11 "Astrogeographia", Robert Powell und David Bowden, www.astronova.de                                                                                                   12 "Das Sophia Mysterium" von Robert Powell und Estelle Isaacson, IL-Verlag, Basel 2015                                                                                                                      

  ***

Das Menschheits-Gebet

 

Gudrun Gundersen

 

Es gibt ein Gebet, das alle Menschen vereint sprechen können, unabhängig davon, welcher Religionsgemeinschaft sie angehören. Es umfasst zwei Teile. Der erste beginnt mit der Hinwendung an die Schöpfermacht im Himmel, die uns und die Welt erschuf und dessen Namen wir heilig halten sollen – nicht zulassen, dass der Intellekt diese uns geschaffene Kraft verzerrt oder gar verpönt darstellt.

 

Vater unser, der Du bist in den Himmeln.

 

Sein Reich auf Erden möge sich wieder verwirklichen in vielen würdigen Formen, so wie viele verschiedene Blumen in ein und demselben Garten wachsen dürfen.

 

Dein Reich komme,

 

Der göttliche Wille, der in Seinem Reiche herrscht, gibt einem jeden Wesen den Raum und die Würde, die es braucht und wenn die Menschen in achtsamer Weise mit einander umgehen lernen, so wie es seit Urzeiten im Himmel bereits stattfindet, so kann es nun auch entsprechend auf Erden werden.

 

Dein Wille geschehe,

 

Wie in den Himmeln, also auch auf Erden.

 

Im zweiten Teil werden Bitten formuliert, die das Wohl unserer verschiedenen menschlichen Aspekte umfassen, damit ein liebevolles und friedliches Miteinander-Leben unter den Menschen möglich wird. Die grundlegende Bitte ist die Bitte um genügend Nahrung und Schutz für unseren Leib, für unser Leben; es umfasst aber auch die Bitte um die rechte Nahrung für Seele und Geist, ohne die wir uns nicht erinnern können an unseren gerechten Schöpfer und die Verbindung zu ihm sonst nicht finden können.

 

Unser täglich Brot gib uns heute

 

Eine neue Brüderlichkeit kann entstehen, wenn wir in Seinem Namen uns für eine sinnvolle und gerechte Verteilung der Güter einsetzen und nicht eher voll Freude geniessen können, bevor es nicht auch meinem Menschenbruder gut geht.

 

Und vergib uns unsere Schuld,

 

Wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

 

Die uns immer wieder in Schuld führenden Gewohnheiten werden hier angesprochen, unsere angeborenen negativen Eigenschaften werden wir   aufgerufen an uns selbst zu bemerken und aus dem Ich heraus zu bearbeiten. Üben sollen wir, solche negativen Seiten unseren Freunden und Nachbarn zu verzeihen, damit auch sie gnädig mit uns umgehen mögen und vor allem, dass dann unser Schöpfer sich unser an nehmen möge, wenn wir unseren Beitrag zum Schulderlass auf Erden beigetragen haben.

 

Und führe uns nicht in Versuchung

 

Des Nachbarn Frau zu begehren, des Bruders Auto haben zu wollen, die Schönste sein zu wollen, überall da, wo unsere Seele in eine Einseitigkeit egoistischer Art verführt wird, ist der Versucher und prüft unsere Standhaftigkeit. Geben wir die Steuerung unseres Wesens fort, so fallen wir – von Seite zu Seite, wie z.B. auch bei Drogenkonsum und Alkohol. Als nicht antwortungsvoller Mensch haben wir da die Richtung verloren, weshalb diese Bitte um Kraft, den Versuchungen stand zu halten, sehr wichtig ist.

 

Sondern erlöse uns von dem Bösen.

 

Die letzte und schwerwiegendste Bitte gilt der Befreiung von dem Bösen, das uns nicht zu bewußt ausgeführten negativen Taten anstacheln möge, wie z.B. die bewußte Fehlinformation, der bewußte Betrug, die bewußte Versklavung des Bruders und der bewußte Mord.

 

In dieser Zeit der Besinnung auf unsere Kulturwerte, ist der Blick auf dieses Menschheitsgebet sehr sinnvoll. Es hat Europa bereits 2000 Jahre lang geprägt – und vielleicht kann es gerade heute wieder unter dem Aspekt der vielen Zuwanderung von Andersgläubigen, als Das Menschheitsgebet angesehen werden und uns dabei aufrufen, wirklich in Seinem Namen auch selber zu handeln auf allen vier Ebenen – so wie wir es von den noch fremden Brüdern verlangen wollen. Schon immer war jegliche Erziehung dann wirklich wirkungsvoll, wenn man sie auf sich selber anwendet und wahres Vorbild ist.

 

In diesem Sinne ist es wichtig über unsere Kultur und Werte nachzudenken, damit wir nicht selber in Dekadenz verfallen, sondern einander anregen, dass nach und nach unsere neuen Mitbürger mit uns zusammen das Menschheitsgebet aus vollem Herzen und aus freiem Willen sprechen könnten.

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Gudrun Gundersen

Studie zu den inneren und äusseren Raumesrichtungen

zu den Angaben Rudolf Steiners zum Grundsteinspruch

zu den esoterischen Hinweisen der Klassenstunden

zu Hermann Lindes Bilderzyklus „Imaginationen“

Für die Eurythmisten, die den „Grundsteinspruch“ darstellen wollen, hat Rudolf Steiner genaue Angaben gemacht, aus welchen Raumesrichtungen die Elementargeister angerufen werden. Wenn Eurythmisten dieses Welten-Mantram, den Grundsteinspruch, für anthroposophische Mitglieder gestalten, so sollte auf der Bühne nach rechts gegangen werden, wenn der Osten erklingt, nach links, wenn der Westen angerufen wird, nach vorne, wenn der Norden ertönt und nach hinten, wenn der Süden angesprochen wird.

Alle Eurythmie- Formen Rudolf Steiners sind von ihm immer vom Betrachter aus gezeichnet, also für den Zuschauer, der die Formen und Richtungen IN SICH erlebt. Für ihn sieht es also umgekehrt aus, da sich Darsteller und Publikum frontal einander gegenüber befinden:

…“Das hören die Elementargeister in Ost (links), West (rechts), Nord (hinten) Süd (vorne) - / Menschen mögen es hören!“ Hierbei kann man sich vorstellen, dass der Zuschauer die Eurythmisten vor dem Menschheitsrepräsentanten sieht, der im Hintergrund der Bühne seinen Platz haben sollte und der jetzt durch diese Angabe der Raumesrichtungen – nach dem Brand des Ersten Goetheanum- für den Betrachter im SÜDEN steht. Die Wirkung von rechter und linker Seite[1], von vorne und hinten ist für den Betrachter sehr wesentlich, denn in esoterischen Zusammenhängen weisen die Raumesrichtungen auf Bedeutendes hin. Z.B. wird von Rudolf Steiner unsere linke Seite als von Luzifer dominiert beschrieben und die rechte Seite als von Ahriman beherrscht. Der Zuschauer identifiziert sich direkt mit diesen von ihm geschauten Raumesrichtungen, in die die Eurythmisten gehen und erlebt dabei, dass das Bühnengeschehen mit folgenden Tatsachen übereinstimmt:

Rudolf Steiner gibt an, dass Luzifer in der östlichen Welt und in der linken Seite des Menschen vorherrschend ist, Ahriman dagegen stärker in der westlichen Welt und entsprechend in der rechten Seite des Menschen wirkt. Der dem Zuschauer mehr oder weniger unbewusste Geistbereich liegt also dem entsprechend hinter ihm im Norden, dort, wo in alten Mysterien die Einzuweihenden saßen.                                               Der „Süden“ repräsentiert die Qualität der Liebe, der inneren und äußeren Schönheit im Gefühl, so wie der „Osten“ die Weisheit in den Gedanken vertritt und der „Westen“ die Kraft der Stärke im Willen. Im „Norden“ ist das noch Unfertige, das aus Einzelnem Zusammengesetzte beheimatet - positiv angeschaut das sich in Entwicklung Befindende: Dort hat der esoterische Schüler seinen Platz. In Goethes Märchen sitzt dort im „unterirdischen Tempel“ der zusammengesetzte König. Im „goldenen Tempel“ von Hermann Linde aber ist der Bildbetrachter, der Zuschauer an diesen Platz gerückt. Jeder Besucher des Ersten Goetheanum sollte durch die Betrachtung und Verinnerlichung seiner Formen zur Einweihung gelangen können. Und die Eurythmie bekommt hier ihren wahren Charakter als Tempeltanz, was ihr wirklicher Auftrag meiner Meinung nach ist.

Rudolf Steiner überbringt den Eurythmisten bereits ein Jahr nach dem Brand des physischen Ersten Goetheanum mit Hilfe dieser kleinen exakten Angabe zu den Raumesrichtungen eine große neue Botschaft: Der unvergängliche Grundstein in den Herzen der Menschen ist nicht mehr in die äußeren Raumesverhältnisse mit seinen Richtungen eingespannt, sondern verbindet sich ganz mit den Qualitäten eines inneren Tempels, an den sich heute jede Menschenseele erinnern könnte und den sie dann wieder in sich aufbauen kann. Und hierin liegt die NEU - Ausrichtung auf das Herz, das Gefühl, die Kraft des Südens im Menschen, die LIEBE, die unser innigster Auftrag auf Erden ist.

 

Die Raumesrichtungen in der esoterischen Arbeit

Gleichzeitig mit diesem kosmischen Grundsteinspruch entwickelt Rudolf Steiner vor seinen esoterischen Schülern und den Eurythmisten die 19 Klassenstunden[2] als einen Gemütsweg, der in mantrischer Form zum „Herzen-Lungen-Schlag“ des Menschen spricht. Und als er dann den großen Laut-Eurythmie-Kurs im Sommer 1924 gibt, ist er mit der Darstellung der Michaelschule inzwischen so weit, dass er uns sicherlich nicht unbewusst parallel zu den kosmischen Klassenstunden die revolutionierenden neuen kosmischen Gesten der Eurythmie schenkt. Mir ist keine andere gegenwärtige Tanzkunst oder Bewegungsform bekannt, die solch einen kosmischen Aspekt so dezidiert und differenziert lehrt. Uns Eurythmisten ist hier ein kostbares Gut anvertraut worden. Man kann anderswo Ansätze zu ätherischen Bewegungen finden, jedoch der kosmische Bereich der Eurythmie ist einzigartig. Viele der damaligen Eurythmisten waren selbstverständlich bei diesen Klassenstunden als Hochschulmitglieder anwesend oder wurden von Rudolf Steiner persönlich eingeladen teilzunehmen, so dass wir eigentlich doppelte Lehrstunden bekamen: diejenigen im Bewegungsbereich im Rahmen des Eurythmiekurses [3]– und die zugehörigen esoterischen Erklärungen und tieferen Ausgestaltungen in den Klassenstunden.

Schaut man genauer in den 10.Vortrag vom 7. Juli 1924 des Lauteurythmiekurses, so findet man für das hier Angesprochene den Titel: „Formen, die sich aus der Wesenheit des Menschen ergeben“; vergleicht damit z.B. die Themen der 16. Klassenstunde vom 28. Juni 1924, so sieht man den Gedanken der Entwicklung des Menschen als eine kommende zehnte Hierarchie hervorleuchten und in Bezug stehen zu dem Bemühen um die Erkenntnis der Wirkensbereiche der neun Hierarchien. In der 17. Klassenstunde, am 5. Juli – zwei Tage vor besagtem Eurythmievortrag und der ersten Demonstration der kosmischen Gebärden - geht es um die Frage, wie das Ich gereinigt werden kann und um die Erkenntnis, wie die Hierarchien in unserem Denken, Fühlen und Wollen leben und uns dabei helfen wollen, uns so zu schulen, dass wir fähig werden, von jenseits der Schwelle uns und die Welt schauen zu können. Und in der Klassenstunde vom 12. Juli dürfen wir teilhaben am himmlischen Gespräch und Austausch dieser hohen Wesen miteinander - wir können uns vorstellen, wie diese Wesen sich in kosmischer Gebärdensprache offenbaren und miteinander auf eben diese Art auch kommunizieren. – Ein sprechendes Sich-Bewegen in jeweils verschiedenem Duktus, entsprechend entweder der Planetensphäre oder dem Tierkreisbereich, aus denen diese Wesen gerade wirken.

Bisher gibt es nur wenig kosmisches Geschehen in unserem eurythmischen Alltag zu sehen, das auf diesem tiefen Hintergrund aufbaut. Robert Powell hat sich hier allerdings besonders verdient gemacht, indem er den „Kosmischen Tanz[4]“ entwickelte: Diese kosmischen Planeten-Bewegungen mit den entsprechenden Lauten auf Grundformen von Rudolf Steiner zu klassischer Musik zu üben, ist ein Geschenk für alle Laienarbeit im eurythmischen Leben und ein wahrlich bereichernder Anfang, der weltweit in Kursen des CHOREOCOSMOS gepflegt wird dank Robert Powells unermüdlichen Einsatzes. Für uns Eurythmisten stehen aber noch große Aufgaben an, den Menschen durch Kosmische Lauteurythmie die uns umgebenden Wesen sichtbar und erlebbar zu machen, so wie dies z.B. besonders in den Klassenstunden berichtet wird und erlebt werden kann.

Ich weise ausdrücklich auf diese thematische Einheit von Eurythmiekurs und Klassenstunden hin, da sie für einige Eurythmisten noch Neuland ist, Neuland, das sich zu erobern aber gerade für uns besonders ertragreich ist. Die kosmischen Gebärden können an Kraft und Ausstrahlung gewinnen, wenn man sich mit diesen Klassenstunden als Eurythmist beschäftigt. Unsere Eurythmie ist erst überhaupt spezifisch das, was sie sein möchte und könnte, wenn dieser himmlische Bereich endlich voll in das Bewusstsein von uns allen tritt und vertieft geübt und GEBRAUCHT wird. Und jede planetarische Gebärde setzt im Herzen an, im inneren Tempel, am südlichen Altar, wo der Menschheitsrepräsentant in uns steht und uns zeigt, wie sie aus dem Herzen heraufströmt und als erfühlende Kraft unser Denken bis in die Stirn mitgestaltet.

 

Die Raumesrichtungen in den Tempel-Imaginationen von Hermann Linde

Eine weitere Nachricht hat Rudolf Steiner uns aus dieser letzten Zeit seines damaligen Erdenlebens hinterlassen, auf die ich hinweisen möchte:

Hermann Linde bekam nach dem Brand des Ersten Goetheanum den Auftrag, zwölf Imaginationen[5] zu malen über Goethes Märchen: „Die grüne Schlange und die schöne Lilie“ – verwoben mit dem 1. Mysteriendrama. Hier werden Geheimnisse aus dem Misraim-Dienst dargestellt, einer frühen esoterischen Schulung, die Rudolf Steiner seinen esoterischen Schülern zukommen ließ. Hier sehen wir in Bildern esoterischen Inhalts die Verwandlung des alten Tempels dargestellt im Bild des „unterirdischen Tempels“, in dem die Raumesrichtungen so sind, wie wir es gewohnt sind von allen christlichen Sakralbauten; man betritt im Westen den Bau durch das Portal und schaut gen Osten, zum Altar. Dann aber tritt deutlich eine Verwandlung und Verschiebung dieser Kräfte im Märchen und entsprechend in den „Imaginationen“ ein dadurch, dass es „an der Zeit ist“ und sich der Jüngling auf den inneren Weg zur Vereinigung mit seiner „schönen Lilie“ macht. Es vollzieht sich eine Verwandlung des Tempels über den „silbernen“ hin zum „goldenen Tempel“, der eben gerade diejenigen neuen Altarrichtungen aufweist, die im eurythmischen Grundsteinspruch angegeben werden: Der Osten mit dem goldenen, weisheitsvollen Priesterkönig liegt nun links vom Betrachter, der Westen mit dem ehernen Priesterkönig der Stärke ist rechts im Bild zu finden und der silberne Süden tritt in den Mittelpunkt vor uns, wo das Geschehen der Einweihung und der Vereinigung stattfindet im Wirkensbereich des Christus, der als Menschheitsrepräsentant die Gegenmächte erlöst. Eine neue Zeit und das neue Wirken des Christus zeigen sich hier. - Vieles könnte dazu geschrieben werden, jedoch das Wichtigste ist, selber auf Entdeckung zu gehen und diese wunderbaren Zusammenhänge wahrzunehmen und zu verinnerlich.

Zusammenfassung

Rudolf Steiner hat in vielfacher Weise auf die große Veränderung hingewiesen, in der wir alle stehen, indem wir uns bemühen, die Neuausrichtung zum inneren Süden zu finden. Dort soll uns das Herz lenken und leiten und uns fähig machen zu Opfern, die zu ganz neuen Ufern führen werden. In dreifacher Art können die neuen inneren Raumesrichtungen ergriffen werden: erstens durch den Grundsteinspruch mit den Raumesrichtungs-Angaben für die Eurythmisten – umgesetzt aber für den Betrachter, zweitens durch die Klassenstunden der Michaelschule, die einen Gemütsweg darstellen und drittens durch die zwölf Imaginationen von Hermann Linde, die ja in genauer Absprache mit Rudolf Steiner geschaffen wurden. Alle drei Wege weisen auf die gleiche Veränderung hin: dass nun und in Zukunft die Liebe auf Erden walten möge, dass das Herz in den Mittelpunkt rücke bei allem wahren und die Menschheit weiterführenden Geschehen, das nun von uns erwartet wird.

[1] Rudolf Steiner, „Die Welt als Ergebnis von Gleichgewichtswirkungen“, Dornach, 20.-22. November 1914, GA 158

[2] Rudolf Steiner: „Esoterische Unterweisungen I-IV“, GA 270; Der Meditationsweg der Michaelschule, ISBN-978-3-907564-79-0, Perseus Verlag Basel, herausgegeben von Thomas Meyer.

[3] Rudolf Steiner, „Eurythmie als sichtbare Sprache“, GA 279

[4] Lacquanna Paul und Robert Powell, „Kosmischer Tanz der Planeten“, und „Kosmischer Tanz des Tierkreis“ astronova-Verlag, Tübingen, Auslieferung durch den Verlag selber.

[5] Hermann Linde: „Imaginationen“, ISBN-3-906633-4-8, Verlag Walter Keller.

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  Wie können wir den Bienen

durch die Eurythmie helfen?

 

Das grosse Bienensterben in der Welt ruft nach neuen, bewussten Taten, um diese Licht-Wesen zu stärken und ihnen helfend beizustehen.

Vor Kurzem hörte ich einen Vortrag von Andrew Gough über den „verborgenen Bienenstock der Geschichte“ www.andrewgough.com, worin er darstellt mit viel Bildmaterial, dass die Biene zu allen Zeiten hoch verehrt und als eine Gottheit gepflegt wurde. Der Pharao z. B. hat seinen Namen als „Hüter der Bienen“ und trägt zum Zeichen davon diese an einen Bienenstock erinnernde rundliche Kopfbedeckung, auch trägt er das Bienenzeichen oftmals in seiner Namens Kartusche. Das weisheitsvolle Leben der Gedanken geordnet wie ein Bienenstock und befruchtet von der Sophia, der Weisheit, der fruchtbaren Bienenkönigin, kann auch unserem heutigen Denken als Bild stehen für das neue lebendige Denken, das in Übereinstimmung mit den himmlischen Kräften steht.

Der böswillige Angriff der Gegenmächte durch Filme, in denen die Bienen plötzlich als Angreifer und Feind des Menschen dargestellt werden, sowie die grossen Mengen an Giften, die in der Natur gespritzt werden und die vielen Mikrowellen, die durch all die moderne Vernetzung störend auf sie einwirken, haben das Immunsystem dieser hohen Wesenheit, die durch die Bienen wirkt, stark geschwächt, so dass ein grosses Bienensterben begonnen hat. Diese Geist- Wesenheit des Bienenstaates dient der Erde und all ihren Geschöpfen schon Jahrtausende lang und hat für die Vermehrung von Pflanzen gesorgt und dadurch die Nahrungsgrundlage für Tiere und Menschen ermöglicht. Alles Leben wird aussterben, wenn es keine Bienen mehr zur Befruchtung gibt. Auch Rudolf Steiner weisst auf diesen Umstand hin, den wir jetzt bereits sehr deutlich wahrnehmen, wo in den USA bereits 60% aller Bienen gestorben sind.

Was können wir Eurythmisten im Verhältnis dazu tun? So arbeitet die Frage in mir in der Nacht nach dem Vortrag und am Morgen wusste ich es: Wir können mit der Eurythmie den Bienen helfen.

Schon in alten Zeiten wurden Tänze für die Gottheit der Biene abgehalten, wie Andrew Gough sehr schön in seinem Vortrag mit Bildern belegen konnte. Der Möglichkeiten gibt es sicherlich viele und ein jeder kann sich auf den Weg dahin aufmachen. Mir ergab sich eine sehr einfache Form zu einem bekannten Text und das möchte ich als Anregung für Sie, liebe Kollegen, mitteilen:

In jeder Schrift über Bienen kann man die Zeichnung finden, wie die Bienen ihren Informationstanz für einander ausführen. Nach vorne beginnend läuft sie nach rechts eine Rundung und kommt zum Ausgangpunkt zurück und wieder gerade aus kann nach links die gleiche Form gemacht werden. Wir haben die Grundform eines liegenden Apfels, eines Torsos mit der Geraden in der Mitte. Mit jedem „L“, das wir eurythmisch machen, beleben wir die gleichen Kräfte und zeichnen in die Luft die gleiche Form, wie die Bienen sie auf dem Bienenbrett ihren Schwestern vortanzen.

Vielleicht brauchen wir den Schülern nur von den Bienen zu erzählen – und sie werden in Zukunft nicht nur im Eurythmie Unterricht „L“ machen, sondern auch wenn sie draußen in der Natur sind und an die Bienen denken. Denn die Kinder verstehen, dass es um das Überleben der gesamten lebenden Wesen geht!!! Wird das „L“ mit dem Bewusstsein gemacht, das es auf die Bienen gerichtet ist, so kann es diese stärken! Solche Art von Heilen in der Natur könnten wir uns mehr und mehr erarbeiten und wissen uns dann im Einklang mit den Ätherkräften der Natur und unterstützen die Arbeit des Wiedergekommenen Christus dort.

Außerdem wurde mir klar, dass man auch auf einem anderen Gebiet – mit Jugendlichen und Erwachsenen - Folgendes tun kann:

Wenn man mit den Kosmischen Gebärden arbeiten will und mit den Hierarchien, so finden wir in einer Anzahl von Vorträgen Rudolf Steiners in denen er z.B. die nachtodlichen Sphären, die die Menschenseele durchlebt mit den Namen der Planeten bezeichnet. Hierbei geht er unter anderem die Reihenfolge durch, die die Seele nach dem Tode durchläuft, von der Kamaloka / Mondensphäre, die man sich als eine erweiterte Kugel um die Erde vorstellen kann, weitet sich der Umkreis zur Merkursphäre und bis hin dann zur Venussphäre deren Weite man sich vorstellen kann, dass sich bis dort, wo der physische Planet der Venus ist, ausbreitet. Die Hierarchischen Wesen der Engel reichen bis zur Mondensphäre, die Erzengel reichen bis zur Merkursphäre und die Archai bis hin zur Venussphäre, so kann man es z.B. lesen in dem V. Karmaband, GA 239, sowie in GA 140 und GA 141.

Von der Sonnensphäre an betritt die Seele des Menschen ein neues Gebiet. Dieser Sonnenbereich ist so gross, dass ihr gleich drei Himmlische Hierarchische Gruppen zugeordnet sind: die Exusiai, Dynamis und Kyriotetes. Und diese Dreiheit beschäftigt mich schon lange, weil ich nach einer Form suchte, auf der ich in dreifach- differenzierter Form die Sonnengebärde machen könnte. Dieser Bienenvortrag brachte mir dann eine Lösung – von denen es sicherlich auch noch ganz andere gibt:

Meine Frage war aus dem „Grundsteinspruch“ Rudolf Steiners entstanden, in dem es heisst:

 „Ihr Lichtesgeister,

Kyriotetes, Dynamis, Exusiai

Lasset von Osten befeuern,

Was durch den Westen sich formt,

Dieses spricht:

In dem Christus wird Leben der Tod.“

Diese „Lichtesgeister“ sind die Sonnen-Triade, die in der Hochschule genannte Zweite Hierarchie und bisher wurden immer für alle drei die gleiche rechtsgerichtete Sonnengebärde gemacht, um sie zu erreichen. Die Aufgaben und  Wirksamkeit dieser hohen Wesen sind aber durchaus unterschiedlich, wie wir aus den Klassenstunden wissen und ist doch so eng zusammen haltend, dass sie wie eine Stimme sprechen. Ich fragte mich, ob es Aspekte gibt, die mir die Möglichkeit geben, auch drei unterschiedliche Gebärden für die Sonne zu gestalten, um eben diese Wesenheiten noch intensiver ansprechen zu können. Und der Bau meines Leibes und die Grossgeschichte der Sonnen-Erdbeziehungen belehrten mich, dass es Umpolarisierungen der Magnetfelder der Erde und der Sonne gegeben hat und geben wird. Somit ist auch gerechtfertigt, dass einmal die Sonnenachse der Sonnenbewegung durch meinen rechten erhobenen Arm bis hinunter in meinen linken Arm geht – und als weitere Möglichkeit die Sonnenachse, die von dem linken erhobenen Arm bis hinunter in meinen rechten Arm geht – und als dritte Möglichkeit ist auch gerechtfertigt, dass beide Arme gleichzeitig oben die Sonnenbewegung ausführen und dann beide gleichzeitig unten hinten sich drehen – wie ein doppelter Schmetterlingsflügel,- man bekommt dabei das Gefühl fast zu fliegen.

So mache ich jetzt für den Namen der Kyriotetes die Sonnenbewegung rechts, für den Namen der Dynamis die Sonnenbewegung links – aber natürlich wie aus dem „L“ kommend – und für den Namen der Exusiai diese wunderbare Doppelbewegung, die die Formkraft der Persönlichkeit stärkt. Und durch den Impuls von oben genannten Vortrag wird die von mir bisher gemachte dreifachen Lemniskatenform zu der Form, wie sie beim Tanz der Bienen auftaucht, umgeändert: Nach rechts den Kreis mit der rechten Sonnenbewegung für den Namen der Kyriotetes. Entsprechend geht nach links der Kreis mit der linken Sonnenbewegung für den Namen der Dynamis und geradeaus ein Hin- und Zurückweg bei der dritten Sonnenbewegung für den Namen der Exusiai. So kann ich nun jeden Tag, wenn ich den Grundsteinspruch eurythmisch mache, auch an die Bienen denken und sie unmittelbar an das Herz des Christus bringen, der sie zum Leben erwecken kann aus dem Sterbeprozess heraus, in dem sie sich befinden. Vielleicht ermöglicht ER, dass sie doch noch so lange hier ihren Dienst weiter tun dürfen, bis der Mensch wirklich seine Stufe der Reife erlangt hat um die Erde als Lernaufgabe verlassen zu können. So jedenfalls ehre ich sie wieder, wie vor mir die Menschheit in allen Kulturen die Bienen geehrt haben und gebe ihnen so die Möglichkeit, sich wieder zu erholen für ihre so grosse Aufgabe.

Mögen viele neue Ideen zu Ihnen allen kommen, um in vielen Variationen diesen Lichtes-Geistern, diesen Honig–Bringern, diesen Leben-Spendern zu helfen. Vielleicht sind es ja die Bienen, die im aller innigsten Sinne mit dem Christuswirken im Ätherreich verbunden sind?

Owingen, 31.08.2014

Gudrun Gundersen

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Leserbrief zur 100. Ausgabe

von Willy Lochmanns „Symptomatologische Illustrationen“.

 

Schon viele Jahre darf ich diesen sehr interessanten und sehr scharfsinnigen Briefen folgen. Herr Lochmann bemüht sich darin immer wieder neues Licht auf bekannte Phänomene zu werfen. In der 100. Ausgabe des Rundbriefes ist sein inneres Vermächtnis zu Wort gekommen: “Die anthroposophische Gesellschaft wie auch die gesamte Bewegung driftet – willkürlich – in den Untergang; lediglich an der Peripherie gibt es noch einige kleine Lichtschimmer, wo „Kulturoasen“ für die Zukunft möglich erscheinen. Wir sollen deshalb in keinerlei Depression verfallen, sondern die einmalige Gelegenheit im Weltgeschehen nutzen, unser Bewusstsein täglich zu erweitern und uns neuen Herausforderungen zu stellen. Diese schwierige Aufgabe bietet sich als Chance, den Anforderungen unserer Zeit zu entsprechen.“(W.L. 15.4.2014)

„Diese schwierige Aufgabe“ könnte ja damit eröffnet werden, dass z. B. einmal ein bestimmtes Werk von Valentin Tomberg konkret durchgearbeitet und erläutert wird – ohne urteilende Kommentare, sondern als eine offene und vorurteilsfreie Wiedergabe der Gedanken, die in den rechten Kontext zu Rudolf Steiners Darstellung gebracht werden. So dass nicht die Vor-stellung von irgendwelchen dogmatischen Urteilen bezüglich der religiösen Neigung eines anderen im Artikel zu Worte kommen, sondern wirklich dessen reiner Gedankeninhalt. Eine solche Übung gegenüber anderen Anthroposophen wäre Seelen-verbindend – statt Seelen- trennend. Der Unterschied zwischen den Anthroposophen zu all den anderen Menschen in der Welt und deren inneren Einstellungen ist also im Verhältnis sehr gering und könnte eigentlich als eine eventuelle bereichernde VARIATION innerhalb des Anthroposophischen angesehen werden.

Was für ein Wesen in einem meint den anderen Anthroposophen-Bruder BEKÄMPFEN zu müssen? Welche Wahnvorstellung hat sich da eingeschlichen? Und warum meint man eine Judith von Halle so gänzlich Negativisieren zu müssen und mit Worten wie „entlarvt“, „verzückt“, „Betrügereien“ (auf Seite 6 und 7 in der 100. Ausgabe), die jenseits einer vorurteilsfreien Schilderung sind, zu verfolgen, wie eine Verbrecherin? Kann die neue Herzenskultur nur verfolgt werden von den scharfen Denkern – oder wäre gerade dieses, auch das Herz als eine Kraft anzusehen, die „schwierige Aufgabe“ aus dem eigentlichen – vom Herzen her geschriebene inneren Vermächtnis von Herrn Lochmann? Vieles könnte in dieser Richtung zitiert und angeführt werden, Tatsache ist, dass ein Mensch, der sich ernsthaft bemüht und der das schwere Schicksal trägt, eine Stigmatisation zu erleben, angegriffen wird von einer Seite – und selber aber nicht zurückschlägt, - sondern schweigend – liebend - erduldet, damit nicht noch mehr Unheil unter den Anthroposophen entsteht, als es schon gibt, auf dass nicht noch mehr Verfeindungen wachsen und damit endlich  Gemeinsamkeiten aufgefunden werden und diese als Kraftzufuhr ausgebaut werden?

Sind wir nicht in einer neuen Zeit, in der nur das Fruchtbare zählt, damit eben die kleinen Kulturoasen des Herzens überleben können? Werden wir im Nachtodlichen nicht gerade diese neue innere Haltung einnehmen und all unsere Worte daran messen?

In diesem Sinne frage ich mich ob in den kommenden 100 Ausgaben vielleicht auch dieser Aspekt in die Berichte einziehen dürfte und diese wunderbare Übung des vorurteilslosen Berichtens untereinander geübt wird - als fruchtbares Beispiel in der Welt.

Von Herzen grüßt Sie Gudrun Gundersen                                                                            Owingen, 29.5.2014

 

P.S. Auf der Bodenseepromenade kam uns heute die Zukunft von „Philadelphia“ (aus der Apokalypse) entgegen in der Gestalt von zwei Jugendlichen, die auf ihren Plakaten „Freie Umarmung“ anboten. Wir umarmten uns herzlich und waren einig, dass allein die Brüderlichkeit und Liebe unter uns Menschen die Welt retten wird. In diesem  Sinne umarme ich Sie herzlich, Herr Lochmann, denn die Zukunft hat längst begonnen!

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In eigener Sache:

 

In Artikeln von Hermann Keimeyer und Michael Heinen-Anders wird versucht die Arbeit von Robert Powell anzugreifen. Keiner von beiden war je auf einem Kurs oder Vortrag von ihm, jedoch vermeinen sie ihn unbedingt angreifen zu müssen mit dem von ihm entwickelten Kosmischen Tanz und anderen eigenen Stellungsnahmen zu anthroposophische Themen. Diese Internett-Verfolgung entstand als ich auf meine Webseite einen Artikel von Robert Powell setzte bezüglich der Frage: „ ob Rudolf Steiner Meister Jesus gewesen sei oder nicht“  der einen anderen Standpunkt vertritt als Hermann Keimeyer es versucht in alle Welt zu verkünden. Letzteres Arbeitsweise habe ich ausführlich kennengelernt und zwei Jahre von Norwegen aus unterstützt, weshalb er und sein Sprachrohr Michael Heinen-Anders nun versuchen, wo es möglich ist, eine Verquickung meines Namens mit der Ansicht von Hermann Keimeyer immer wieder herzustellen, obwohl ich mich seit meinem Umzug an den Bodensee im Oktober 2008 ganz von ihm distanziert habe, denn seine dogmatisierende Art seine eigenen geschauten Ergebnisse anderen überstülpen zu wollen, seine Art mit solchen esoterischen Themen umzugehen, entspricht nicht meiner Art. Ich versuche demjenigen, der eine Meinung  hat, zuzuhören, ihn aufzunehmen und sein eigentliches inneres Anliegen zu erlauschen.

Meine Seele öffnet sich gerne Rudolf Steiners Forschungen gegenüber und ich erlebe seine tiefe Beziehung zu Christus und seine vorverkündende Aufgabe über das Wirken des Christus im Ätherreich als das Wichtigste, was mir je hat mitgeteilt werden können. Diese tiefe Liebe zu Christus und auch zu seinem Verkünder Rudolf Steiner finde ich auch im tiefsten Herzensgrunde von Herrn Keimeyer und Robert Powell, bei Judith von Halle und Valentin Tomberg – und vielen anderen Anthroposophen - und dem fühle ich mich verbunden. Hingegen muss ich mich distanzieren von jeglicher Art von Verfolgungen untereinander auf Unterschieden in gedanklichen Schlussfolgerungen basierend. Mir kommt es so vor, als ob man über die Erlaubnis zanken würde, ob diese oder jene Blume im Garten Gottes stehen dürfe… Ein jeglicher blühe auf seine Art und füge so dem Ganzen eine weitere Duftnote hinzu – so ist meine Einstellung dazu.

Leider hat Hermann Keimeyer in unrechter Weise unter Verletzung des privaten Respekts Veröffentlichungen von mir auf seiner Internettseite getätigt und manipuliert, dass eben ein Eindruck entstehen solle, ich würde ihn weiterhin unterstützen. Vor dem Teil von ihm, der Grenzen sprengend und Besitz ergreifend wirkt,  musste ich mich und meine Familie schützen. Leider schlagen die Wellen seiner Verfolgungskampagne gegenüber Robert Powell noch immer hoch, denn das Internett vergisst nicht... Zu Robert Powell hat mich gerade seine tiefe innige Verbundenheit mit Christus und seiner weisheitsvollen Auslegerin der Sophia geführt und sein Tun im Kosmischen Tanz und der Gebetseurythmie zeugen davon. In seinen Schriften zeigt sich sein Wahrheitsbemühen und eine liebevolle freilassende Art prägt sein alltägliches Auftreten. Hier ist ein Wissenschaftler und Eurythmist, der Schritt für Schritt Rudolf Steiners Aussagen aufnimmt, verarbeitet und anschliessend zu neuen noch nicht von anderen anthroposophischen Forschern ausgesprochenen  aber eindeutig auffindbaren Ergebnissen kommt.

Verbunden fühle ich mich mit denjenigen, die in Frieden und mit Liebe miteinander hier auf Erden für das Wirken und Erkennen des Christus sich bemühen – jeder auf seine Weise und dadurch die unterschiedlichsten Menschengruppen ansprechend. - Mögen doch gerade immer mehr  Anthroposophen auch christliches Handeln untereinander praktizieren und einander zuhören  und so  die Freiheit zu einem eigenen Standpunkt sowie auch das gleiche Recht dem anderen zulassen.   

Gudrun Gundersen, Owingen, 13.02.2014                                                                                

 

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Welchen Einfluss hat der Brand des Ersten Goetheanum auf die Eurythmie?

Das Erste Goetheanum, das in den Jahren 1913 -1922 gebaut und geformt wurde in Dornach, hatte die Ausrichtung nach Osten, so wie alle christlichen Sakralbauten. Man trat im Westen ein und hatte den Osten vor sich, in dem auf der Bühne als Mittelpunkt und Allerheiligstes der „Menschheitsrepräsentant stehen sollte,"das Gleichgewicht haltend zwischen den Versuchermächten Luzifer und Ahriman".
Nach dem Brand des Ersten Goetheanum in der Silvesternacht 1922/23 gab Rudolf Steiner zur Weihnachtstagung 1924 den Grundsteinspruch, der ein inneres Goetheanum erbauen hilft. Für die Eurythmisten gab Rudolf Steiner die Raumesrichtungen bei der Anrufung der Elementargeister dafür so an, dass nun der Osten rechts von ihm liegt, der Westen links, der Norden vorne und der Süden hinten, dort wo die Statue stehen sollte. Das heißt, die frühere Ost-West-Achse des physischen Ersten Goetheanum wurde um 90° gedreht, um ein Viertel des Kreises, so dass der Süden im geistigen Hintergrund ist, aus dem heraus der Eurythmist schafft, impulsiert vom Menschheitsrepräsentanten. Gleiches kann man sehen in der XI. Imagination von Hermann Linde, die er auf Rudolf Steiners genauer Anweisung hin gemalt hatte als Teil einer 12 Bilder umfassenden Reihe über Goethes Märchen für den Zweigraum in Mannheim.
Auch den im Ätherreich sich andeutenden Ätherbau des Ersten Goetheanum sieht man bereits in der XII. Imagination. Dorthin führt die Brücke, die durch das freiwillige Opfer der grünen Schlange entstanden ist. In diesen letzten Imaginationen lässt Rudolf Steiner aufzeigen die damals noch in der Zukunft liegende Tatsache und heutige Wirklichkeit des Ersten Goetheanum in der angrenzenden Wirklichkeit des Ätherreiches, neben unserer physischen Wirklichkeit.

Über unterschiedliche eurythmische Sonnengebärden
Durch die, wie oben beschrieben, veränderten Raumesrichtungen dieses spezeiellen Spruches, der eben erst NACH dem Brand des Eresten Goetheanums entstand und die dort eindeutigen Anweisungen für eine andere Art der Raumesausrichtungen, als im physischen Gebäude,  können wir Eurythmisten uns bewußt mit diesem Ätherreich verbinden. Aus der Beschäftigung damit und mit dem Kosmischen Tanz ist wie selbstverständlich eine Beweglichkeit in die Vorstellung gekommen auch in Bezug auf die Differenzierung der Sonnengebärden für die Anrufung der II. Hierarchien-Triade im Grundsteinspruch. Will man für diese drei unterschiedlich benannten Hierarchien der II. Hierarchien-Triade etwas differenzierte Sonnengebärden gestalten, z. B. auf das Ertönen ihrer Namen, so kann man folgendes versuchen, was meinner Erfahrung nach, ein möglicher Ansatz ist:

Für die Kyriotetes kann– wie gewohnt – die Sonnengebärde so bewegt werden, dass der rechte Arm vorne-oben und den linken Arm hinten-unten kreisen. Die Geister der Weisheit sind zu Recht im Osten, d.h. Ihre Betonung liegt auf der rechten Seite in den Ätherrichtungen.


Die Dynamis, Geister der Bewegung, können die linke Seite gestalten durch den erhobenen linken Arm, der seine kreisende Bewegung mit dem polaren rechten Arm unten gestaltet.

Die Exusiai, die Geister der Form, haben die Ich-Entwicklung des Menschen ermöglicht, sie gestalten die Mitte, wie der Merkurstab die Mitte formt und gebärdemässig wird zuerst die Sonnengebärde oben mit beiden Armen gestaltet und anschliessend unten hinten mit beiden Armen. Eine Art "Schmetterlingsbewegung" entsteht, die beide vorherigen Sonnenbewegungen zusammenfasst und so die neue Mitte, die Süd-Nordachse im Ätherreich bestärken.

 Diese Möglichkeit der Differenzierung macht die Gestaltung gerade dieser II. Hierarchie, der Christus-Hierarchie lebendig, so wie ja auch die Christusstatue in Begriff ist sich zu bewegen – zu verändern – Zukunft gestaltend zu wirken.

Als Anregung zum lebendigen Weiterentwickeln möchte diese Darstellung sein. Und empfehlen kann ich dazu sehr das Studium dieser 12 Imaginationen von Hermann Linde, denn tiefes Verständnis kann sich daraus bilden wenn man die verschiedenen Tempelbilder dieser Reihe vergleichend anschaut. So kann im Innern das Verständnis für die Raumesrichtungen im Ätherreich aus einer abstrakten Wahrheit zum Erlebnis werden. Verschmelzen können da die erarbeiteten Erlebnisse mit Goethes Märchen und dem 1. Mysteriendrama von Rudolf Steiner.
Owingen, 10.11.2013, (korrigiert am 2.6.2014)


Gudrun D. Gundersen

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Wie kann man sich vor gedanklicher Irreführung schützen?

Ein Beitrag, um das Problem des Unfreimachens im Gedankenleben zu beleuchten und dadurch auch eine Antwort auf die „Replik“ aus dem Michaeliheft zu geben.

Wenn Informationen über die gleiche Person sich gänzlich widersprechen, so steht man vor dem Phänomen selber heraus finden zu müssen, welche von den heran dringenden Meinungen der Wahrheit entspricht. Leider ist man häufig nicht abgesichert durch die hervorragende äussere Stellung der Person der einen Meinung gegenüber der anderen, denn es gibt leider auch die bewusst geführte Irreführung von Gedanken, um eine Menge Menschen dadurch problemloser leiten zu können. Im Politischen, aber auch im Sozialen und Esoterischen wird das zum Teil ganz bewusst – und zum Teil halbbewusst  - wie nachplappernd – betrieben. Wie lerne ich diese Stimmen zu unterscheiden?

Die Geisteswissenschaft gibt uns aus uralter und immer neuer Weisheit das Wissen über die ewig gute Wesenheit des Menschen, dass sie aus dem Göttlichen stammt und dorthin auch einstens zurückkehren wird. Bei der Evolution der Menschheit bis zum heutigen Zustand, haben sich auch die luziferischen und ahrimanischen Wesen – als zurückgebliebene ihrer Art – entwickelt und sie sind als Kräfte in uns und dem anderen Wirksam. Sie treten verführend, irreleitend, das Höchste verspottend auf, um uns - wie der Weltenplan der Schöpfung sie einsetzt - zum Erüben des bewussten Denken und Handeln herauszufordern.

 Es gilt also zum einen das Vertrauen in die ewige Entelechie des Menschen nicht zu verlieren – und zum anderen dann zu prüfen, ist der Gedankenträger von positiv wirkenden Gedanken geführt, oder von irreführenden Gedanken besetzt, welche die spezielle Eigenschaft haben, sich wie „Schraubenmännchen“ fest einzubohren und dogmatisierend, verleumdend, Seelen vergiftend zu wirken. Man kann sich die Frage stellen: durch wen wird Menschen verbindend gesprochen – und durch wen wird verurteilend, diffamierend, zersplitternd gesprochen? Unser innerstes Herzempfinden, das Liebe, Frieden und Freiheit jedem zukommen lassen möchte, ist als Wegweiser gefragt.

 Rudolf Steiner versicherte uns, dass es zu jeder Zeit im Stillen wirkende Eingeweihte gäbe – um den Menschen, die ehrlich suchen, zu helfen – wie aber wird mit ihnen in unseren Kreisen umgegangen? Da, wo sich selbstständige Geistesforschung zeigt, ob bei Valentin Tomberg oder Judith von Halle, so fanden sich schnell Köpfe, die nicht bewusst vom Herzen her sich schützten und durch die dann irreführend Meinungen publik gemacht wurden, die manchen zur Sünde wieder den Heiligen Geist verführten. Denn Geistesoffenbarung zu verleumden, zu verdrehen und zu verspotten zeigt die Besetzung dieses Kopfes, dieser Seele bis in den Willen an. Diese dreifache Besetzung kann man auch immer wieder in sich selbst finden – und nur eine wahre Selbsterkenntnis, die mit ErkenntnisMUT dies Ungeheuer in sich erkennt, kann es dadurch auf Abstand bekommen und sich so frei-willig davon lösen. Dieses Drama der Initiation finden wir auch dargestellt in den Glassfenstern des Ersten Goetheanum.

            Schmerzliche Erkenntnis eigener Unzulänglichkeiten bilden den Anfang eines solchen Pfades. Gewissheit aber bieten die Inhalte des Grundsteinspruches von Rudolf Steiner, dass wir ALLE – und alles aus Gott geboren sind – dass jedes schmerzende Todeserlebnis zum Leben in Christus führt – und dass Gedanken, die des Geistes Weltgedanken denken, zum Erwachen der Seele für den Geist im eigenen Herzen führen.

 Liebe Kollegen, nehmen Sie die Möglichkeit wahr, obiges anzuwenden und zu prüfen an z.B. dem früheren Artikel von mir und der darauffolgenden „Replik“. Diese schraubenden Gedankenwesen versuchen jetzt sogar  unseren innersten Kreis um die lebendige Anthroposophie anzugreifen und zu zerstören. Also prüfen Sie selber, welch Geistes Kind Robert Powell, Valentin Tomberg und auch  Judith von Halle sind,  alle drei werden jedenfalls verfolgt – von offiziell sich nennenden Anthroposophen - , die ihnen das Anthroposoph-Sein abzustreiten versuchen.

Ihre „Replik“ schliesst mit dem wunderbaren Zitat Rudolf Steiners:“Es ist(…) das an die Welt hingegebene Herz, welches in der Eurythmie lebt“: (GA 277:378)

Wir wären beide keine Eurythmisten, wenn nicht solch ein Herz in uns schlüge – und diese Gemeinsamkeit des Herzens vereint uns  mit all denjenigen, die auch mit ihrem Herzblut für die Eurythmie und die Anthroposophie einstehen. Mögen wir uns immer wieder besinnen auf das Vereinende und Zusammenklingende und all die Unterschiede in den Freiheitsraum der Eigenverantwortung stellen, wo jede Individualität als Initiativträger verantwortlich in der Welt steht und sich verbunden fühlen mag in der aus der Geisteswelt von Michael gestifteten wirklich innerlich erlebten Freien Hohen Schule der Geistigen Wissenschaften.

Christus lehrt uns – so unterschiedlich wir sein mögen: „Gehe jetzt zu meinen Brüdern und spreche zu ihnen: „Ich steige empor zum Weltengrunde, der väterlich mir und euch das Dasein gibt, der als göttliche Kraft lebt in mir und auch in euch.“ (Joh. 22. Kap. Emil Bock Übersetzung) .

Erinnern wir uns dieses göttlichen Ursprungs in uns allen und helfen so eine gemeinsame Zukunft der Brüderlichkeit zu bilden.

Gudrun D. Gundersen

Owingen, 11.10.2013

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Betrachtung zum 21.12.2012

 

 

Zum Weltgeschehen, das mit dem Datum 21.12.2012 verbunden wird, hier einige Gedanken, denn viele alte Kulturen weisen auf unsere heutige Zeit hin und es gibt viele entsprechende Prophezeiungen, dass ein grosser Entwicklungsabschnitt der Menschheit beendet sein wird und ein neuer Zyklus beginne.

 

Vom Kosmologischen Gesichtspunkt aus zeigt das Tierkreisbild des Schützen mit seiner Pfeilspitze an diesem Tage auf das Galaktische Zentrum, auf die Zentrale Sonne, die auf einer Achse von 60Grad zur Ekliptik , als Galaktische Achse bekannt ist und am Himmel als „Milchstrasse“ gesehen wird.

 

Der Zwischenraum zwischen der Pfeilspitze des „Schützen“ und dem „Stachel des Skorpion“ wird manchmal als „die Kluft“ oder „der Abgrund“ benannt. Seit einigen Jahren weiss die moderne Forschung, dass dort auf 2 Grad Schütze das Zentrum der grossen Galaxie liegt, auf dessen „Orionarm“ sich unser eigenes Sonnensystem befindet.

 

Über dieser „Kluft“ befindet sich das Sternbild des „Schlangenträgers“. Er wird manchmal auch das 13. Tierkreisbild genannt. Er ist „der Dreizehnte“ zu dem die „Zwölfheit“ gehört. Er sammelt diese um sich und bildet so die Mitte von jeweils 6 Zeichen rechts und 6 Zeichen  links.

 Im Ersten Goetheanum waren auf der Bühne auch 12 Säulen, sechs rechts und sechs links und in der Mitte von ihnen im Zwischenraum, sollte der „Menschheitsrepräsentant“ stehen, eine 9 Meter grosse Statue, die Rudolf Steiner zusammen mit Edith Maryon schnitzte. In der Kuppel darüber war auch ein Bild dieses Menschheitsrepräsentanten gemalt, der zwischen den zwei Versuchermächten Luzifer und Ahriman die Mitte hält. Dieser Menschheitsrepräsentant kann einen an den „Schlangenträger“ erinnern, das 13. Sternbild im Abgrund, denn auch er trägt die gefährliche Schlange des Abgrundes, so dass sie nicht alles verschlinge. Auch der Schlangenträger, ebenso wie Christus im Ätherreiche, ist eine Etage höher angesiedelt als auf der Ekliptik auf der sich der Tierkreis befindet, die als Ursprung unserer sichtbaren Welt angesehen werden kann.

 

Im Folgenden werde ich gewisse Vergleiche ziehen, die mögliche Aspekte geben, dass Rudolf Steiner im Ersten Goetheanum eigentlich viele Hinweise und genaue Darstellungen gegeben hat für gerade diese Zeit um den 21.12.2012. Hätte er es vor 100 Jahren in Worten gebracht, so wären die Menschen damals in Furcht gefallen und damit direkt dem Geist der Hindernisse verfallen gewesen. In Glasfenstern aber wurde schon zu allen Zeiten – verschlüsselt - Wesendliches dargestellt, das dann Spätergeborene entziffern konnten.

 

Als erstes wird vom Besucher des grossen Saales im Ersten Goetheanum in Dornach die Aufmerksamkeit von dem grossen roten Fenster des Westens eingefangen, das einem die eigenen Schwächen in Form von 3 Tieren darstellt, die man bezwingen und verwandeln lernen kann durch die Aufforderung des Mittelbildes bewusst zu „schauen“. Vom erkennenden Schauen getragen, das den hinteren Raum, den Geist-Raum des Rückens aktiviert, schreitet man über die „Schwell“, d.h. durch die Türe des Saales. Auf dem Wege von Westen, vom Eingang zur Bühne im Osten, leuchten einem die Glasfenster mit ihren unterschiedlichen Themen den Weg, der zu dem „Menschheitsrepräsentant“ führt, zu dem zukünftigen, den Christus aufgenommen habenden Menschen, an dem bereits die Chakren in vollem Umfange in Bewegung gekommen sind.

 

In den Glasfenstern des Zuschauerraumes im Ersten Goetheanum begegnet der offen Fragende den beiden Gegenmächten, Ahriman als „Geist der Schwere“ in den grünen Fenstern des Nordens und den „Luziferischen Geistern“ in den grünen Fenstern des Südens. Sie wirken als erstes nach dem Schritt „über die Schwelle“ dieses Saales. Jedes dieser drei geteilten Glasfenster, dieser Tryptichon, haben den inneren Aufbau, dass die linke Seite ein anfängliches Stadium darstellt zum Thema, das im gösseren Mittelfenster zum Ausdruck kommt und seine exakte Endsituation im rechten seitlichen Fenster erhält. Lehren in Bildform treten hier an den Besucher. Der sogenannte „Schwellenübergang“, den die Menschheit in dieser Zeit vollzieht, ist in Form des Passierens der grossen Einlasstüre gegeben und wie die Geisteswissenschaft berichtet, so begegnet man als erstes jenseits der Schwelle den Gegenmächten.

 

Wenden wir uns nach Norden, so ist dort der Geist der Schwere, der wie eine grosse Schlange im Glasfenster geformt ist und aus dem Erdbereich aufsteigt, welcher klein unten angedeutet ist. Dieser Geist hat zwei Hörner, zwei sehr grosse Ohren, zwei Falten auf der Stirne und eine Art Bart und schaut einen direkt an. Sechs Kreise in den Biegungen des Schlangenleibes mit herabhängenden Schwänzen und ein Saturnzeichen zu oberst am Hals lassen einen überrascht dieses Wesen betrachten. Zur linken von ihm sitzt ein Mensch in einer Lichtesaura, von Blitzen umzuckt auf einem hohen Felsen auf dem Blätter zu sehen sind. Hier befindet man sich eindeutig nicht in der Normalwelt, sondern „auf der Spitze des Berges“, auf geistiger Höhe und empfängt Geistesblitze, Intuitionen, die den Sitzenden erst das zwei gehörnte Tier erkennen lassen und dann auch zum rechten Handeln anregen, wie die Betrachtung der zwei Seitenteile dieses Tryptichons zeigen.

 Links sind drei ahrimanische Wesen im Erdinnern zu erkennen, die zu Schraub-Enden deformierte Unterleiber haben und die mit ihren Händen nach oben zeigen zu den Willensströmen, die aus dem Erdinnern von ihnen begleitet zu dem Menschen ganz oben auf der Erde gehen.  Der Mensch dort steht eingespannt zwischen Sonneneinfluss von links und Mondkraft von rechts, mit einer Reihe von 5 Sternen senkrecht über seinem Haupt. Eine Entscheidungssituation ist hier dargestellt zu einem ganz bestimmten Zeitpunkt, durch die Aufreihung der 5 Planeten sichtbar gemacht. Für mich stellt sich dieser 21.12.2012  als eine solche entscheidende Situation dar, wenn 5 Planeten in einer Reihe am Himmel zu sehen sein werden. Dass hier alte Mondenkräfte, verstärkt durch die unbewussten Willenskräfte aus dem Erdinnern gegenüber  neuen Sonnenkräften um den Menschen kämpfen, ist erkennbar an den Armen des Menschen, der sie in die zwei entgegen gesetzten Richtungen ausgespannt hält und auch wieder auffindbar in den Entscheidungen, die ein jeder für sich bezüglich dieses Neuanfanges machen sollte.

Im ganz rechten Fenster hat der Mensch sich bereits entschieden, denn die ahrimanischen Wesen sind bedeutungslos geworden und trudeln abwärts, während der Mensch sich der Sonne zugewendet hat und die 5 Sterne nun einen schützenden Bogen über ihn bilden, eine neue Konstellation sich gebildet hat. In des Geistes Höhe konnte der Schauende  des Mittelfensters das Zweigehörnte Tier als den „Geist der Hindernisse“ erkennen, der Widerstand im Willen erzeugt und richtet sein Handeln entsprechend; er geht nun der aufgehenden Sonne entgegen. Die erste Prüfung, die unsere Zeit an uns stellt, ist bestanden.

         Wie das Resultat dieser ersten Prüfung sehen wir im rosa Fenster des Nordens einen Menschen, der wie der Menschheitsrepräsentant aussieht und sich liebevoll verständigen kann mit Luzifer, der aus den drei Strömen schaut, die von Golgatha in höhere Bereiche fliessen. Das Luziferische selbst wird hier geheilt durch den Menschen, der in sich Golgatha verwirklich hat, in dessen Herzen Christus seine Auferstehung erleben darf.

Zur Rechten dieses rosa Tryptichon im Norden  sieht man Strahlen der Sonne bis in tiefe Erdschichten vordringen, wo das ahrimanische Wesen von ihnen eingebunden und in Untätigkeit gehalten wird. Die drei Kreuze von Golgatha stehen hier oben im Sonnenschein und leuchten bis hinunter in die Erdentiefen und warten auf den Zeitpunkt, wo auch dieses Wesen sich dem Liebeseinfluss des Christus fügen möchte.

Das grosse rosa Mittelfenster im Norden atmet Liebe, Frommsein, das aus den Pflanzen, aus der Natur zum Menschen spricht, der begleitet wird von seinem noch etwas dunkleren Engel. Es ist als ob Christus selbst aus der Natur zu dem Menschen spricht und ihn zur Verantwortung für die Kreatur liebevoll auffordert - durch Sein einfaches Dasein – ohne in die Freiheit des Menschen einzugreifen. Dieses rosa Fenster des Nordens spricht die Sprache des Christus, wie Er die Probleme der Erde und der Menschen löst, worauf die zweimalige Darstellung der drei Kreuze von Golgatha auch hinweisen.

 

Im grünen Fenster des Südens wird das Erkennen des Luziferischen erreicht durch das eigene Drinnen-Stehen im Feuer der Be-Geisterung und wie die Menschenliebe einen ergreift bis hin zur Erdzugewandheit. Im linken rosa Fenster des Südens, das als Antwort für die Bearbeitung der luziferischen Prüfung kommt, liegt ein Schlafender auf einem Felsen, ihm gegenüber die Formen des Ersten Goetheanums. Im Berge unter ihm sind 3 Totenschädel aufeinander gestülpt, vielleicht gerade die Zeitspanne von drei mal dreiunddreissig Jahren, drei Generationen andeutend, d.h. gerade auf unsere heutige Zeit hinweisend. Im grossen mittleren rosa Fenster des Südens neigt ein kosmisches Wesen sich zu dem meditierenden Menschen hin und macht aus dem zu Anfang noch Schlafenden (links)), dann Meditierenden(mitte), einen bewusst erwacht Schauenden( rechtes Fenster), der auf dem Felsen steht und Zwiesprache mit ihm halten darf. Ist dieses Wesen die Kraft, die Weisheit, die den Bau des Goetheanums inspiriert hat, die in der Anthropos- Sophie auch ihren Ausdruck fand? Ist sie der Bau, den die heutigen Menschen damals aus dem Ungeborensein schauten, denn  „Ich schaue den Bau“ heissen die Worte darunter. Im Meditieren bauen wir in Übereinstimmung mit Sophia die Welt. Im rechten Fenster heisst es „Und der Bau wird Mensch“; das, was damals an Geheimnissen in das Erste Goetheanum als Tempelbau alles lebte, das verwirklicht sich heute in den erwachenden Menschen. Die Weisheit-Sophias ist in die Menschen eingezogen und man kann sich wieder mit ihr austauschen. Ein neuer Zeitabschnitt beginnt,  denn in Übereinstimmung mit der Weisheit kann der Mensch nun neue Formen auch im Sozialen schaffen und so eine neue Weltordnung leben.

 

Zum 21.12.2012 ist ganz besonders das grüne Fenster des Nordens sprechend, für mich wie eine Aufforderung, den Zeitenwendepunkt bewusst zu ergreifen und sich für die Hinwendung zur Sonnenkraft des Christus zu entscheiden, dass sie uns leite in unserem Tun. Und die Weisheit der Sophia strahlt vom ersten Goetheanum, das im rosa Fenster des Südens auftaucht, bis hin zu den heute erwachten Menschen, die mit Sophias Weisheit Rudolf Steiners offenbare Geheimnisse einander mitteilen können. Gemeinsam mit Sophia als kosmischer Schutz und Christus im Herzen, können wir nur danken, dass wichtige Wegzeichen für diese Zeit in Bildform uns geschenkt wurden.

Die Realisierung dieser Vorausschau hängt von einem jeden selbst ab, dazu wendet man sich im Ersten Goetheanum dann der Bühne zu, die ein Einweihungsort ist, auf dem Throne für hierarchische Wesen zu sehen sind und 12 Säulen, in deren Mitte der Menschheitsrepräsentant zwischen Luzifer und Ahriman den Weg aufzeigt, den wir mit der Hilfe von Christus im Herzen und der Weisheit Sophias gehen können, der schwerste Weg, der die Prüfung im eigenen Innern mit diesen Gegenmächten bedeutet.

 

Aus Licht und Finsternis sind diese Fensterbilder entstanden, durch lichte und schmerzliche Erfahrungen dürfen wir erwachen und uns so wieder von Geistwesen bewusst helfen lassen, wie wir es in Urzeiten in unbewusster Form taten. Es ist wahrlich eine neue Zeit für die Menschheit angebrochen.

         Anregung mögen diese Zeilen sein, die Formen des Ersten Goetheanums zu sich sprechen zu lassen und Fragen bewusst werden zu lassen, damit die Antworten von einem jeden selbst gefunden werden mögen, denn Sophia antwortet – wenn eine Frage da ist.

 In den Wochensprüchen Rudolf Steiners heisst es im Weihnachtsspruch:

„Ich fühle wie entzaubert

Das Geisteskind im Seelenschoss;

Es hat in Herzenshelligkeit

Gezeugt das heilige Weltenwort

Der Hoffnung Himmelsfrucht,

Die jubelnd wächst in Weltenfernen

Aus meines Wesens Gottesgrund.“

 

Dieses Geisteskind anzunehmen und zu pflegen – täglich – wird Sicherheit und Stärkung sein auf dem weiteren Lebensweg.

 

 

Owingen, 16.12.2012, Gudrun D. Gundersen

 

 

Die Reihenfolge der Worte Christi am Kreuz

 

DIE Reihenfolge der Worte Christi am Kreuze, die Judith von Halle berichtet, ist aus dem stigmatisierten Nacherleben der konkreten Situation in der Jesus Christus auf Golgatha war, entstanden. Es liegt hier nicht eine rein esoterische Betrachtungsweise vor, die von Menschen gemacht ist, um gewisse Seelentugenden zu üben, sondern hier stellt sich dar die Tatsache, dass jeder Schritt, jede Handlung, jedes Wort des Christus Jesus in Übereinstimmung mit dem Kosmos stattfand, wovon Robert Powell ausführlich und genau berichtet aus seiner Sternenforschung in dem Buche: „Chronik des lebendigen Christus“.

         Das erste Wort des Christus am Kreuze, von dem Judith von Halle berichtet, „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun“, richtet sich an die Folterknechte und Soldaten, ihnen verzeihend, dass sie seinen göttlichen Leib schänden. Und erwecken soll es in uns das zukünftige Bewusstsein des Dritten Auges, das Wissen davon, was man zu jeder Zeit tut und dass man für alles sich in der karmischen Verantwortung stehend fühlt.

         Das zweite Wort des Christus am Kreuze, „Siehe Dein Sohn. Siehe Deine Mutter.“, richtet sich an Mutter Maria und Johannes. Die zukünftige Zeugungskraft aus dem Worte durch das Halschakra, wird hier bereits zum ersten Male in Funktion gesetzt und schafft eine neue geistige Verwandtschaftsbeziehung. Solche neuen Bänder der Verbundenheit im Seelisch-Geistigen durch Christus sichern die Neuen Menschen unter einander ab und treten an die Stelle der alten Blutzusammenhänge, die in der Zukunft – und oft bereits heute, nicht mehr tragfähig sein werden.

         Das dritte Wort des Christus am Kreuz klingt aus dem Herzen und richtet sich an den Mörder zu seiner Rechten, der erkannt hat, dass er als sündiger Mensch zu Recht eine karmische Rechnung durch den Kreuzestod zu begleichen hatte, dass aber jener Christus Jesus in der Mitte, zu Unrecht verurteilt worden war, diesen schmach- und schmerzvollen Tod zu erleiden. Und die Antwort des am Kreuze leidenden Christus kommt von dem Herzchakra, das seine Verbindungen in alle Bereiche des Menschenwesens sendet und das grosse verbindende Organ des neuen astralen Menschen ist: “Heute noch wirst du mit mir im Paradiese sein.“ Lebt Christus in der Mitte dieses Zentralorgans, so ist es Welten verändernd, denn kein Egoismus, keine falschen Vorurteile und kein Grösenwahn kann an seiner Seite sich halten, es sind Worte, die aus reiner Liebe entsprungen sind und den schwersten Verbrecher unmittelbar befreit von seinen Sünden und Schulden. Das Herz kann vergeben und im Vergeben hebt es den Menschen in die Zukunft.

         Das vierte Wort am Kreuz kann in zweifacher Weise übersetzt werden, wie Judith von Halle berichtet im Buche “Von den Geheimnissen des Kreuzweges und des Gralsblutes“ Seite 112. Sie berichtet dort: “Als der Herr das vierte Wort sprach, waren seine physischen Lebenskräfte beinahe erschöpft – ein Anblick, bei dem das Herz zerbricht. Doch für das geistig schauende Auge erstrahlt Er im Anblick des herannahenden Todes wie ein Sieger, so schön wie bei der Verklärung auf dem Berg Tabor. Und so erklang Sein Wort einerseits aus der physischen Welt, aus dem physischen Organismus heraus, der in den Sterbeprozess einging: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?!“ Doch andererseits erklang es aus dem sich zur wahren Geburt anschickenden Munde des Menschensohnes, der kurz vor der Wiederherstellung des Urbilds der Menschheit stand: „Mein Gott, mein Gott, wie hast du mich erhöht!““

Das Merkurchakra im Solar plexus klingt so und eröffnet eine neue Möglichkeit der Verherrlichung des menschlichen Tempels, des Leibes. Wir können nur Dimensionen erahnen, da dieses Solar Plexus Zentrum  ja auch die „Türe, der Eingang und der Ausgang“ – durch Sein viertes „Ich Bin Wort“ ist. Der Eingang zu den unbewussten Regionen ist hier, und MIT dem Christus können wir wagen durch diese Türe einzutreten in die Erlebnisse der Dunkelheit und sie werden DURCH IHN erhellt und beginnen zu leuchten – „Wie ein Sieger“. Das vormals Dunkle wird in der Zukunft umso heller erstahlen als es dunkel war. Der Sitz von Angst und Verzweiflung und des Verlassenheitsgefühles ist hier, das alles verschwindet aber in dem Momente, in dem der Christus auch hier einziehen darf. Er lebte diese zukünftige Stufe bereits in dem Momente der grössten Qual und wandelte sie – für uns Menschen- in das zukünftige leuchtende Menschensein.

Das  fünfte Wort Christi am Kreuze „Mich dürstet“ kommt aus dem sich wandelnden Sakralchakra, hinweisend auf eine Zukunft des ewigen Gesättigtseins in der Verbindung mit dem Urquell des Daseins. „Der Weg, die Wahrheit und das Leben“ führen hin zum Quell, durch Christus zum Vater und löscht allen Durst, der aus der langen Trennung von Ihm entstanden ist. Als Wegweiser im Dunkel des Unbewussten dient uns Menschen heute zum einen das entsprechend „Ich Bin“ Wort, hinweisend, dass ER der Weg sei und zur Wahrheit führt, die eben auch das Unbewusste und bisher Verachtete mit einschliesst und dadurch zum Leben, zur Quelle der Mutter führt. Sie soll erinnert, geehrt und erkannt werden. Diesem Dürsten wird Christus in der sogenannten Höllenfahrt nachgehen, denn der tiefste Brunnen der Welt liegt im Inneren und dessen Wasser löschet diesen Durst.

Im sechsten Worte des Christus am Kreuze, „Es ist vollbracht“, kann man es wie eine Oktave nach unten erleben. Zu der Erhöhung in die Oktave gehört das umgekehrte Geistbild der Oktave nach unten, als Erreichung des vollständig Inkarniert-Seins für den Christusgeist, der sich ganz mit dem Leib des Menschen Jesus Verbunden hat – Minuten vor seinem Tod und ihn nun bis in die letzte Zelle ausfüllt und durchgeistigt. In diesen Minuten wird die eigentliche Grundlage gelegt für die Auferstehung. Der göttliche Christus spricht wie zu sich selbst, dass er nun ganz den Leib des Jesus durchdrungen hat und vollbracht hat, wozu er gekommen ist. Er wollte die Menschheit dem Tode der Materie entreissen, in die sie gefallen war durch den Sündenfall. Und diese Aufgabe hat Er vollbracht in diesem Momente und das Wurzelchakra, zu dem auch die Worte gehören: „Ich bin der wahre Weinstock, ihr seid die Reben“. Sie bestätigen die Aussage, dass Er den Weg zur Quelle gefunden hat und nun ein fruchtbarer Weinstock für die Menschheit ist. Seine Wurzeln gehen tief genug und können süsse Trauben nähren. Die Trauben dürfen wir werden, wenn wir  - Ihm folgend -  diese Verbindung und Verwandlung zum Leibe und zur Mutter voll erreichen und die Chakren aufleuchten lassen können und selbst wie saftiger süsser Nektar der Trauben geworden sind.

Dieses Quellwasser, das aus tiefsten Tiefen aufsteigt und die Trauben an der Rebe mit Saft erfüllen, dieses Quellwasser der „ Heimat, der Freigiebigkeit und der Allgnade“ der Mutter erquickt Christus – und auch uns – und wird zum Strahl eines Ewigkeit schenkenden Springbrunnens, der in Jesu-Christi Krohnchakra aufsteigt als er die letzten Worte haucht: “Vater, in Deine Hände empfehle ich meinen Geist“. Es ist der Aufstieg vom untersten Chakra zum obersten, noch einmal alle anderen Stationen durchleuchtend und verewigend, da endlich Erdenmaterie des Menschenleibes voll vereint mit der göttlichen Geistigkeit ist und den Weg zum Vater zurück begonnen hat. Für die Menschheit hat Er damit bereits vollbracht, was uns heute eine Zukunfts-Sicherheit vermittelt. Es ist der Aufstieg aus Leibestiefen, den jede Seele heute macht im Augenblicke des Todes. Nicht mehr hinab in die Unterwelt geht unser Seelen-Geist, wie es noch VOR dem Mysterium von Golgatha war, sondern hinauf auf den Rückweg zum Vater begibt sich eine jede Menschliche Seele nun, dank dieses Verwandlungs-Liebes-Dienstes durch den Opfertodes des Christus.

Die Mutter sendet nun den Sohn zurück zum Vater, Ihm dankend, dass sie nicht vergessen wurde. Die Kraft der Verwandlung aus der Tiefe schiesst hoch  auf zur Schöpferkraft und in einer Explosion ist das Kundalini aktiviert, Tod bringend dem physischen Leib und unsterbliches Leben gebend der Seele und dem Geist. Die Urkraft von Vater und Mutter erwacht in Christus als Zeichen für den zukünftigen Zustand der feurigen Unsterblichkeit, der auch wir einst folgen dürfen.

Diese sieben Worte am Kreuz sind Weltentaten der Zukunft, die Christus-Jesus in der allergrössten Fesselung an das Kreuzesholz und den nahe heran gekommenen Tod des Leibes vor Augen, der Menschheit als Zukunftshoffnung schenkte.

Sich in diese, auf die Zukunft gerichtete Reihenfolge einzustimmen, gibt Kraft und Mut allen gegenwärtigen Behinderungen und Fesseln zu begegnen, zu bearbeiten, zu durchleben – und sich für die Ewigkeit zu entscheiden. Durch diese Reihenfolge wird „Leben der Tod“. Sie bringt die zukünftigen Aspekte der Worte zur Offenbarung und bildet dadurch einen weiteren zu den vielen schon vorhandenen Aspekte zur Vertiefung des Christusverständnisses auf Erden.

 

Der weitere Weg des Christus in die Erdentiefen, die sogenannte „Höllenfahrt“, machte Er, um auch die Natur mit all ihren Wesen und die ganze Erde zu erlösen von dem Fall, den diese mitmachten, als die Menschheit der Versuchung im Paradies erlegen war und hinunter auf die Erde musste. Seine Wiederkehr und Sein Wirken heute in der Natur ist bereits so stark geworden, dass es in der Welt bereits Tiere gibt, die weiss geboren werden, wie z.B. die weissen Löwen von Afrika und hindeuten auf die Reinheit dieses Christusimpulses in der Natur. Robert Powell berichtete von diesen Tieren auf seiner Tagung in Föhrenbühl am 23.9.2012. Es wurde den Teilnehmern zum Erlebnis, dass wir die Sendboten Christi auf Erden sind und der Natur vermitteln dürfen unseren Dank und unsere Verbundenheit, die auch Verantwortung für die Kreatur und die Natur trägt.

Mögen des Christus Worte in unseren Seelen leben und durch unsere Taten in die Welt fliessen, diese mit ihrem Ursprung wieder zu verbinden.

 

Owingen, 26.9.2012

Gudrun D. Gundersen

 

 

Brief an die Choreocosmos Interessierten von Gudrun Gundersen, am 5.3.20

Liebe Choreocosmos Interessierte,

Meine letzte Mail „Wie man die Spitzfindigkeit des Wirkens der Gegenmächte entdecken kann“ ist bei einigen, die mit den Begriffen „Meister“ und „Weisser Loge“ vertraut sind, gut angekommen. Andere jedoch verstanden  nur, dass es sich um eine Zurechtrückung der begangenen falschen Anklage der Dummheit handele.

Hier ein Versuch, einen Anfang zu legen für das Verständnis für den Hintergrund.

 

Im Choreocosmos sind wir gewohnt von den Hierarchien zu sprechen. Diese sind gegliedert in jeweils drei Gruppen. Wir haben da vor uns eine ganze hierarchische Ordnung, die aufsteigt von den Engeln, zu den Erzengeln bis zu den Archai und nennen sie die 3. Hierarchie; sie haben ihren Wohnsitz auf dem Monde, dem Merkur und der Venus. Die 2. Hierarchie mit ihren drei Gruppen von Exusiai, Dynamis und Kyriotetes bilden gemeinsam die Kraft unserer Sonne. Und die 1. Hierarchie umfasst Throne, Cherubim und Seraphim und sie arbeiten aus der Sphäre des Mars, des Jupiters und des Saturns. Und über und in all diesem grossen Wirken und mächtigen Aufgabenbereichen ist die Trinität.

 

Dieser hierarchische Aufbau hat der Menschheit geholfen zu werden, das was sie ist und die Menschen haben von über ihnen stehenden Wesen gelernt und gebrauchen diese Art der Pyramide auch im Staate z.B. bei dem hierarchischen Aufbau der Gewichtigkeit einer Aussage. Wenn die Kanzlerin  beschliesst, dass aus der Atomkraft ausgestiegen werden soll, so führt das für die Minister in den entsprechenden Resorts zu Kursänderungen – ob der einzelne will oder nicht. Hier ist das Prinzip der hierarchischen Macht von oben nach unten angewandt. Diese Macht aber hat die Kanzlerin vom Volke bekommen. Es besteht heute also ein Zusammenhang der Verantwortung der Spitze der Hierarchie gegenüber dem Volke, das erwacht ist. Das ist das Kostbare an der Demokratie.

 

Es gibt in der Menschheit einige bereits fortgeschrittene, veredelte Repräsentanten von ihnen, die ihre Verantwortung für die Menschheit so leben, dass sie heute als dienende Kräfte im Verborgenen wirken. In früheren Zeiten hatten sie leitende Stellungen inne und zu einer Zeit bildete sich der Sprachgebrauch heraus, dass man sie als „Meister“ bezeichnete, um diesen ewigen und meisterlich beherrschten Teil von ihnen zu benennen. So gibt es z.B. den „Meister Jesus“, d.h. das ist das Ich des Menschen Jesus, das austrat im Moment der Taufe, als der Christus in ihn einzog. Dieser wunderbare Mensch, der in noch früheren Zeiten Zarathustra, der grosse persische Eingeweihte war, lebte – unter anderem, als Jesus und wird seit der Zeit NACH dem Mysterium von Golgatha mit dem Namen „Meister Jesus“ bezeichnet, denn der Name Jesus existiert faktisch ja häufiger.

Will man verstehen, welche hoch entwickelten Menschen ausserdem um den Christus herum wirksam sind und welche gerade inkarniert sind und was für Aufgaben der einzelne übernommen hat im grossen Entwicklungsdrama um die Menschheit, so kann man z.B. das Buch von Judith von Halle studieren. Dort befinden sich auch Hinweise, wann und wo Rudolf Steiner über diese „Meister“ gesprochen hat. Geheimes Wissen, esoterisches Wissen, wird so offenbar für diejenigen, die wach und bewusst danach fragen. So können wir alle nur an Verständnis wachsen, dass wir bewusst dem Beispiel solcher grossen „Meister“ folgen, die alle dem Christus folgen und die in der sogenannten „Weissen Loge“ sich befinden auch ein esoterischer Ausdruck für eben diese Gruppe sich gereinigt habender Menschenmeister, die seelisch-moralisch weiss, licht geworden sind.

         Das neue Prinzip, das seit Golgatha durch Christus allen Menschen vorgelebt worden ist, ist das der Liebe. Die Liebe herrscht nicht, sie dient, so wie ER den Jüngern die Füsse wusch…

         Um Rudolf Steiner recht zu verstehen, kann man sich fragen, ob er auch zu diesem Kreis der grossen Meister, die dem Christus folgen, gehört. Dieser Frage ist Judith von Halle nachgegangen in ihrem Buche: „Rudolf Steiner, Meister der Weissen Loge“. Im stillen Wirken, so wie das Gewissen in uns, so lassen sich die Meister heute nur vernehmen von denen, die ihr Ohr öffnen.

Zur Zeitenwende, als Christus auf Erden wandelte, war er in jeder Handlung in Übereinstimmung mit den Sternen, den Hierarchien und dem Willen des „Vaters“. „Nicht mein Wille, sondern Dein (des „Vaters“) Wille geschehe“ ist für uns heute die seelische Formel, die dieser Haltung entspricht und uns weiterhilft.

         Da der Inhalt dieses Buches von Judith von Halle auf das ganz zentrale Anliegen des Christus geht und aufzeigt, wie auch Rudolf Steiner sich ganz in diesem dienenden Strome befand, musste ich auf den Artikel „Chinese Whispers“ eingehen, da er jetzt offenbare Unwahrheit verbreitete. Es geht um unsere innersten Werte, der inneren Folge des Christus und seiner Mission, und dem Bemühen, dass dieses weiterhin klar und leuchtend dastehen kann.

         In diesem Sinne nehmt ihr teil an diesem Kampf um die Seelen der Menschen, indem ihr diesen Brief lest und somit Verständnis für die früher gesandte Zuschrift in Euch erarbeitet.

 

Eine gesegnete Passions und Osterzeit wünsche ich Euch.

Eure Gudrun

***

        

An den „Europäer“

Eine Leserzuschrift in Bezug auf den Artikel „Chinese Whispers“, oder

„Wie man die Spitzfindigkeit des Wirkens der Gegenmächte entdecken kann“

 

Wenn man den Artikel „Chinese Whispers“ von Herrn Ramsbotham gelesen hat, so vermeint man hier einer Aufklärung in Bezug auf Rudolf Steiners okkulten Inkarnationen zu folgen und wird gegen Ende der Darstellung aber verführt, Herrn Ramsbotham folgend, einen gravierenden – und anscheinend einleuchtenden Fehler in Judith von Halles Darstellung glauben gefunden zu haben. All dies Vermeintliche löst sich aber wie Nebel vor dem Sonnenschein, wenn man Judith von Halles eigene Worte aus dem Buche, „Rudolf Steiner, Meister der Weissen Loge“ nochmals studiert. Der angeführte Punkt beginnt bei ihr auf Seite 134. Dort weißt sie eindeutig auf  den rein esoterischen Gebrauch des Namens Serapis für den siebten Meister hin, dass er bisher ein „Platzhalter“ Namen sei, um der esoterischen Gesetzmässigkeit der 100 Jahresregel Folge zu leisten. In der Anmerkung 68 auf Seite 182 schreibt sie ausserdem: „Wer hier den siebten Meister der Weissen Loge mit demjenigen „Serapis“ gleichsetzt, welcher sich als ominöser Verfasser von Briefen fragwürdigen Inhaltes an Vertreter der Theosophischen Gesellschaft wie Colonel Olcott und Helena Blavatsky gewandt hat, der begeht einen ähnlich tragischen Fehler wie die besagten beiden Persönlichkeiten vor etwa 140 Jahren.“

Und nun wird sie von Herrn Ramsbotham eben gerade jenes Fehlers anscheinend überführt, vor dem sie ausdrücklich warnt. Es ist wirklich eine ungeheure Spitzfindigkeit der Gegenmächte, diese von ihr klar und eindeutig dargestellte Situation zu verdrehen und Judith von Halle dadurch vor den Augen der Anthroposophenschaft der Dumheit anscheinend zu überführen. Man kann innerlich nur weinen, dass die reinsten Vertreter der Geisteswissenschaft Rudolf Steiners nun auch in der doch sehr renomierten Zeitschrift „Europäer“ auf diese Weise verunglimpft werden.

 

Also, der Name „Serapis“ steht stellvertretend, den Platz frei haltend, für den echten Namen des siebten Meisters, der erst  nach mindestens 100 Jahren veröffentlicht werden darf.  Möge die Nachricht über die Richtigstellung dieses wahrscheinlich auf einem sprachlichen Fehler beruhenden Gedankenkurzschluss  von Herrn Ramsbotham unsere Kreise erreichen und den angestellten Schaden versuchen aufzurichten.

Dieses Buch, „Rudolf Steiner, Meister der Weissen Loge“ steht wie ein Leuchtturm zwischen den vielen anderen Veröffentlichungen zu Rudolf Steiners Biographie zu seinem 150. Geburtstag. Hier wird auf die vertikale Verbindung, auf das wirklich Wesendliche von Rudolf Steiners Wirken eingegangen. Judith von Halle bezieht sich auf die spärlichen, aber einleuchtenden Hinweise Rudolf Steiners. Sie hat den Mut und die Klarheit auf diese Geheimnisse um Rudolf Steiners wahren Ursprung sehr subtil einzugehen und anzudeuten, dass wir tatsächlich von dem bedeutendsten Wesen Hilfe erhielten in Form von Rudolf Steiners Wirken. – Und wie danken wir ihr das – und dadurch indirekt auch Rudolf Steiner? Sind wir nicht dem Pharisäertum der Beurteilung und Verurteilung alle ganz nahe gekommen und vergessen, dass es tatsächlich noch originäres Geistschöpfertum sich hier aus lebt mit lebendiger Geistwirklichkeit?

Mögen diese wenigen Zeilen aufmunternd sein, doch nochmals das Buch von Judith von Halle genau durchzulesen – mit allen Anmerkungen! Da die esoterischen Wahrheiten sich einem nicht so leicht erschliessen, kann so ein bewusster – eventuell sogar zweiter Durchgang des Buches für jeden nur fruchtbar werden, denn Rudolf Steiner leuchtet einem entgegen in seinen vielen Dimensionen.

 

Owingen, 02.03.2012

Gudrun D. Gundersen

 

 ***

 

 
Vor 100 Jahren
 
Zur 100 jährigen Wiederkehr des ersten Gespräches  im Dezember 1911 von Clara Smits mit Rudolf Steiner über „die Möglichkeit einer Bewegungskunst, die auf geisteswissenschaftlicher Grundlage aufgebaut“ ist, was die spätere Eurythmie wurde, möchte ich ganz besonders Rudolf Steiner und Marie Steiner danken und ihrer gedenken. Ohne seine übersinnlichen Forschungen, durch die er die Bewegungen des Ätherleibes des Menschen und daraus die Bewegungsformen bei Sprache und Musik hat wahrnehmen können und ohne Marie Steiners unermüdliche übende Pflege der neuen Kunst hätte diese nicht entstehen können. Aber auch Clara Smits, die die Wachheit und den Mut hatte, sich mit der Bitte an Rudolf Steiner zu wenden, ob es für ihre Tochter eine Möglichkeit der Bewegungslehre aus der Geisteswissenschaft gäbe, sende ich meinen grossen Dank. Denn es ist diese Bitte von Clara Smits genau vor 100 Jahren geschehen und hat damit die Ära für die neue Kunst der Eurythmie eröffnet. Möge sich das Interesse für diese sinnvolle Art der eurythmischen Bewegung und des sich Einstimmens auf den Kosmos in der kommenden Zeit wachsen, weil das einen Ausweg aus der materialistischen Gesinnung zeigen könnte und die Menschen wieder in eine geistvolle Zukunft führen kann.
 
Wenn man zusammen schaut, dass die 15. – 17. Klassenstunden der neuen Michaelschule, der heute genannten „Freien Hochschule für Geisteswissenschaft“ während des Lauteurythmiekurses gegeben wurden, so sieht man vor sich, dass die Eurythmisten von damals selbstverständlich dabei anwesend waren und dass diese eine fortsetzende Unterweisung der Gespräche der Hierarchien untereinander in ihren Vorträgen und Unterweisungen bekamen, die in den entsprechenden Klassenstunden behandelt werden. Das genauere Ineinandergreifen dieser zwei Gebiete und Unterweisungen – in welcher Form die hierarchischen Wesen mit einander sprechen – mit Hilfe der kosmischen Gebärden des Tierkreises und der Planeten sieht so aus:
Am 21. Juni 1924 fand die 15. Klassenstunde statt.
Vom 24.-27. Juni 1924 waren die ersten 4 Vorträge des Lauteurythmiekurses.
Am 28. Juni 1924 findet die 16. Klassenstunde statt.
Vom 30.7. bis 4. Juli 1924 waren weitere 5 Vorträge des Lauteurythmiekurses.
Am 5. Juli 1924 fand die 17. Klassenstunde statt.
Am 7. Juli 1924 gibt Rudolf Steiner den Eurythmisten die Tierkreis und Planeten-Gebärden.
Am 8. und 9. Juli fanden die letzten 2 Vorträge des Lauteurythmiekurses statt.
Am 12. Juli 1924 findet die 18. Klassenstunde statt.
 
Das unmittelbare  In- Einander- Geflochten- Sein dieser zwei so wichtigen und neuen Initiativen Rudolf Steiners, die der Klassenstunden der Freien Hochschule und die der kosmischen Eurythmie, die beide aus der geistigen Welt heraus gewollt wurden und sich deshalb auch Rudolf Steiner offenbaren konnten, gibt Seelensicherheit, dass die Kosmische Eurythmie – genauso wie die Hochschularbeit ein ganz besonderes Gnadengeschenk des Christus und der Hierarchien an die Menschheit ist – und entsprechend auch von den Menschen würdig aufgenommen werden sollte.
Ein jegliches Eintreten für diese Impulse sollte von Anthroposophen mitgetragen werden und nicht durch kleine Andersartigkeiten verschwiegen oder abgewiesen werden.
 
Bisher wurde in den Mitteilungen für Eurythmisten nichts über den Impuls Robert Powells veröffentlicht, obwohl er bereits seit vielen Jahren die kosmische Eurythmie im Besonderen pflegt und eine grosse Liebe für die Eurythmie bei den Teilnehmern seiner Kurse rings um in der Welt entwickelt. Gar mancher von ihnen ist wegen seiner Impulse zum Eurythmiestudium aufgebrochen. Vielleicht ist aber jetzt die Zeit gekommen – nach 100 Jahren Eurythmie, dass auch diese Arbeit – neben all den vielen anderen eurytmischen Arbeiten – ins Bewusstsein der Anthroposophen treten kann.
 Da Robert Powell seine Arbeit bewusst für Laien konzipiert hat, werden hier die Elemente der Kosmischen Eurythmie in ihrer Ursprünglichkeit vermittelt. Als Hilfe von der seelischen Seite her, hat er passende Musikwerke der Klassik ausgewählt, die die Planeten-Stimmung vermitteln (z.B. für den „MOND“ 1. Satz aus der Mondscheinsonate). Und für die Tierkreisstimmungen hat er Musikwerke in den entsprechenden Tonskalen nach den Angaben von Rudolf Steiner gefunden. Da er auch Astronom und Astrologe ist neben seinem Eurythmisten- und Heileurythmisten- Sein, bringt er auch noch als drittes das exakte Wissen über die Sterne in die Arbeit hinein. Er hat dadurch eine neue Form von Sternentanz entwickelt, die alle Eigenschaften der Eurythmie in sich tragen und die mitmachenden Laien zu einem neuen gemeinschaftlichen Sternen-Klingen bringt. „Choreocosmos“ oder „Kosmischer Tanz“ nennt er das, was so entstanden ist.
 
Es ist ein klingendes Sprechen, was entsteht beim Choreocosmos. Die Musik wird nur als seelentragendes Element verwendet und nicht toneurythmisch dargestellt, sondern es werden die Laute und die kosmischen Gebärden der Eurythmie wiederholend gemacht z.B. werden auf der Widderform, die aus der Sternglyphe abgelesen ist, erst die Widdergebärde und dann das „W“ gemacht, während man aus der Waldsteinsonate von Beethoven ein Stück in C-Dur spielt und es nur als motivische Einteilung verwendet, um zu einem harmonischen Miteinander in der Bewegung der Raumform mit kosmisch klingend gestalteten Gebärden und Lauten zu kommen. Ein ruhiges Einleben in die Laute und in die kosmischen Gebärden wird so gewährleistet durch die vielen von Musik getragenen Wiederholungen.
Diejenigen Eurythmiekollegen, die den Mut und die Offenheit zeigten, an diesen Laienarbeiten teilzunehmen, waren erfreut und  fühlten sich neu belebt. Heilende Kräfte gehen von dieser Arbeit aus, so wie es von jeglicher guter Eurythmie entsteht.
***
Die Mantren der Klassenstunden hat Rudolf Steiner aus der geistigen Welt bekommen und an die Menschheit 1924 weitergeleitet. Eingeflochten in den Höhepunkt dieser neue Mysterienarbeit hat er den grossen, wichtigen Lauteurythmiekurs in Dornach gegeben und damit auch die Möglichkeit geschaffen, dass diese Worte einmal im recht gestalteten Rahmen und in kosmischer Form von Menschenherzen den Hierarchien entgegen klingen können – durch die Eurythmie. Der 2. Teil der Michael-Schule sollte ritueller Art sein – sicherlich nicht ohne Eurythmie, die Rudolf Steiner beschreibt als: “ in der Eurythmie(wird) dasjenige erneuert, was in den uralten Mysterien Tempeltanz war: die Nachahmung des Sternenreigens, die Nachahmung desjenigen, was durch Götter vom Himmel herunter zum Menschen gesprochen wurde.“
Und an anderer Stelle sagt er: „ Wir bekommen die 19 Lautmöglichkeiten, indem wir im Tierkreis das Konsonantische, im Reigen der Planeten das Vokalische sehen. Der Himmel spricht: jedes Mal, wenn ein Planet zwischen zwei Tierkreisbildern steht, steht ein Vokal zwischen den Konsonanten. Und in den Konstellationen, die durch die Planeten entstehen, spricht der Himmel, spricht in der mannigfaltigsten Weise, und was da gesprochen wird, ist eigentlich Wesenheit des Menschen. Daher kein Wunder, dass durch menschliche Gesten und Bewegungsmöglichkeit gerade ein Kosmisches ausgedrückt wird.“
Ich glaube, dass wir erst an einem Anfang stehen, einem Anfang der wahren Eurythmie, durch die wir auch mit den vier Elementen der Erde und mit Christus, der heute im Ätherreiche zu finden ist, kommunizieren lernen.
Mögen Menschen Ohren zum Hören haben und Augen zum Schauen und Mut zum Handeln!
Owingen, 6.12.2011.
G.D.Gundersen
 
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Rezension des Büchleins: „Krise und Chance“,
Die Freie Hochschule und ihre Bedeutung für das Karma der Anthroposophischen Gesellschaft.
 
Man kann nur dankbar sein, dass in dem kleinen Taschenbuch „Krise und Chance“ von Judith von Halle so ein hohes Mass an Spiritualität und Moral bis in jeden Gedanken geprägt sind, denn anders könnte man gar nicht mehr die bisher so lang totgeschwiegenen Seiten der Geschichte der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft darstellen. Endlich werden Schleier gelüftet und Zusammenhänge deutlich gemacht, die jedes Mitglied der Hochschule kennen sollte, um die Situation der Gegenwart richtig einschätzen zu können und um selber aus der Krise, in der sich die Arbeit befindet, eine Chance zu bilden.
         Judith von Halle ernährt sich buchstäblich von eben den Mantren und kennt daher die unmittelbaren Wirkungen dieser Worte auf ihre Wesensglieder von denen wir bisher nur ahnen und denken können. Ihre tief innerliche Verbundenheit mit dem Christusimpuls und dem Wirken Michaels lässt sie die wesentlichen Geschehnisse der Hochschulgeschichte liebevoll und klar aufzeichnen und gibt dem Hochschulmitglied dadurch neue Dimensionen für seine Bemühungen.
Möge die Weitherzigkeit, die man bei Judith von Halle findet, Echo in Anthroposophen Herzen hervorrufen!
Owingen,31.1.2011, Gudrun D. Gundersen
 
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Wie könnte das Verhältnis von Geistesforschern
unter einander sein?
 
Eine Betrachtung von Gudrun D. Gundersen
 
Seit meinem 18. Lebensjahr, als ich ein erstes Buch von Rudolf Steiner: “Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten“ geschenkt bekam und es intensiv studierte, war mir klar, dass es innerhalb der Anthroposophenschaft Eingeweihte, Wissende geben müsse. Diese versuchte ich zu finden, um bei ihnen zu lernen.
         Und ich fand – sehr unterschiedliche Formen der Hellsichtigkeit – und sehr unterschiedliche Stadien der Umsetzung der christlich-rosenkreuzerisch Bemühungen im Alltag bei diesen. Es bekümmerte mich immer wieder, wie stark mancher von ihnen andere in ihrem geistigen Bemühen verurteilte und dadurch selber sich als jenseits der einen oder der anderen Seite der Mittellinie befand, um die das Ringen eines jeden Strebenden geht.
         Das Erforschen der geistigen Welt, das Vertiefen der Erkenntnisse um die Ereignisse und das Wirken des Jesus Christus, beschreibt das Johannes Evangelium so: “Vieles andere noch hat Jesus vollbracht; sollte man aber von dem erschöpfend schreiben, so würde, so dünkt mich, selbst die Welt die geschriebenen Bücher nicht fassen.“ (Joh. 21.25). Hieraus folgt, dass noch viel Raum ist für gar viele Vertiefungen von verschiedensten Geistesforschern zu den damaligen und bis in die heutige und zukünftige Zeit hinein. Für einen jeden, der sich ernsthaft bemüht, ist hier Raum und Möglichkeit. Zu allen Zeiten wird es immer wieder neue Geistesforscher geben, die auf den Wahrheiten der Vorgänger vertiefend eingehen werden und die jeweils rechte Sprache gebrauchen werden, die dem Zeitgeiste angemessen ist.
         Als ich vor Tagen in den „Anthroposophischen Betrachtungen über das Neue Testament“ von Valentin Tomberg las, fand ich Folgendes auf Seite 174 zu meiner Frage nach dem Verhalten von Geistesforschern unter einander:
Diese (bei Johannes dargestellte) Gesinnung hat als natürliche Folge die Überzeugung, dass jede Wahrheit, welche über die Christus-Wesenheit und das Christus-Wirken erkannt worden ist, nur eine Anregung sein kann, um nach der Erkenntnis einer weiteren Wahrheit zu streben. Es wird daher niemand, der in einem richtigen Verhältnis zum Christus-Impuls steht, seine Erkenntnis aus der Gesinnung des Belehren-Wollens aussprechen. Seine Gesinnung wird nur eine solche sein, welche in der Frage ihren Ausdruck findet: wo und inwiefern kann das Aussprechen einer Erkenntnis als Anregung für das Erkenntnisstreben anderer Menschen fruchtbar sein? Kann die Erkenntnis, welche in mir lebt, jemandem einen Dienst erweisen?“
         Kann man diese christlich-rosenkreuzerische Grundhaltung auch erweitern auf die geisteswissenschaftlichen Erforschungen im weiteren Sinne? Warum forscht man denn überhaupt nach tieferen Ursachen, wenn nicht, um gerade letzten Endes das Wirken des Christus in allem Geschehen und im anderen Menschen auch zu entdecken? Und wenn man dann diese dienende Haltung einem eventuellen Leser seiner Mitteilungen gegenüber einnimmt, so entspricht das ganz der Gesinnung, die oben beschrieben wird und die von Valentin Tomberg als innere Haltung der „Fusswaschung“ bezeichnet wird in seinem weiteren Text.
         Wie die Könige seinerzeit sich anerkannten als von Gottes Gnaden abstammend und einander deshalb nicht töteten, so könnten die heutigen Geistesforscher einander als begnadete Diener des Geistes wahrnehmen, die dem Erwachen des Geistes im Volke – jeder auf seine Weise – dienen!
 
Dass Forschungen auch zu divergierenden Aussagen kommen können, ist bekannt durch die Naturwissenschaft. Eine gegenseitige Grundlagen Nachprüfung kann zu einer möglichen Zusammenarbeit führen – oder auch zu einem darauf Beruhen lassen – bis der Stand der Erkenntnisse sich wiederum geweitet hat und die Menschheit durch einen weiteren Schritt näher der Wahrheit gekommen ist, denn stetiges Weitersuchen nach Wahrheit ist der Gang der Entwickelung. Ein Festhalten an liebgewordenen Wahrnehmungen hingegen kann zum Dogma erstarren und wird als unfruchtbarer Stein eine zeitlang im Wege stehen, bis auch ihn der Strom der Entwickelung fortgespült hat – falls man ihn nicht selbst aus neuer Einsicht aus dem Wege der anderen genommen hat.
         Stehen wir nicht in einer Zeit, in der das geistige Verständnis in weiten Kreisen immer mehr wächst und sich ausweitet? Werden nicht viele lichte Ströme sich vereinigen, um gemeinsam in die Zukunft zu fliessen, um diese neu zu gestalten?
 
Owingen, 25.01.2011
 
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Rezension über Dr. Robert Powell Buch:
 "Christus und der Mayakalender; 2012 und das Erscheinen des Antichrist" 
 
Im Schattenwurf der Wiederkunft Christi im Ätherischen erscheint der Antichrist. Seine von langer Hand vorbereitete Inkarnation in dieser Zeit wird hier aufgedeckt und das vierfach Böse kann so erkannt werden. „Auf Grund des Überwindens und Verwandelns der Kräfte des Bösen machen die Menschen auf dem Pfad geistiger Entwicklung Fortschritte. Ein erster Schritt ist deshalb das Böse zu erkennen, wenn es am Werk ist, was einer der Hauptgründe für dieses Buch ist. Ein zweiter Schritt ist es, sich innerlich mit Christus zu verbinden, um Hilfe bei der Überwindung und Verwandlung des in uns wirkenden Bösen zu erhalten, welches die Bedeutung der Worte aus dem Vaterunser ist: “Erlöse uns von dem Bösen“, so schreibt Dr. Robert Powell selber auf Seite 72 in seinem Buche: „Christus und der Mayakalender; 2012 und das Erscheinen des Antichrist“.
            Mit Hilfe des „Apokalypse Code“, den der Verfasser entdeckte, wird die Menschheitsgeschichte in neue Phasen, dem Leben des Christus Jesus entsprechend, eingeteilt und wir können in eine lichte Zukunft blicken, Grundlage hierfür bilden die „Offenbarung des Johannes“ und Rudolf Steiners Hinweise in Bezug darauf.
Die astronomische Seite der Konstellation von Dezember 2012 wird unter ihrem möglichen lichten Aspekt angeschaut, sowie unter dem Schatten, den die Inkarnation des Bösen wirft. Eine so vielfältige und genaue Darstellung der vier Aspekte des Bösen aus anthroposophischer Sicht wie hier, findet man selten.
            Dieses Buch ermöglicht vielfältige Erkenntnisse und Grundlagen zu erlangen, die zu einem zukunftsgerichteten Handeln im Einklang mit Christus führen können. Wir stehen nicht ohne Hilfen da, sucht man sie am rechten Ort – in „Rosa Mira“, der „Weltenrose“.
Der 2. Teil des Buches ist dem Kommen der Sophia und Ihrer neuen Weltenordnung gewidmet. Robert Powell durcheilt mit uns Himmelsräume und tiefste Tiefen der Erde, längst vergangenen Zeiten und weitere Zukunft-Stadien der Erde, um die Zusammenhänge und die Aufgabenstellung im Hier und Jetzt deutlich zu machen, die das Böse an uns stellt. Und diese Aufgaben sind lösbar! Mit dieser Sicherheit im Herzen kann man das Buch schlussendlich aus der Hand legen – um es dann kurz darauf von vorne zu beginnen, denn eine neue Art von Christentum scheint durch die Art der Fragestellungen und den mosaikartigen umfassenden Darstellungen bereits mitten unter uns zu leben und den Leser zu beleben.
Ein Abenteuer von Buch ist das!
Gudrun D. Gundersen, 6.1.2011
 
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Warum können Imaginationen einen verführen?
 
Als Imaginationen bezeichnet man die „IMAGO“ – Bilder, die in der menschlichen Seele aufsteigen nach einem seelischen Vertiefen in z.B. eine Fragestellung. Es muss also keine gedankliche Auseinandersetzung vorausgegangen sein, sondern es kann eine unmittelbare seelische Reaktion sein.
Ist der inneren Fragestellung vorher eine gedankliche Konzentration und Durchdringung vorausgegangen und führt man diese in einer christlich-moralisch geschulten Seelenhaltung, so kann das zur Klärung beigetragen haben und die später einsetzenden Imaginationen können dadurch bereits in einem reineren Zustand dastehen, als wenn es nicht der Fall wäre.
 
Die Fragestellung nach den Einflüssen von geistigen Wesen, die hinter solchen Bildern stehen, ist ein Thema, das mich mein Leben lang begleitet hat. Durch das Studium der Werke Rudolf Steiners wurde unter anderem in mir wach, meine innere Aufmerksamkeit auf die Art der verschiedenen grundsätzlichen Haltungen der luziferischen und ahrimanischen Einflüsse gegenüber der Seelenhaltung, die durch den Christus sich prägen lässt.
         Eine weitere Vertiefung gerade dieser drei Weltenkräfte, ihrer Sphären und verschiedenen Wirkensgebiete, erfuhr ich durch das  Werk Valentin Tombergs. Er schildert – an Hand der Betrachtungen über das Alte und Neue Testament – grundsätzliche Wirkensweisen und deren viele Variationen gerade zu diesem Thema, wie er auch das Wirken der Hierarchien lebendig und differenziert weiter untersucht, wie Rudolf Steiner es begonnen hat.
Die Geistesgeschichte unsere Zivilisation fusst auf diesem Geisteskampf der Hierarchien, die gemeinsam mit Christus wirken und den zwei Gegenmächten Luzifer und Ahriman, die um die Menschheit ringen. Früher waren Zielscheibe z.B. die prophetischen und königlichen Führer des israelitischen Volkes. Heute kann jeder erwachte Ich-Mensch diesen Kampf in sich selber beobachten.
Auf Seite 67/68 in den „Betrachtungen über das Alte Testament“ schildert Valentin Tomberg das Entstehen der Lüge, d.h auch der lügenhaften Imaginationen, wie folgt:
„… starkes Persönlichkeitsbewusstsein war in den Zeiten vor dem Mysterium von Golgatha nur bei solchen Seelen möglich, die einen starken luziferischen Einschlag in sich trugen. Dieser Einschlag besteht darin, dass der astralische Leib der ihn umgebenden geistigen Welt gegenüber selbstständig wird. Dieses geschieht dadurch, dass ein solcher astralischer Leib starke Sympathie- und Antipathiegefühle aus seinem Inneren ausströmt, die den astralischen Leib mit einer Art Dunst, gleichsam als Wolkenschicht, umgeben. Es bildet sich ein Wolkengürtel um den astralischen Leib. Dieser Gürtel trennt den astralischen Leib von der ihn umgebenden geistigen Welt und ist die Ursache davon, dass er ihr gegenüber selbstständig wird.
Nun entstehen aber diese Sympathien und Antipathien nicht aus dem Zusammenleben mit dem Engel, sondern aus dem Zusammenleben mit dem luziferischen Engel. Der letztere inspiriert aber den Menschen in der Art, dass er seine Inspiration nicht durch das Tor des menschlichen Ich, sondern unmittelbar in den astralischen Leib einströmen lässt, d.h. er wirkt tiefer  hinunter als der normale Engel. Dadurch geschieht es, dass sein Inspirationsstrom, ohne Umschaltung an der Grenze der beiden Wesensglieder, direkt in den Ätherleib hinunterströmt, wo er zu seinem Gegenteil wird. Denn es waltet das Gesetz der Spiegelung im Verhältnis der einzelnen Wesensglieder des Menschen zueinander. Wenn z.B. im astralischen Leib ein nach oben gerichtetes Dreieck im Bewusstsein lebt, so wird es, falls es nicht durch das Eingreifen des Ichs richtig hinuntergetragen worden ist, sich im Ätherleib als ein nach unten gerichtetes Dreieck spiegeln.
So geschieht es, dass der luziferische Engel die Lüge verursacht. Er verselbstständigt den astralischen Leib der geistigen Welt gegenüber, um ihn ganz unter seinem Einfluss zu haben. Dann inspiriert er ihn, wobei diese Inspiration beim Hinuntersteigen in den Ätherleib die Unwahrheit verursacht. Als Folge dieses Vorganges wird der ätherische Leib von einem Gürtel falscher Imaginationen umgeben. Es bildet sich um ihn eine Sphäre, die die Spiegelung desjenigen darstellt, was der luziferische Engel in den Astralleib eingeflösst hat.
Der luziferische Engel inspiriert keine Unwahrheit; seine Inspiration hat volle Geltung innerhalb der astralischen Welt. Aber die Art, wie er es tut, verursacht  Unwahrheit im ätherischen Leib. Diese Unwahrheit verdichtet sich in der Form eines den ätherischen Leib umgebenden Gürtels. Dieser letztere ist nicht lichtdurchlässig; er wirft einen Schatten  in das Innere des ätherischen Leibes. So geschieht Verfinsterung gewisser Teile des ätherischen Leibes. Und diese Finsternis ist eben der Raum, wo Ahriman eingreifen kann. Der ahrimanische Doppelgänger nistet sich in diejenigen Partien des ätherischen Leibes ein, die durch den luziferischen Engel verfinstert worden sind. So tritt Ahriman als das Karma Luzifers auf.
Der ahrimanische Doppelgänger ist eine mit raffinierter Intelligenz begabte Wesenheit, die sich an den verfinsterten Teil des ätherischen Leibes ansaugt. Von dort aus wirkt er verfinsternd auf das Bewusstsein des Menschen. Man stelle sich aber die vom ahrimanischen Doppelgänger ausgehende Finsternis nicht als blosse Abwesenheit des Lichtes vor. Sie ist vielmehr ein Gegen-Licht oder auch eine Gegen-Intelligenz gegenüber der Intelligenz der Hierarchien, der auch die rein menschliche Intelligenz, als die vierte der Hierarchien, angehört. Verdeckt der luziferische Engel das Licht der Hierarchien, so strömt der ahrimanische Doppelgänger aktive  Finsternis aus. Diese löscht das Bewusstsein des Geistigen in der objektiven Wirklichkeit aus und strömt Lüge aus in die physische objektive Umwelt. So geschieht es, dass die durch den luziferischen Engel verursachte subjektive Unwahrheit durch den ahrimanischen Doppelgänger zur objektiven Lüge wird.
 
 
Was muss der astralische Leib lernen, um diesen Einfluss des luziferischen Engels zu überwinden?
 
Auf Seite 83 in seinen „Betrachtungen des Neuen Testamentes“ schildert Valentin Tomberg bei der Besprechung „der Seligpreisungen“ was das Wesentliche ausmacht, das der astralische Leib lernen muss:
..“Aus diesem Grund kann ein Mensch, der vom Ich aus den astralischen Leib beherrschen kann, auch als „Meister über den Zorn“ bezeichnet werden. Eine andere Bezeichnung für einen Meister über den Zorn ist der „Sanftmütige“.
In diesem Sinne bezeichnet Christus Jesus in der dritten Seligpreisung die Menschen, die den astralischen Leib beherrschen können, als die Sanftmütigen. Es handelt sich somit in der dritten Seligpreisung um die Schule, die der Mensch im astralischen Leib durchzumachen hat, und um das positive Karma des astralischen Leibes in der Zukunft.
Nun besteht das Karma des astralischen Leibes im Wesentlichen darin, dass er, seit der lemurischen Entwicklungsperiode, der eigentliche Träger des luziferischen Elementes im Menschen ist. Die Auseinandersetzung mit Luzifer ist das Wesentliche der Schule, die das menschliche Bewusstsein im astralischen Leib durchzumachen hat. Das Ziel dieser Auseinandersetzung ist die innere Wandlung des Luziferischen, die als „Sanftmut“ bezeichnet werden kann. Denn aus dem Stolz der Opposition der Weltordnung gegenüber entsteht der Zorn, dessen Beherrschung das Ziel des Ichs bei seiner Arbeit am astralischen Leib ist. Es können daher die „Sanftmütigen“, d.h. diejenigen Menschen, die diese Arbeit bis zu einem gewissen Grad an Vollkommenheit geleistet haben, mit Recht auch als die „Überwinder Luzifers“ bezeichnet werden. Denn der Zorn ist die summarische Auswirkung des luziferischen Elements im Menschen, und seine Überwindung darf somit als die Überwindung des Luziferischen überhaupt im Menschen gelten.“
 
Welcher Zukunftsaspekt hat die Arbeit mit dem Astralleib?
Auf Seite 106  -wie oben - wird noch ein weiterer Aspekt dargestellt, der auf die zukünftig notwendig UNEIGENNÜTZIGE Spiritualität des Menschen hinweisst:
 
 
In dem Ausspruch der Bergpredigt, welche ja an die intimen Schüler des Christus Jesus gerichtet war: „Ihr seid das Licht der Welt“, handelt es sich aber um das Leuchten, das von der Erde ausgehend in den Kosmos hinauszustrahlen hat, indem es die luziferische Sphäre überwindet. Um eine uneigennützige Spiritualität geht es in diesem Spruch…. „
 
Welcher Zusammenhang besteht zur Göttlichen Sophia?
Auf Seite 233, wo unter anderem über die Kräfte der Sophia berichtet wird, geht Valentin Tomberg noch weiter und schildert Folgendes:
Nun liegt aber noch zwischen der Inspirationswelt der Sophia und den Imaginationen des Lebenstableaus des Christus die luziferische Sphäre selbst. Diese Sphäre wurde aber zur Zeit des Pfingstereignisses durchlässig für die von oberhalb herabsteigende Sophia-Offenbarung. Diese geschah infolge der Tatsache der inneren Umkehr Luzifers, die Luzifer bei dem Mysterium von Golgatha erlebte. Der „büssende“ Luzifer wurde selbst zur demutvollen Brücke über die Sphäre der Lüge, die er selbst in der Vergangenheit geschaffen hatte. Es führt somit der Weg der Sophia-Offenbarung durch die Sphäre Luzifers hindurch – und zwar durch die Wesenheit Luzifers selbst hindurch. Luzifer gab sich zur Stunde des Pfingstereignisses dem Sophia-Impuls ganz hin: er wurde mit ihm eins und führte ihn durch sein Wesen zu dem Lebenstableau des Christus hinunter, wo er die Seelen der Menschen erreichte.
Es geschah in Wirklichkeit eine Vereinigung der Wirkung der Sophia und Luzifers: diese vereinigte Wirkung der beiden Wesenheiten wird im Johannes-Evangelium als „Paraklet“, Tröster, bezeichnet. Der „Paraklet ist nicht bloss der Heilige Geist…, sondern eine solche Offenbarung…, dass da Sophia und Luzifer zusammen wirkten, indem Luzifer dem Impuls der Sophia sich dienend unterstellte.Und dieses dienende Unterstellen Luzifers dem Impuls der Sophia gegenüber hatte nicht nur die Folge, dass die Sophia-Offenbarung in ungetrübter Gestalt die Seelen der Menschen erreichte, sondern es hatte auch die Folge, dass Luzifer der sophianischen Offenbarung das begeisternde Feuer des Enthusiasmus und der Freude von sich aus einflösste.“
 
Bleibt mir nur noch zu danken, dass Sie, lieber Leser, bis hierher gefolgt sind. Vieles mehr als was hier zitierte wird steht in den genannten zwei Büchern von Valentin Tomberg und erhellen viele Erkenntnisfragen, die uns heutige Menschen zutiefst angehen.
Owingen, 14.12.2010, Gudrun D. Gundersen
 
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Betrachtung zu Valentin Tombergs Brief vom 9. März 1970. „Diesen Abgrund, welchen die auf Erden uneigennützige Spiritualität immer wieder überbrückt, schafft Luzifer. Die „Wolkenschicht“ der luziferischen Sphäre, von welcher die Erde verdeckt wird, schafft den finsteren Schatten, der von der Erde in den Kosmos geworfen wird. Und durch diese luziferische Wolkenschicht können nur solche spirituellen Gedanken und Empfindungen sich den Weg bahnen, welche aus uneigennützigen Beweggründen gepflegt werden. Die wohl spirituellen, aber auf eigennützige Art gepflegten Gedanken erreichen nur die luziferische Schicht und werden dort aufgehalten…."
von Gudrun D. Gundersen
 
Erschütternd ist der Brief von Valentin Tomberg vom 9. März 1970.
Liesst man ihn liebevoll, so klingt ganz besonders der Schluss in einem nach:
 „Verstehen Sie mich? Fragt und bittet, / Ihr ergebener / Valentin Tomberg
 
Dieser Bitte und dieser Frage möchte ich nachgehen und sie meine Gedanken und mein Herz führen lassen, denn im Anbetracht des Inhaltes des Briefes ist einzig so eine Haltung von dem Verfasser tief religiöser Schriften, die mit intensivster Gedankenklarheit geführt wurden, erbeten - nicht eine beurteilende oder gar verurteilende Haltung erfragt.
 
Mein Leben ist heute Gebet und Kontemplation, davon – und nur davon – und dazu lebe ich; nicht „Studium“.“
So lautet der vorletzte Satz. Er ist die Quintessenz der Mitteilung von Valentin Tomberg nach all seinen Schriften. Die reine und gründliche Gedankenklarheit wurde früher erübt und angewandt und nun mit 70 Jahren sieht er, dass die Anthroposophie auch durch diesen seinen Versuch nicht weiter gekommen ist, denn die Inhalte werden von den Anthroposophen immer wieder nur „intellektuell schematisiert und fossilisiert werden“. Ist es nicht Verzweiflung, die aus diesen Worten spricht?
Und seine Erkenntnis, dass letzten Endes es keine allgemein gültige Geistes-Wissenschaft geben könne, „da ja das Grundkriterium jeder Wissenschaft – die Nachprüfbarkeit und Allgemeingültigkeit – nicht vorhanden war.“ – Wie sieht es damit heute aus? Kann man vielleicht sagen, dass einige Gebiete nun doch so stark erarbeitet worden sind, dass wenigstens ein Teil von ihnen bereits zur allgemeingültigen Wissenschaft von Geistgebieten geworden ist? Ich denke dabei an medizinisch- anthroposophische Forschung….
 
Valentin Tomberg begründet das damit, dass auf dem religiösen Gebiet die „Erfahrungen selbst Mystik sind, also keinerlei Wissenschaftlichkeit – Allgemeingültigkeit und Nachprüfbarkeit – beanspruchen können“. Es geht ihm ja hier um das „Zentrale“, das Erlebnis und die Erkenntnis des Christus. Die Darstellungen Rudolf Steiners über den Christus muss Valentin Tomberg aus seiner neu gewonnenen Sichtweise als „geistiges Wissen“, jedoch nicht als „Geisteswissenschaft“ bezeichnen. Ist er nicht ungeheuer präzise und deutet – unter Verlust der allgemeinen guten Meinung von ihm - darauf hin, dass das Erlebnis des Christus im Menschen nur jeder für sich als mystische Erfahrung machen kann – so wie jeder auch aus innerstem Erleben heraus nur „Ich“ zu sich sagen kann? Ist seine Absage an die Geistes-Wissenschaft, nicht ausschliesslich an die wissenschaftliche Seite gerichtet und hält doch innig fest am “Wissen vom Geiste“?
Er hat sich also ganz abgekehrt von dem „Studium“ und der Wissenschaftlichkeit; stattdessen sich ganz hingewendet dem „Gebet und der Kontemplation“.
 
Bis 23. Oktober 1938 wurden die ursprünglich wohl auch auf 12 Betrachtungen angelegten Betrachtungen zur Apokalypse niedergeschrieben. Bei dem III. Kapitel auf Seite 299 über „ Das Sendschreiben an den Engel der Gemeinde zu Philadelphia“ legt er unsere künftige sechste Kulturepoche in klaren Worten dar. „Da wird die Christuswesenheit namentlich als die Kraft erlebt werden, welche das Wahre und das Moralische (der „Heilige“ und der „Wahrhaftige“) als Einheit zu erleben und wirken lässt. / Was der Maitreya-Buddha der sechsten Kultur zu offenbaren hat, ist eben das neue Verhältnis von „Wahr“ und „Heilig“, d.h. von Logik und Moralität, welche in der Wesenheit des Christus identisch sind. Das Entstehen der „moralischen Logik“ beruht auf dem Erleben des Christus-Impulses von demjenigen Aspekt aus, in welchem er (der Christus) in dem einleitendem Satz des Sendschreibens an den Engel der Gemeinde zu Philadelphia gezeigt wird, d.h. als derjenige, der Erkenntnis und Moralität als Einheit hat und wirkt Und diese Einheit ist dasjenige, was die „Tür öffnet“, d.h. den Verkehr mit der geistigen Welt, als gegebene karmische Fähigkeit, ermöglicht.“
 
Ist Valentin Tomberg nicht moralisch wahr erkennend wie es sein muss in der kommenden Zeit, der sechsten Kulturepoche, und dann konsequent handelnd – obwohl er dabei viele seiner früheren Anhänger verliert, indem er Abstand nimmt von der wissenschaftlichen Seite und ganz auf das „Wissen vom Geiste“ und ganz auf die „Erfahrung im eigenen Innern“ weitergeht?
 Geht nicht unser aller Weg in Zukunft auch dahin? Wenn das Geistige als Erfahrung in einem lebt, dann braucht man nicht mehr die Eselsbrücke der Wissenschaftlichkeit, um das „Zentrale“ anzubeten, zu kontemplieren und zu erfahren. Heute wird  ein verständnisvolles Herz für den anderen – für Valentin Tomberg - gebraucht, um ihn zu verstehen, dass er bereits sich vorbereitet hat für die kommende Inkarnation. Hier liegt - meines Erachtens - das Verständnis für seine Worte, dass die Distanz zu dem „Valentin Tomberg von den dreissiger Jahren“, „welche heute mich von ihm trennt, ist so gross wie diejenige, die zwei Inkarnationen trennt.“ Ja er geht so weit zu sagen, dass er schreibt „eigentlich sollte ich jetzt einen anderen Namen tragen;“.
Er lebt bereits seine kommende Inkarnation im Stillen und von vielen Anthroposophen völlig verkannt vor.
 
Möge diese Betrachtung als Herzensimpuls verstanden werden.
 
2. Juli 2010, in Owingen.
 
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 Einleitung von Gudrun D. Gundersen
Zu Robert Powells Vortrag
Freitag, 18.09.2009 in Überlingen, Freie Waldorfschule.
Verehrte liebe Zuhörer, liebe anthroposophische Freunde.
Nach einem Jahr hier im schönen Linzgau am Bodensee habe ich die Möglichkeit bekommen, in dieser ehrwürdigen Schule dieses Wochenendseminar mit Dr. Robert Powell zu arrangieren. Freude erfüllt mich es gerade hier zu dürfen, wo ich heute morgen die Einschulung der diesjährigen Erstklässler erleben durfte und der innere Puls der Schule sich als sehr lebensfroh darstellte.  
Der viel gefragte und weit bereiste Vortragshalter und Autor vieler Bücher ist ganz besonders bekannt in der englisch sprechenden Welt Europas, Amerikas und Australiens. Aber viele seine Bücher sind auch auf deutsch und italienisch herausgekommen und liegen zugänglich auf dem Büchertisch und sind auch in der Naturata erhältlich.
        Robert Powell wurde 1947in  Reading geboren, nicht weit von London. An der Universität in Sussex studierte er Mathematik, er entwickelte dabei auch sein Interesse für Astronomie und hat seine Doktorarbeit über die Geschichte des Tierkreises geschrieben. Dieses Interesse an den Sternen führte ihn auch zur Astrologi , der Wissenschaft von den Zusammenhängen zwischen den Sternen und den Menschen.
        Als 25 Jähriger entdeckte Robert Powell das Werk Rudolf Steiners, was zu ungeheuren Vertiefung führte in seinem Streben nach Einsicht. Von diesem Moment an prägte diese anthroposophische Geisteswissenschaft seine Arbeit als Weg und Orientierungspunkt. Steiners umfangreiches Werk enthielt die erkenntnistheoretischen, kosmologischen und christologischen Grundlagen, die er für die Fortführung seiner Studien suchte.
Weitere Anregungen erhielt er durch das Werk des Astrosophen Willy Sucher.(1902-1985) und Elisabeth Vreede, der 1. Leiterin der mathematisch-astronomischen Sektion an der Freien Hochschule des Goetheanum. Sie wurde ja von Rudolf Steiner selbst dazu berufen.
Ab dem 31. Jahr(1978) hielt sich Robert Powell zur Fortsetzung seiner Studien am Goetheanum in Dornach (Schweiz) auf, wo er gleichzeitig eine Eurythmieausbildung absolvierte. Anschliessend studierte er Heileurythmie in England und Deutschland. Danach arbeitete er als Heileurythmist im bayrischen Kinsau.
Daneben widmete er sich nach wie vor intensiv seiner astronomischen und astrologischen Forschungstätigkeit.  1993 veröffentlichte er sein erstes Buch auf deutsch:  “Zu einer neuen Sternenweisheit“.
 Dem folgten weitere hermetisch- astrologische Werke, in denen er den ursprünglichen, chaldäischen, den siderischen Tierkreis als Grundlage für sein Forschen vorstellt. In dem Buche „Chronik des lebendigen Christus“ benutzt er die neue Sternenweisheit dazu die Sternkonstellationen der Ereignisse in Christi Leben nachzuzeichnen auf Grundlage der von  Anna Katharina Emmerich hellseherisch mitgeteilten Daten.
 
Die streng wissenschaftliche Schulung als Mathematiker und den eröffneten Geistbereich mit all den vielen Hinweisen über die Taten der Götter, die in den Sternen abzulesen sind, wie Rudolf Steiner es in vielen Vorträgen und den Hochschulstunden darstellt, sowie durch die exakte Phantasie, an der Eurythmie erworben, brachten ganz neue Erkenntnisse und Aufschlüsse, so wie ein exaktes Datieren des Christus-Lebens. Dieses neue Wissen von Jesus von Nazareth und der Jungfrau Maria können die Geschehnisse des Mysteriums von Golgatha - und von der Zeitenwende überhaupt - sehr erhellen.
 Das Hauptanliegen all seiner Schriften kann man bezeichnen als: ein umfassendes Verständnis für das Wirken des Christus damals und Sein Wirken im Ätherischen heute neu zu erklären um der Menschheit positive Fortentwicklung so zu sichern.
 Aus der Sternenweisheit Sophias werden die Worte der Bibel beleuchtet und dem Leser wird die Erkenntnis der Gegenmächte von dieser Warte aus zugänglich gemacht, er bekommt somit die Waffe der Erkenntnis – dem stärksten und uns zugänglichen Kampfmittel der Gegenwart.
 Darüber hinaus entwickelte Robert Powell eine hermetisch-astrologische Reinkarnationsforschung. Die Resultate davon finden wir in weiteren Büchern.
Robert Powells soziale Anliegen, die Sternenweisheit den Menschen zu bringen, goss er in die Form von Seminaren mit Vorträgen und dem kosmischen Tanz. Hier werden die Gebärden der kosmischen Eurythmie auf Formen inspiriert von den Sternbildern zu klassischer Musik in eine Reihe von  kosmischen Tänzen gebracht, die jeder interessierte Laie mitmachen kann.
 Diese Tänze werden aus der Kraftfülle der Sophia-Inspiration getragen, die im Jahre 1995 zur Gründung der „Sophia Foundation von Nord Amerika“ führte, deren Mitbegründer er ist. Daraus entstand im Jahre 2000  die „Choreocosmos Schule für Astrosophie“. Durch sie erübt man aus dem Impuls der Sphärenharmonien, die in den verschiedenen Tonarten ihren Niederschlag gefunden haben, Tierkreis- und Planeten-Eurythmie, sowie sakralen Tanz anhand von Gebeten, die ins Eurythmische umgesetzt werden. Auch hierzu sind mehrere nicht nur für Eurythmisten sondern auch für Laien verständliche Übbücher von Robert Powell erschienen, die den Weg in der Schule von Chartres durch die vier Elemente zu den sieben Planeten und schliesslich zu den zwölf Tierkreiszeichen nachvollziehen, als eine Zusatzausbildung in den kosmischen Aspekten der Eurythmie.
Die neueste Forschung Robert Powells befasst sich mit unserer gegenwärtigen apokalyptischen Zeit. „Christus und der Mayakalender“ heisst sein neues Buch und der heutige Abendvortrag wird sich mit Aspekten daraus befassen. Hiermit möchte ich das Wort an Dr. Robert Powell weitergeben.
 
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Kann das Arbeiten an einer Verchristlichung der Kabbala auch Verständnis für die Zukunft schaffen?
 
Die Arbeit mit der Kabbala stellt einen natürlichen Teil der zu studierenden Schriften in einer esoterischen Schulung dar. Wie z.B. in einem Vortrag von Judith von Halle dargestellt wird, so trifft man auf diesen Baum der Erkenntnis und des Lebens beim Überschreiten der Schwelle. Sie sind eine Art Urbild dessen, was der Schöpfungsplan der geistigen Welt ist, wie der Mensch entstand, welchen Weg er gehen soll und wie er die Schöpfung verstehen kann. Rudolf Steiner veranlagte in seinen Vorträgen aus GA 29 mit der dort gedruckten Zeichnung eine Intention, den mittleren, den dritten zukünftigen Baum, den der Liebe zu verstehen. Judith von Halle führt dieses bereits weiter und lässt die Kabbala mit der Menora zusammen klingen und fügt die Worten des Christus an Seinen Vater im Himmel an den entsprechenden Stellen ein.
 Diese Aufgabenstellung, die neuen christlich-anthroposophischen Aspekte zu finden zu jeglichem alten Mysterienwissen, ist heute genauso gefragt, wie zu Rudolf Steiners Zeit. Nur das vertiefte Erkennen der umwälzenden Wirkungen auf allen Gebieten durch das Golgathageschehen des Christus wird weiterführend sein in die Zukunft, die wir mit dem „Jupiterdasein“ oder das „Neue Jerusalem“ benennen.
Es geht hierbei so weit, dass man z.B. zu der Erkenntnis kommen kann, warum in der Eurythmie der Vokal „I“ den rechten Arm erhoben hat und nicht den linken. Das durch den luziferischen Einschlag linkslich gelagerte Herz wird durch die Betonung der rechten Seite wieder in die Mitte gerückt, dort, wo das Herzchakra blüht.
2009 G.D.Gundersen
 
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 Kurzreferat  des Vortrages
 
am 21.10.2009 in Mannheim
Judith von Halle
 
 
 
Von der Anthroposophischen Gesellschaft in Mannheim und der Freien Hochschule für Lehrerausbildung war Judith von Halle gebeten worden, einen Vortrag zu halten mit dem Titel: „Die geistige Führung der Gegenwart“.
 
 Judith von Halle eröffnete den Vortrag hinweisend auf die sehr schwierige Aufgabenstellung, die einem „ geistigen Spagat“ gleich käme, diesen Vortragstitel gleichzeitig für Studenten der pädagogischen Hochschule und vor alt erfahrenen Anthroposophen zu halten.
 
„Braucht mein Geist eine Führung?“, so fragte Judith von Halle die Zuhörer. In einfachen Worten und dadurch sehr eindeutig stellte Judith von Halle sich als „Nachgeborene des 3. Reiches“ dar und grenzte den damaligen „Führer Adolf Hitler“ deutlich ab, der als Diener des „Antigeistes“  charakterisiert wurde, welcher die Weltherrschaft erstrebte - ein System, das einem seine Führung überstülpen will. - Ihm gegenüber stellte sie den wahren Zeitgeist Michael, der die Freiheit des Einzelnen absolut respektiert und nicht ungefragt einwirkt.  Ein Zitat - aus dem Brief der Hitlerregierung an die damalige Anthroposophische Gesellschaft in Stuttgart bezüglich der Schließung der Zweige und der Waldorfschulen - gab als Schliessungsargument an, dass diese Schule die Menschen zu individuell bilde, statt sie , wie die  damalige nationale allgemeine Schule, zu (gefügigen ) Mitgliedern des damaligen Staates zu machen - unter Ausschließung eben gerade der Individualität, die das kostbare und zeitgemässe Gut der Menschheit darstellt. -
 
Weiter stellte Judith von Halle gegenüber  - einerseits die nationalistische Blutsidee vom reinen Arier, die nur dem völkischen Eigenzweck diente und eine unzeitgemäßen Bindung der Menschen an das Blut bewirke, - andererseits sei die blutsmäßige Reinhaltung der vorchristlichen Juden eine  menschheitlich notwendige Vorbereitung gewesen, um in der Zeitenwende eine damals höchste Reinheit und Entwickeltheit des physischen Leibes zu schaffen als Hülle für den einzigen Gott, der sich jemals inkarniert hat, für den Jesus Christus. Das unzeitgemäße  Blutsthema in der Hitlerzeit bewirkte eine Betäubung des Geistes im Einzelnen durch Aufpeitschung astraler Triebe. Eine Umkehrung der ehemals richtigen blutsmässigen Reinhaltung der Juden, wurde nun als Verfolgungswahn gegenüber den Juden eingesetzt, - eine übliche Arbeitsweise der Gegenmächte.
 
Statt das spezifisch Menschliche zu fördern gebrauchen die Gegenmächte  z.B. den Darvinismus, um die Bindung an den Leib und seine vermeintliche Abstammung vom Tiere zu fördern, die sich im heutigen Angriff auf den Menschen zeigt, der unbedingt von Machthabern geimpft werden soll gegen „Vogel“-Grippe , „Schweine“-Grippe und sich mit der „Affen“ Krankheit HIV infiziert hätte. Je stärker diese materialistischen Ideen über den Menschen in den Seelen Fuss fassen, umso anfälliger werden diese Menschen gegenüber den Infektionskrankheiten, wie ein Zitat Rudolf Steiners auch bekräftigte. Sein Hinweis war, dass man sich selber mit der eigenen Moral in der Gegenwart, die Gesundheit der Zukunft schaffen werde.
 
Der Antigeist, der auch als „Gott Mammon“ (Gott der Herrschaft des Geldes) benannt wird, der sich aufdrängt und Menschen in Unfreiheiten und Abhängigkeit zwingt, zeigt sich heute sehr stark durch die weltweite Finanzkrise.. Er steht im Gegensatz zu Christus, der die Willenskräfte der Menschen frei lässt und sich nicht aufdrängt, der in der Stille innerlich und innig zum Herzen spricht. Um Christi Wirken zu illustrieren zeigte Judith von Halle einen Druck eines Bildes des „Auferstandenen, der an eine Türe klopft“ aus Oxford, das Rudolf Steiner bei seinem Besuch dort lange angeschaut hatte und der eine Teilnehmerin gefragt hatte, ob sie die Maria Magdalena auf dem Bilde erkennen könne. - Maria Magdalena sei die Türe, die keinen Griff von außen habe sondern nur von Innen aus freiem Willen geöffnet werden könne. Sie hört Ihn in der ersten Frühe – wie Er sie bei ihrem Namen ruft – und öffnet ihre Seelentüre, ist ganz hingegeben dem Meister und erschaut so als erste den Auferstandenen. Sie lässt Ihn in sich ein und realisiert: „Nicht ich, sondern der Christus in Mir“, so wie Er heute auch erfahren werden kann.
 
Über das Erste Goetheanum und den Menschheitsrepräsentant sprach Judith von Halle eindringlich. Immer neue Aspekte bringt sie gerade über diese Werke Rudolf Steiners, die man unbedingt in ihren Büchern nachlesen sollte. Sie fügte Bemerkungen an über die beginnende Erlösung der beiden dargestellten Gegenmächte angezeigt dadurch, dass Luzifer im Fall aus seiner Überhöhung sich am Felsen hält mit seiner Hand, sich anfängt mit der Welt auseinander zu setzen; und Ahriman in seiner Höhle, gefangen durch die Goldadern, anfängt am oberen Boden zu kratzen, um sich einen Ausgang zu schaffen.
 
Auf die „Rosenkreuzerworte“ und ihren Zusammenhang mit den Wegen durch diesen Tempelbau des Ersten Goetheanums wies sie  ausführlich hin.
Und wie diese Worte auch im Gleichnis vom „Verlorene Sohn“ wieder zu finden seien. Viele Menschen würden sich heute so erleben wie der verlorene Sohn, sie verprassten alle Güter und kostbare Zeit und finden sich dann geistig hungrig im „Stall“ wieder, wo endlich dann die Erinnerung an die göttliche Heimat beim Vater  erwacht und sie zum Erlebnis des 1. Rosenkreuzerspruches kommen:“ aus dem Göttlichen sind wir geboren“. Die Erkenntnis der eigene Unvollkommenheit auf Erden, und das verzweifelte Suchen nach dem Sinn des Daseins können erwecken das 2. der Rosenkreuzerworte: “ in dem Christus wird Leben der Tod“. Und endlich das Sich Zusammen Nehmen, sich Sammeln zur Rückkehr , zum Aufnehmen der Verbindung mit dem Himmlischen Vater von dem sie mit einem himmlischen Freudenfest  empfangen werden – zu dem man nun mit eingesammelter Erdenerkenntnis kommt :“ in des Geistes Weltgedanken erwachet die Seele“, heisst es in Rudolf Steiners Übersetzung dieser Rosenkreuzerworte.
 
 Der Brand des Ersten Goetheanums vernichtete auf dem physischen Plan den Tempelbau, den Wegweiser, den Rudolf Steiner geschaffen hatte, damit die Betrachter leichter den Zugang zum ätherischen Christus finden könnten. Dieser Tempel wurde als Opfer der Geistigen Welt übergeben und bildete dadurch die Grundlage zur Gründung der ersten Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft. Die Geistige Welt antwortete mit dem „Grundsteins Mantram“, der  zum individuellen Grundstein des eigenen inneren Tempels werden kann bei denen, die ihn in rechter Weise aufnehmen. Ganz individuell ergreift das Menschenherz diesen Impuls, ganz persönlich kann die Begegnung der Menschenseele mit dem wiedergekommenen Christus heute sein, der sich all denen in Seiner neuen Form zeigt, die Ihn suchen. Durch „Christus in mir“ führe ich mich selbst und finde Ihn in dem anderen Menschen durch den höchsten Sinn, den wir ausbilden können, den Ich-Sinn. Hier bekam die zu Anfang gestellte Frage ihre Antwort.
 
Es war ein inniges Weben zwischen von Judith von Halle und den Anwesenden. Sie hatte die rechten Worte zu den Herzen von Jung und Alt gefunden und ausgesprochen. Innerlich ganz taufrisch und neu erblühte das Wesen der Anthroposophie durch sie - genauso, wie sie selber mit rosigen Wangen am Ende vorne stand und sich auf ihre Art durch nicht physische  sondern geistige Nahrung erneuert und ernährt hatte.
 
Liebe Freunde, da ich von mehreren gebeten wurde, von dem Vortrag von Judith von Halle zu berichten, ist diese Skizze in eigenen Worten entstanden. Sie kann in keiner Weise alle Punkte berühren und auch nicht den Wortlaut wiedergeben, wie es in Mannheim zu hören war. Eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit wünsche ich Euch allen.
                                Owingen, 6.12.2009,    Gudrun D. Gundersen
 
 
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Ist Judith von Halle eine Geistesforscherin?
 
Unter den Anthroposophen ist Judith von Halle bekannt als noch junge (34) stigmatisierte Frau aus Berlin. Als solche könnte man sie „Mystikerin“ nennen und meint, man müsste sich als Anthroposoph nicht weiter damit beschäftigen. Da sie aber geisteswissenschaftliche Vorträge hält und ständig neue Bücher mit neuen geisteswissenschaftlichen Ergebnissen über das Leben Christi herausgibt, ist es berechtigt die Frage zu stellen, ob Judith von Halle eine Geistesforscherin ist – oder nicht – auch wenn sie die Wundmale Christi trägt!
 
Zum einen kann man zu einem Vortrag von ihr gehen, was aber gar nicht so einfach ist, denn nur an wenigen Orten ist sie bisher zu hören, da noch Uneinigkeit unter den Anthroposophen herrscht, ob sie nun Geistesforscherin sei oder nicht. Um das entscheiden zu können, kann man in Ruhe ihre Schriften studieren. Zum anderen erlebt der neue , durch die Stigmatisation verwandelte physische Leib wie anstrengend viele Reisen sind. Diesen Phantomleib hat sie bereits so weit ausgebildet, dass sie sich aus dem Geiste ernährt, d.h. in physischer Nahrungslosigkeit lebt und nur etwas Wasser, welches dem ätherische Element hier auf Erden entspricht, pro Tag zu sich nehmen kann.
Die Frage, ob sie eine Geistesforscherin ist oder nicht, wird im Folgenden so bearbeitet werden, dass ihre schriftliche Darstellung unter diesem sehr speziellen Aspekt angeschaut wird und nicht auf den Inhalt eingegangen wird, der eigentlich aber das Wichtigste ist.
 
 Im „Geleitwort“ in Band II der Beiträge zum Verständnis des Christus-Ereignisses schreibt Judith von Halle aufklärend auf Seite 10: „Die vorliegenden Ausführungen sind aus einem eigenständigen geistigen Erleben hervorgegangen und enthalten daher keine Hypothesen oder Spekulationen...“ ...“Allerdings entstammt nicht jede Schilderung der selben Erkenntnisquelle. Denn das geistige Erleben bezieht sich einerseits (hervorgehoben vom Schreiber) auf ein unmittelbares, ja wie ein wie sinnliches Miterleben der historischen Ereignisse der Zeitenwende.“ Was ausgelöst wurde durch die Stigmatisation zu Ostern 2004 und das sie darstellt als eine Art „Zeitreise“, die sie jeden Freitag in das Golgathageschehen versetzt. Bei dieser Zeitreise handelt es sich “dabei also nicht um sogenannte Visionen oder reine Schauungen, auch nicht um Imaginationen, sondern um das Durchleben des tatsächlich auf der Erde Geschehenen . ... So kann beispielsweise auch die Sprache gehört, der Boden unter den Füssen, Kälte oder Wärme gefühlt werden.“ – Hier also bringt Judith von Halle als eine Seite der Darstellungen ganz genaue Schilderungen dessen, was auf Golgatha geschah und was sich für sie jeden Freitag seither im unmittelbaren Erleben wiederholt und sich so tief in ihre Wesenheit eingeschrieben hat, dass sie die Zeichen Christi am Leibe trägt.
Die andere ( hervorgehoben durch den Schreiber) Quelle für die Inhalte der Darstellungen ist eine gänzlich andere, jedoch nicht weniger authentische. Es wird den Ausführungen leicht zu entnehmen sein, an welchen Stellen die Schilderungen der historischen Vorgänge zu einer geisteswissenschaftlichen Betrachtungsweise hin übergeht. .... es handelt sich dabei um eine möglichst genaue „Übersetzung“ desjenigen, was als Tatsache in der geistigen Welt vorhanden und wahrnehmbar ist. Der geistige Mensch kann Intuitionen von diesen kosmischen Tatsachen haben, wenn sich sein Ich jenseits der Schwelle gänzlich aus dem Astralischen herauslöst, so dass er – dass heißt sein Ich – in die Objektivität hineinkommt....und diese nun auch in eine wirkliche Erkenntnis zu verwandeln, die ebenso wahrheitsgemäß ist, wie die reine Wahrnehmung zunächst als gegeben vorhanden ist. Immer wieder ist zu überprüfen, ob die geistige Wahrnehmung auch tatsächlich demjenigen Begriff entspricht, dem man sie zuordnet. Erst wenn alle Ergebnisse dieser Prüfung standhalten, darf sich der Schüler der Geisteswissenschaft berechtigt fühlen, diese seine Ergebnisse als Geisterkenntnis weiterzugeben.“ Und diese Seite ihrer Geistesforschung hat seit der Stigmatisation „höchstens eine Verstärkung erfahren.“
Sie weist weiter darauf hin, dass diese geistige Fähigkeit in dieses Leben mitgebracht wurde, als Frucht von früheren Leben und die „Kontinuität des Bewusstseins vor dem Stigmatisations-Ereignis vorhanden „ war.
Die dritte Quelle ihrer Ausführungen ist die Anthroposophie, die neben dem persönlichen und überpersönlichem Wirken der Individualität Rudolf Steiners auch wiederum als Quelle das Golgathaerlebnis habe. „Dieser Quell der Offenbarung der Menschheitsmysterien ist die Inkarnation Gottes auf Erden.“( So im Vorwort des gleichen Buches.)
 
Judith von Halle stellt als Voraussetzung, dass man die christo-sophischen Ausführungen Rudolf Steiners kennt, weist aber ausdrücklich auf ihn hin, wenn sie seine Forschungen z.B. als Grundlage zu einer gedanklichen Weiterführung verwendet. Sie gebraucht diese anthroposophischen Inhalte dergestalt souverän, dass man den Eindruck gewinnt, dass sie all dieses bereits früher einmal verinnerlicht habe. Ihre schriftlichen Darstellungen wollen Wort für Wort sehr genau aufgenommen werden, denn ein jedes bildet die Grundlage für das Weitere. Die Gedankenführung ist sehr dicht und nahtlos. Ein mehrmaliges Lesen eröffnet immer neue Tiefen des Dargestellten. Wir können nur dankbar sein, dass sie sich die Mühe gibt, alles in die überprüfte schriftliche Form zu binden, damit die Eindeutigkeit und Klarheit gewährleistet ist.
 
Im Kapitel „Der okkulte Hintergrund der drei Beben“ des oben genannten Buches wird diese neue Wahrnehmung geschildert, dass es drei Erdbeben um Karfreitag, Karsamstag und Ostermorgen gab, die von ihr selbst erlebt sind durch ihre allwöchentliche Zeitreise und somit authentisch bestätigt sind– hier also die erste Art der geistigen Wahrnehmung stattgefunden hat. Als weitere Voraussetzung nannte sie Rudolf Steiner und dessen Darstellung über die Verbindung, die der Christusgeist mit der Erde, als seinen neuen Leib, eingeht. Hier wird also die dritte Quelle benutzt. Dann fährt sie fort, jetzt aus der eigenen Geistesforschung berichtend. Es ergibt sich ihr Folgendes , als Ergebnis der zweiten Art der Wahrnehmung (Seite 35), was bei den Beben stattfindet: Eine „Unterbrechung des irdischen Zeitkontinuums geschieht in Hinsicht auf einen besonderen okkulten Vorgang, auf den wir nun schauen wollen.
            Im Todesmoment Jesu hatte sich der Geist Christi mit der Erde verbunden. Es setzte fortan jener Vorgang ein, der als Abstieg in die Erdenabgründe oder Höllenfahrt bezeichnet wird. Dort befreit der Christus-Geist diejenigen Seelen aus der Macht der ahrimanischen Verhärtung, die bereits vor  dem Christus-Ereignis in den Tod gegangen waren. Diese Seelen erlebten durch ihre Befreiung zum ersten Mal die Ausdehnung ihres Ich jenseits der Schwelle und kamen zum ersten Mal seit Anbeginn der Erdenwelt zum Schauen karmischer Zusammenhänge. Sie konnten erstmalig selbstständig ihr Schicksal jenseits der Schwelle bearbeiten.
            Mit ihrer Ausdehnung stiegen sie Stufe um Stufe, Erdschicht um Erdschicht aus der Unterwelt allmählich hinauf, weiteten sich in die kosmischen Planetensphären aus. Auf ihrem Weg dorthin durchzogen sie aber auch diejenigen Bereiche an der Erdenoberfläche, an denen sich die Geißelung, der Kreuzweg und die Kreuzigung vollzogen hatten. Indem das Wesen jedes Verstorbenen diese blutdurchtränkten Orte der Qualen bei seiner Ausweitung durchdrang, kam es zu einem unmittelbaren Erleben des Leidens und damit des Opfers Christi, auch wenn es zum Zeitpunkt des Geschehens nicht verkörpert war. Dieses Durchziehen der Passionsorte Christi von den aus der Unterwelt aufsteigenden Seelen ereignete sich im Augenblick des zweiten Erdbebens.
            Mit jenem zweiten Erdbeben, dem Ruck, bei dem sich die Erde öffnete und der Leichnam in sie niedersank, geschah jedoch noch etwas, das man ebenso wenig wie die eben geschilderten Vorgänge im sinnlich wahrnehmbaren historischen Hergang finden kann, sondern das ausschließlich für das innere Auge sichtbar, aber ebenso historischer Bestandteil – okkulter historischer Bestandteil – des Geschehens ist: Den durch Christi Geist befreiten Seelen, die sich nun durch die heiligen Stellen der Erdoberfläche hindurch ausweiteten, kamen geistige Hierarchien entgegen. Sie stiegen zu diesen Orten nieder zur Erde. Dieses gleichzeitige Hinauf – und Hinabsteigen geistiger Wesen muss im selben Zusammenhang mit dem „unzeitlichen“ Öffnen und Schließen des Felsens verstanden werden. ... Alles geschah in einem zeitlosen Moment; einer Zeitenlosigkeit umschlossen von Zeit.
Was taten nun diese Hierarchien? Diese geistigen Wesen – ich möchte sie benennen als die Diener, die Gefolgschaft der Exusiai, der Elohim – sammelten in einem heiligen Akt all die verloren gegangenen Substanzen des Leibes Jesu auf, die durch die Folterungen und Stürze, durch all die gravierenden Verletzungen an den Stationen seines Leidensweges zurückgeblieben waren. Sie sammelten nicht das Physische auf, sondern das Ätherische dieser Absonderungen, was in den Hautfetzen, dem Blut, dem Schweiß lag und in allen physischen Substanzen, die zur Erde getropft waren und dem Leibe Jesu angehört hatten. ...“ Nun die geisteswissenschaftliche – gedankliche Erläuterung dazu: „ Die verlorenen Substanzen mussten dem restlichen Ätherleib Jesu wieder hinzugefügt und mit ihm zusammen dem Ätherleib der Erde eingegliedert werden, damit die Umwandlung der Erde sich ganz vollziehen konnte. Sie wurden zu ätherischen Keimkräften für den Erdenleib. Doch das ist nur die Aufgabe eines Teiles des Ätherleibes Jesu, denn es musste der Ätherleib Jesu auch noch seinen Anteil leisten an der Umwandlung der menschlichen Natur im Sinne des Auferstehungsleibes. .....“
In ihren Büchern schafft sie überall grundsätzliche Darstellungen, die Hinweise sein können für das immer variierter werdende Verständnis des Phantomleibes, den Auferstehungsleib Christi, in den für alle diejenigen, die den Christus in sich aufnehmen, einmal im Jupiterzustand der physische Leib verwandelt wird und der sich an Judith von Halle bereits sichtbar zeigt.
 
Indem man die drei Quellen ihrer Darstellungen sich bewusst macht, kann man Abschnitt für Abschnitt, Satz für Satz jedes Buch von Judith von Halle durchgehen und findet überall exakt gestaltete geisteswissenschaftliche Angaben. Sie beschreibt klar und unmissverständlich was durch welches Mittel wahrgenommen und wie es zu sehen ist im Verhältnis zum Ganzen der Untersuchung und welche gedanklichen Konklusionen daraus zu ziehen sind. Das sind nicht Worte einer Mystikerin, sondern die bewusst gestaltenden Geisteskräfte einer Geistesforscherin.
 
Sollten wir uns nicht bemühen die rechten Fragen an Judith von Halle zu stellen, statt Verleumdungen und Schwierigkeiten auszubreiten? Z.B. All die Fragen zu den Erdschichten, den Wesenhaftigkeiten dort deren Überwindung und Befreiung sollten gründlich bearbeitet werden und Vieles mehr. Wie können wir Menschen uns heute gegenüber den Versuchermächten stärken, um ihnen gegenüber standhalten zu können? Sie kann augenscheinlich dort weiter machen, wo Rudolf Steiner damals verhindert wurde fortzusetzen.
 
Haben wir Anthroposophen nicht auf solch eine Individualität gewartet? Ihr wird nicht von Menschen die Bestätigung gegeben, dass es an der Zeit sei, sondern von der Geistigen Welt selber, indem sie die Stigmata als Gnadengeschenk zuerteilt bekommt und das Schicksal einer Geisteskämpferin mit jedem Vortrag mutig durchführt. Bis zu dem Zeitpunkt vor der Stigmatisation hat sie ihre geistigen Möglichkeiten zurückgehalten, und nur wenige Vorträge gehalten, jedoch nun war es eine Notwendigkeit entweder eine öffentliche Stellungsnahme zur eigenen neuen Situation zu nehmen, oder sich zurückzuziehen. Unendlich dankbar kann man nur sein, dass sie den Weg gewählt hat in aller Öffentlichkeit mit ihrer besonderen Begabung zu wirken und wir nun ein weiteres und für unsere Zeit geformtes Evangelium hören können und geschrieben bekommen.
 
Gudrun Deterding Gundersen (57), Eurythmistin und Mutter, Dez.2006,
Bjerkerudveien 63, N-1450-Nesoddtangen,
Norwegen, tel/fax: 004766912759
 
Alle Zitate sind aus dem Buche von Judith von Halle: „Von den Geheimnissen des Kreuzweges und des Gralsblutes“, Verlag am Goetheanum 2006.
 
Falls man diese anthroposophische Arbeit um Judith von Halle auch finanziell unterstützen will, so ist das möglich über den „Verein zur Förderung der anthroposophischen Arbeit Berlin e.V“., c/o Edda Lochner, Schlossstrasse 49, D-14059-Berlin, Bank für Sozialwirtschaft, Konto-Nr: 3114500, BLZ 100 205 00, aus dem Ausland: IBAN: DE02100205000003114500; BIC: BFSWDE33BER
 
 
 
 
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Information  
über das Leben von Judith von Halle
für diejenigen, die eine Einleitung vor ihren Vorträgen halten wollen
 
Judith von Halle wurde 1972 in Berlin geboren, als einziges Kind ihrer jüdischen Eltern. Hebräisch lernte sie schreiben und lesen als sie vorbereitet wurde zur Bath-Midsvar, der jüdischen Konfirmation. Es war ihr die geistige Welt von Anfang an wohl vertraut; diese war in ihr so stark gegenwärtig, dass sie wie in zwei Welten lebte: in der eigentlichen geistigen Heimat und die hiesige Welt, die sie die „Theaterbühne des Lebens“ auch heute noch nennt. Sie dachte als Kind, dass alle Menschen die gleichen geistigen Erlebnissen hätten wie sie selber, doch musste sie lernen, dass dem nicht so sei und bewahrte daher alles Diesbezügliche im Herzen.
Von der Grundschule ging es zum katholischen Gymnasium in Berlin, weiter nach Texas und wieder zurück an die damals neue Berliner J.F.Kennedy Schule, in der sie das Abitur ablegte. Hier lernte sie vor allem das zu der Zeit noch unbekanntere Teamwork kennen.
Das Interesse für Architektur hat sie vom Vater geerbt, weshalb sie ihr Architekturstudium an der Berliner Hochschule der Künste begann. Bald jedoch wechselte sie an die Technische Hochschule über, an welcher Prof. Carl-August von Halle dozierte, dem sie mit besonderer Aufmerksamkeit folgte. Als sie nach einiger Zeit Mitarbeiterin in seinem Architektenbüro wurde, erwies sich dies als schicksals- formendes Geschehen, da er langjähriger Anthroposoph ist und ihr im 25. Lebensjahr das Buch „Theosophie“ von Rudolf Steiners zu lesen gab. Bereits am nächsten Tag fragte sie nach mehr Literatur, denn sie hatte mit ihrer besonderen Geistesgegenwart bereits den ganzen Inhalt in sich aufgenommen. Für sie war dieses Buch das große, erlösende Erlebnis ihres Lebens, denn hier fand sie endlich eine Darstellung in klaren Begriffen von der seit der Kindheit in ihr ständig lebenden geistigen Welt. Sie war überglücklich, endlich Rudolf Steiner, seine Geisteswissenschaft und die Anthroposophie gefunden zu haben. Richtungsweisend für jeden kommenden Tag war diese Stunde des Bekannt- Werdens mit seinem umfassenden Geisteswerke. Von nun an studierte sie dieses und lernte ihre Geisterlebnisse zu benennen, einzuordnen und sie an dem Meister zu prüfen und sich selber auf diese Weise weiter zu entwickeln. 1998 schloss sie das Architekturstudium mit dem Dipl. Ing. ab und arbeitete als Architektin. Später wurde sie Mitarbeiterin des Sekretariates des Rudolf Steiner Hauses in Berlin, wo sie ab 2001 auch Vorträge hielt. 2002 war die Heirat mit Professor Carl-August von Halle.
 
In der Karwoche 2004 setzte eine Umwandlung des physischen Leibes von Judith von Halle ein, die bis heute angehalten hat. Schon drei Wochen vorher hatten Blutergüsse sich an den Handflächen, erst innen, dann außen gezeigt, als sie dann auch an den Füssen und an der Seite auftraten, wusste sie, was das bedeutete und was auf sie wartete. Karfreitag 2004 brachen die Wundmale Christi in ihrem Leib auf und es war das erste Mal, dass sie das gleichzeitig stattfindende Erlebnis der „Zeitreise“ hatte. Seither erlebt sie jeden Freitag mit unverminderter Kraft und immer wieder neu diese Leidenserlebnisse um Christus-Jesus und das Golgathageschehen. In dem Geleitwort von Judith von Halle zu ihren Büchern beschreibt sie die „Zeitreise“ zum Golgathageschehen folgender Massen: “Es handelt sich dabei also nicht um sogenannte Visionen oder reine Schauungen, auch nicht um Imaginationen, sondern um das Durchleben des tatsächlich auf der Erde Geschehenen . ... So kann beispielsweise auch die Sprache gehört, der Boden unter den Füssen, Kälte oder Wärme gefühlt werden.“ – Und jeden Sonntag in der Frühe darf sie teilnehmen an Seiner Auferstehung, welche sie mit solcher Kraft erfüllt, so dass sie bereits seit Ostern 2004 ausschließlich von dieser Auferstehungskraft lebt und entsprechend alle irdisch feste Speise von ihrem Leib als Gift erlebt wird. Einzig Wasser, dem Element, das auf der Erde dem Ätherischen entspricht, kann sie in kleinen Mengen zu sich nehmen. Sie wird ernährt rein aus der Wirksamkeit des Geistes.
 
Da Judith von Halle noch erst 34 Jahre alt ist, stellen sich viele Anthroposophen die Frage, wie sie denn ihre Fähigkeiten in diesem Leben aus dem Ich erarbeitet habe. Wir haben es hier offenbar mit einer besonderen Situation innerhalb der Menschheit zu tun. Judith von Halle brachte in diese Inkarnation bereits viele Fähigkeiten aus vergangenen Leben mit, das ja seit Christi Wirken auf Erden möglich geworden ist und welches Rudolf Steiner oftmals beschrieben hat. Bezüglich der Seite ihrer Arbeit als Geistesforscherin schreibt sie:„ Es ist eine schwierige und daher höchst verantwortungsvolle Aufgabe für den Menschen, diese objektive Tatsachen, welche sein Ich jenseits der Schwelle hat aufnehmen können, nun auch in eine wirkliche Erkenntnis zu verwandeln, die ebenso wahrheitsgemäß ist, wie die reine Wahrnehmung zunächst als gegeben vorhanden ist. Immer wieder ist zu überprüfen, ob die geistige Wahrnehmung auch tatsächlich demjenigen Begriff entspricht, dem man sie zuordnet. Erst wenn alle Ergebnisse dieser Prüfung standhalten, darf sich der Schüler der Geisteswissenschaft berechtigt fühlen, diese seine Ergebnisse als Geisterkenntnis weiterzugeben.“ Und diese Seite ihrer Geistesforschung „hat seitdem höchstens eine Verstärkung erfahren.“
Ihr heutiger Leib, der die Zeichen der Stigmatisation trägt und nur von Wasser und Geist ernährt wird, bildet den Keim zu dem, was „Auferstehungsleib“ , auch Phantomleib genannt wird, wie es von Rudolf Steiner dargestellt wird in GA 131 „Von Jesus zu Christus“. Zwei ausführlichere Vorträge darüber findet man in dem ersten Buche von Judith von Halle „Und wäre Er nicht auferstanden ...“ in dem auch Peter Tradowsky seine Erkenntnisse darüber beschreibt.
 
Man kann nur dankbar sein, dass Judith von Halle die Aufgabe angenommen hat ausführlich und mit heutigen Begriffen das Leben Christi und seiner Umgebung uns in Vorträgen und Büchern nahe zu bringen. Es ist für sie die wichtigste Aufgabe, für Sein Wirken Verständnis in den Menschenseelen zu schaffen. Gleichzeitig lebt sie uns heutigen materialistischen Menschen vor, dass der Geist eine so starke Realität ist und wir wirklich aus ihm geschaffen sind, so dass er uns ernähren kann. Die neuen Erkenntnisse, die ihr täglich zugänglich sind zeugen von ihrer ganz zeitgemäßen bewussten Geistessituation. Unser Anteil an diesem Geschehen kann sein, es als eine Erkenntnisaufgabe als Anthroposoph zu bearbeiten, dass wir nicht nur gedanklich die Anthroposophie aufnehmen mögen, sondern durch dieses konkret vorgelebte Beispiel die starke Wirksamkeit des Geistes erkennen und als Wahrheit in dem Gemüte annehmen können, um zu der Kraft des Ernst -Nehmens und bis hin zum Durchführen vorzustoßen.
In ihren Darstellungen legt Judith von Halle ein neues Evangelium für das Bewusstseinsseelenzeitalter dar. Sie kann Einzelheiten aus dem Leben Christi und seiner Jünger schildern, die ihr diese zusammenschauende Möglichkeit von Geistesforschung und konkretem Erleben durch die Zeitreisen geben. Auch kann sie das Leben und Wirken dieser Individualitäten um Christus durch folgende Inkarnationen darstellen. All dieses ist für uns sichtbar mit Leidenserlebnissen von ihrer Seite verbunden und bezeugt auch so die Wahrheit. Da sich die Tiefe der Ereignisse um das Christusgeschehen dem Zuhörer oder Leser nur erst langsam erschließen kann, ist ein mehrmaliges Lesen der von ihr geschriebenen Texte empfehlenswert.
 
Wichtige Hinweise:
Die Zuhörer der Vorträge möchte man aufmerksam machen, dass Fragen nach dem Vortrag in einem gewissen Umfange möglich sind zu stellen. Man möge jedoch hinterher verständnisvoll Rücksicht nehmen, keine langen Gespräche noch führen zu wollen, denn das ermatte sie allzu sehr.
Gleichzeitig ist auch darauf aufmerksam zu machen, dass die Zuschriften sich auch täglich so sehr vermehren, dass sie um Verständnis bittet, dass nicht alle eine Antwort bekommen können.
 
Nesodden in Norwegen, Advent 2006;
Gudrun Deterding Gundersen, Eurythmistin und Mutter.
 
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Was tun die Hände und Füsse des Neuen Menschen?
 
Seit dem August 2005 liegt ein Buch vor, in dem wichtigste Einzelheiten für uns von der Geistesforscherin Judith von Halle vorliegen. Ihre sehr speziellen neuen Lebensumstände, die in ihrem 33. Jahre mit ihrer Stigmatisation in der Passionszeit 2004 und einem gleichzeitig plötzlich auftretenden Leben in Nahrungslosigkeit einsetzten und sich fortgesetzt haben, liessen in Ihr zusätzlich zu der vorher schon entwickelten Geistesschau, das genaue Miterleben von Christi Leidensweg und Auferstehung entstehen, welches sich an zeitlichem Umfange in ständiger Entwickelung befindet. Sie knüpft an Rudolf Steiners Geistesforschung an, ergänzt und vertieft sie an vielen Stellen durch die genauen Schauungen des Mysteriums von Golgatha, dem genauen Hören der damals gesprochenen Worte und dem vollen Verständnis des zur Zeitenwende üblichen jüdisch-priesterlichen Einweihungswissens. In Ihrem Buch „Und wäre Er nicht auferstanden ...“, Goetheanum Verlag , 2005, legt sie in Zusammenarbeit mit Peter Tradowsky zum einen geisteswissenschaftliche Erläuterungen dar, was die Nahrungslosigkeit und das Stigmata bewirke und in den folgenden Jahresfest -Vorträgen kommen Einzelheiten hervor, die jeden aufhorchen lassen. Die Suveränität mit sie das „Vaterunser“ vertieft durch den unmittelbaren Zugang zur Kabbala findet man im Büchlein „Das Vaterunser“, 2006 im gleichen Verlag heraus gekommen.
 
Der Weg zum Phantomleib – der durch Christus verwandelte physische Leib, sonst als unser zukünftiger neuer Tempel bekannt, wird beschrieben, sowie die dadurch auftretenden Veränderungen an unseren Händen und Füssen werden unter vielem anderen dargestellt.
 
Judith von Halle schreibt auf Seite 163-164 im Buche „Und wäre Er nicht auferstanden...“:
„Vom Tage der Auferstehung (Christi) an können aus den Stellen der Wundmale besondere Wirkungen beim Menschen ausgehen – bei jedem Menschen, auch bei demjenigen, der diese Wundmale nicht sinnlich offenbar trägt -, denn soweit wir uns „„ ins rechte Verhältnis zum Christus setzen““, ziehen wir den „„neuen Adam““ (I. Kor. 45-49; Röm. 5, 14) an, der diese Male trägt (im Sinne von „anziehen“ wie ein Kleid und im Sinne von „anziehen“ wie ein Magnet). Wir verleiben uns diesen Christus-Keim ein, bringen ihn durch unsere geistig-seelische Hinwendung zu Ihm zur Blüte. Und je ähnlicher das neue Kleid, der neue Tempel des Menschen diesem Auferstehungsleib wird, desto stärker ist der Mensch dabei, sich mit Christus zu verbinden. Er durchwirkt sich in seiner eigenen, individuellen Art mit dem Wesen dieses Phantoms, das sich damals aus dem Grab erhoben hat. Und durch diese Verbindung gewinnen auch die entsprechenden Stellen an Händen und Füssen ( auch die Seitenwunde) eine ganz wichtige Bedeutung bei jedem von uns, der sich in das besagte „„rechte Verhältnis zum Christus setzt““.
            Der Mensch kann durch die Auferstehung von diesen Stellen aus sein Ich durch den Ätherleib hinaus in die Welt senden. An keiner anderen Stelle des Körpers ragt der Ätherleib so stark in die Außenwelt hinein wie an den Händen. Wenn Sie noch einmal genauer das Altarbild Grünewalds betrachten (Auferstehung Christi), dann können Sie die feinen Strahlen erkennen, die aus den Wundmalen hervorgehen. Sie leuchten auf wie kleine Sonnen. Der Mensch – wir alle – haben an den Stellen, wo sich die Wundmale befinden, nicht so sehr ein zaghaftes Tastgefühl, sondern wenn man sich in Ruhe auf diese Wahrnehmung einstimmt, wird man feststellen, man sendet vielmehr ins Ätherische verwandelte Ich-Substanz aus; so, wie die Sonne ihre Strahlen aussendet. Der Mensch kann sich durch die Mahl-Stellen in den Handflächen und am Handrücken in seiner Umgebung durch ganz neue ätherische Sinnesorgane bewegen. Diese sind nicht zaghaft passiv ertastend, sondern sie sind kräftig wirkend, wenn man sie pflegt und gedeihen lässt, als aktiv nach außen strahlende, gebende, verdichtete Ich-Substanz. Das ist eine große Verwandlung im Sinne des Christus – Impulses, denn es ist eine durch den Willen bewirkte aktive Anteilnahme und Bearbeitung der Außenwelt.
            Die Male an den Füssen verbinden sich ( auf eine ganz andere Weise als die Hände) mit dem Erdboden, welchen sie „treten“, dem sie Achtung und Liebe entgegenwollen, was durch die Erkenntnis reift, dass der Mensch sein Bewusstsein und seine freie Entscheidung zum Christus der Tatsache verdankt, dass er aus dem Nährboden der Erde als inkarniertes Wesen hervorgegangen ist und dass er auch nur auf der physischen Erde, durch sein Karma hindurch, die Beziehung in seinem Ich zu dem Christus entwickeln kann.“
 
            Durch Judith von Halle bekommen wir geisteswissenschaftliche Bestätigungen dessen, was Rudolf Steiner zur Eurythmie gesagt hat und weitere Klarlegungen unseres Leibes-Instrumentes. Man kann jeden Abschnitt ihres Buches nehmen er ist so exakt und verdichtet formuliert, dass er zum Verinnerlichen geeignet ist und uns auf gerade die wesendlichen Punkte des Menschseins auf Erden im Verhältnis zum Christus hinweist . „Sich mit der Auferstehung im Sinne Christi zu befassen, macht uns mit dem Christus, den wir in uns tragen, vertraut. Das ist der direkteste Weg für ein nachtodliches Christus - Verständnis.“
 
             Noch immer bin ich stark beeindruckt von Ihrem Pfingst Vortrag über “Joseph von Arimathia und der Gral“. Ich war extra nach Berlin gefahren und durfte sie dort sehen, hören und kurz sprechen. Es waren viele offene Menschenherzen zugegen, die zutiefst berührt wurden als sie von dem Blute Christi erzählte, das die Erde Europas ganz besonders verwandelt hat, weil es von Joseph von Arimathia dorthin getragen wurde und an speziellen Punkten der Mutter Erde zugeführt wurde. Diese besondere Erdheilung Europas war sein Impuls um Christi Wirkung weiter zu verbreiten und wir können durch die Schilderungen von Judith von Halle uns mehr bewusst werden all der Geschehnisse damals, die Voraussetzungen bilden, dass wir in Europa eine so intensive Möglichkeit der Entwickelung der Ich-Kraft bekommen haben.
 
 Während des Vortrag von Judith von Halle war die junge und weibliche Art zu Anfang noch wie aufleuchtend anwesend, in dem sonst bereits ganz veränderten Gestus der Art und Weise, des über sie Gekommenen, dem sie sich mit Bewusstsein hingibt. Es ist das – für meine Wahrnehmung, eine ungemeine starke Art, die alles Persönliche ausgelöscht hat und nur das Individuelle mit der neu erwachten Geistigkeit hervor kommen lässt.
In ihrem Vortrag schildert sie zum einen eindeutig zusammenfassend die Ergebnisse von Rudolf Steiners Geisteswissenschaft und fügt dem klar und doch bescheiden die eigenen neuen Wahrnehmungen hinzu, die eben eine von Rudolf Steiner erwartete Weiterführung der Einsichten in das Geschehen auf Golgatha und mit dem Auferstandenen Christus und seinem Blute sind. Sie ist in ihren Darstellungen klar und bewusst und der Themenkreis erweitert sich beständig.
Unsere normalen Verstandesreaktionen sind ganz untauglich zum Erfassen des Eigentlichen, was sich da bereits vor unseren Augen darbietet. Judith von Halle ist ein lebender Beweis für das wirksam gewordene Verwandlungsprinzip, das der Christus auf Erden für uns Menschen an dem Leib des Jesus vollzogen hat und das Rudolf Steiner in der Geisteswissenschaft für unsere Zeit verständlich dargestellt hat. In dieser Frau wird konkret sichtbar das, was er erforscht hat über den Phantomleib und was unsere eigene ferne Zukunft auch werden kann. Hier mit dem Argument zu kommen, es sei das „nur etwas Altes“ aus vergangenen Leben und nicht eine Arbeit, die in diesem Leben erarbeitet sei, ist irreführend, denn das, was das Individuum sich bewusst geistig in einem Leben erarbeitet hat, wird als Früchte im kommenden Leben auftauchen - eben auch als das Zeichen erkennbar sein, dass der Christus hier bei Judith von Halle nicht nur teilweise sondern sich ganz in ihr lebt und sie verwandelt hat. Auf der anderen Seite haben wir es bei ihr mit einem Menschen zu tun, der grosse geistige Arbeit in früheren Leben auch schaffte und nun in diesem Leben sich wieder genauso intensiv geistig arbeitend verhält aber halt noch jünger ist. Wir sehen somit wirklich das Aufgehen eines leuchtenden Sternes hier unter uns , die wir noch den sterblichen Leib tragenden.
Die Möglichkeit im Herzen berührt zu werden ist durch ihre derzeitige Inkarnation uns nahe gerückt und bildet in uns die Herzensweisheit weiter aus. Versucht man nach zu erleben, wie ein Leben in Nahrungslosigkeit und mit den Stigmata sich anfühlt und wie das so intensive Miterleben des Christusweges auf einen wirkt, so kann man erahnen, welches Opfer es ist, sich in dieser Zeit und mit den ungläubigen anthroposophischen Thomassen auseinander setzen zu müssen. Wie sollte wohl sonst anders eine Sophia inspirierte verjüngte, erneuerte Weiterführung des Christentums stattfinden können, als dadurch, dass das, wasRudolf Steiner über dieses Geschehen von Golgatha geschaut und berichtet hat, nun von einer noch jungen Frau weiter geführt, geisteswissenschaftlich vertieft und vor dann vor allem voll realisiert wird?
 
Auf die Tragik, an wichtigen heutigen Inkarnationen vorbei zu gehen wird von Rudolf Steiner im Zyklus über das Matthäus Evangelium, GA 123, am Beispiel der bevorstehenden Wiederkunft des Jeshu ben Pandira, hingewiesen: “ der einst der Maitreya Buddha sein wird,(und wenn er) sich in unserer Zeit wieder inkarnieren würde, so würde er es als die wichtigste Aufgabe betrachten, hinzuweisen auf den ätherischen Christus, der in den ätherischen Wolken zu erscheinen hat, und er würde betonen, dass einmal  das Christus-Ereignis im physischen Leibe sich abgespielt hat. ...Es ist schon eine auf der Strasse liegende Wahrheit geworden, auf die sogar unsere Zeitungen immer wieder hinweisen, dass unser Geschlecht nicht die Gabe und die Kraft habe anzuerkennen, wenn irgendwie eine originale geistige Kraft sich zeigte. Das ist die eine Unart unseres Zeitalters. Es ist wahr, dass sich die grösste Wiederverkörperung in unserer Zeit abspielen könnte, und unser Zeitalter stumpf dafür sein könnte, sie vorübergehen lassen könnte, ohne sich darum zu kümmern!“(10. Vortrag)
Solch eine wichtige Inkarnation, die sich ganz in den Dienst des Christus stellt und uns so viele Einzelheiten aus dem Leben des Christus und seiner Jünger darstellen kann, sollte wirklich mit grösster Dankbarkeit entgegengenommen werden. Und zu einer der uns heute zufallenden Aufgaben gehört es, das Gnadenschicksal von Judith von Halle als ein grosses Geschenk zu verstehen und es in rechter Weise an- und aufzunehmen.
 Und eigentlich sollte eine bewusste und liebevolle Art der Zusammenarbeit unter den Geistes forschenden Anthroposophen stattfinden, so dass wirklich die Kraft des Christus sich weiter übertragen kann auf die Jünger – und deren Jünger, wie Rudolf Steiner es im 11. Vortrag formuliert:.... „ So spinnt sich dadurch, dass die Fäden der Einzelnen verwoben werden in das Karma der ganzen Gesellschaft, ein Netz. Und dieses Netz soll durch das, was der Christus herunter gebracht hat aus geistigen Höhen, in seiner Charakteristik ein Abbild sein der Ordnung am Himmel, das heißt, nach der Ordnung der geistigen Welt soll das Karma des Einzelnen mit dem Gesamtkarma verbunden sein... Es ist sozusagen die Stiftung der auf die Ich-Natur gebauten Menschheit der Zukunft. Das ist es, was in diesem vertraulichen Gespräch zwischen dem Christus und seinen nächsten Schülern sich abspielt, dass der Christus überträgt die Kraft, die er aus dem Makrokosmos herunter bringt, auf das, was die Jünger stiften sollen. Und von jetzt ab ist es im Matthäus-Evangelium Schritt für Schritt ein Hinaufführen der Jünger zu dem, was in sie einfließen kann von der Sonnenkraft und Kosmoskraft, welche die Christuswesenheit sammelt, um sie auf die Jünger zu übertragen.“
 
Aus früheren Leben, deren unermüdlichem Arbeiten und dem tiefsten Verbundensein mit Christus ist dieser Phantomleib der Judith von Halle erneut in diesem Leben eingetreten. Sein Wahrzeichen sind eben die Wundmale und die Nahrungslosigkeit. Das Anziehen dieses Kleides des Geistesmenschen kann geschehen ab dem 33 Jahre, als Zeichen dafür, dass man wirklich dem Christusrhythmus in allem folgt. All dieses ist bei Judith von Halle der Fall. Und dieses mal wählt sie einen der Öffentlichkeit zugänglichen Rahmen als Geistesforscherin innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft. Erkenntnis bemühen sollen wir an ihr schulen, jedoch nicht zum Richter werden, denn sie steht unter ganz anderen und höheren Gesetzen, als wir es uns vorstellen.
Sie setzt in Ihren Büchern voraus, dass der Leser das Werk Rudolf Steiners gut kennt und baut darauf weiter auf. Das weißt auf Aufgabenstellungen hin, die sie im Stande sein wird zu formen und einzusetzen und die den Anthroposophen helfen könnten, die selbstständig und beweglich denken können und die auch das Verinnerlichte in die Tat umsetzen wollen.
            Durch Judith von Halles Erscheinen sind wir Anthroposophen an einem Prüfungspunkt angekommen, wo ein jeder selbst herausfinden kann, wie intensiv und auf welcher Ebene man die Geisteswissenschaft Rudolf Steiners aufgenommen und in welchen Herzensboden sein Geistessamen gesäht wurde.
 
            Die verschiedenen anthroposophischen Versuche, die Freie Hochschule für Geisteswissenschaft weiter auszuformen warten auf durchgreifende weiterführende Formen. Das Stadium der Selbstlosigkeit, in dem alles Persönliche ausgelöscht und nur das Individuell - Ewige wirksam ist, wird hierzu von Nöten sein, - was wir von Judith von Halle bereits vorgelebt bekommen. Das zeichnet sie uns vor allen anderen aus. Es gilt für uns andere als ersten Schritt tatsächlich Judith von Halle als das, was sie ist, so umfassend wie möglich zu erkennen - und Dem entsprechend zu handeln.
 
In Ihrem Buche „Und wäre ER nicht auferstanden...“ weist sie darauf hin, dass zukünftige Themenkreise, wie die Umarbeitung der Wesensglieder zur Verwirklichung des neuen Tempels nach Bearbeitung rufen. Lesen Sie selbst die Bücher und hören Sie sich selbst Judith von Halle an, dann werden Sie auf den rechten Gebrauch der Hände, die vom Ich getragenen Aufgaben ausführen können und auf die rechten Schritten der Füße in eine weitere Zukunft hinein, selbst kommen. Sie kann uns weiter helfen auf dem von uns als Anthroposophen angefangenen Weg zu gehen.
 
 
Norwegen, Nesodden , September 2006
Gudrun Elisabeth Deterding Gundersen
 
 
Gudrun Deterding Gundersen (1949) ist viermalige Mutter und Eurythmistin, die unter der Fahne der „Freistehende anthroposophische Initiative Christo-Sophie“ arbeitet, welche für das verinnerlichte anthroposophische Verständnis um den Christus eintritt.
 
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